von Chaim FRANK

Die Sovjetunion

Nach der Konsolidierung der Sowjetregierung wurden jüdisches Gemeindewesen und kulturelle, soziale und religiöse Organisationen verstaatlicht oder aufgehoben, die hebräische Sprache verboten und der Zionismus mit seiner Bewegung untersagt. Anfänglichst fiel das Jiddisch nicht unter diese neuen Bestimmungen, fand sogar in musikalisch und theatralischen Bereichen eine gewisse Förderung, einschließlich in der zensierten Presse.

Wie jene der orthodoxen Kirchen, wurden jüdische Religionslehrer, religiöse Führer des Judentums (z.B. der Ljubawitscher Rebbe J.I. Schneersohn) vor sowjetische Gerichte gestellt und mit harter Zwangsarbeit bestraft.

Unter Stalin wurde unter anderem in Schauprozessen auch dem gelehrten Judentum zugesetzt. Politisch sind alle verfolgt worden, da spielte es keine Rolle ob er ein Jude war, wenn diese nur in Opposition standen. 'Philosophisch' hielt man das traditionsgebundene religiöse Judentum, aber auch andere Religionsgemeinschaften in Schach.