Lieber RAGA
Sorry, jetzt wo du es sagst…..P.S: Du schreibst immer "Rega"
Ich habe keine wirkliche Erklärung dafür. Ich sehe dein Bild und dann kommt in mir der Gedanke Moment – Rega / Muffin ist da. Hört sich irgendwie komisch an, ich weiß.
Ich bemühe mich um Besserung.
Nein ich glaube nicht, dass es einen solchen Glauben gibt. Denn auch Buchstaben können Wegweisung sein, jedoch keine persönliche Wegbegehung ersetzen. Ganz praktisch, es ist eben leichter sich hinter Buchstaben zu verschanzen und gewisse Dinge als Gegeben hinzunehmen, als aktiv Gott zu hinterfragen, was wirklich dran ist. Religiöse Irrungen und Wirrungen finden genau hier ihre Ursache. Völker lassen sich so ganz leicht zu den aberwitzigsten Sachen verführen. Die Religionsgeschichte ist voll von solchen Ereignissen.Hmmm....aber gibt es denn überhaupt so etwas, wie ein Glaube, der völlig gelöst ist von Buchstaben? Ist dann nicht jeder Glaube in irgend einer Form ein Nachplappern was andere Vorgeplappert haben? Ist nicht das, was jeder einzelne Gläubiger für sich persönlich bearbeitet, nicht bereits woanders vorgeplappert worden? Ich denke, das es im Grundsätzlichen keinen Unterschied gibt zwischen den Kirchgänger, der alles von der Kanzel schluckt und demjenigen, der es für sich selbst erarbeitet.
Es sei denn jemand schliesst sich ein und hat kontinuierliche Ephanien, von dem er zehrt...
Nun sicher, wir alle leben in Raum und Zeit und unsere lächerlichen drei Dimensionen lassen uns eben nur begrenzten Raum der Vielfalt. Folglich, es gibt nichts Neues unter Sonne und sicher, alles Mögliche wurde schon Ein - Mal oder Millionen - Mal durchdacht. Wer kann es erfassen. Die Frage ist jedoch, warum wir als Menschheit innerhalb der Religionen nicht zu dem entscheidenden Durchbruch für ein besseres Miteinander kommen? Es bedurfte z.B. regelrecht „antireligiöser Kräfte“ um den Humanismus und formen der Menschenwürde innerhalb der Religionen salonfähig zu machen. Ein trauriges Fazit, so will ich meinen.
Ich bin nichtreligiös – in einem stark kommunistisch geprägten Elternhaus groß geworden. Für meine Eltern war nach dem 2. Weltkrieg klar, es gibt keinen Gott und besonders für meine Mutter, die als Kind Auschwitz überlebte, war klar, es gibt keinen Gott und das ist bis heute so für sie. Mir hat man also als Kind wahrlich nichts Positives zu besagtem Thema beigebracht. Noch weniger eine Beziehung zu Gott vorgelebt oder gar vorgelegt. Und doch kann ich sagen, ich habe Gott gesucht und gefunden und auf all meine ganz persönlichen Fragen Antworten erhalten, die sogar in bestimmten Bereichen konform mit dem gängigen Religionslehrgut sind. Es gibt Parallelen, warum auch nicht, doch es ist erstaunlich wie wenig Interesse von Seiten der Religionen und ihrer Anhänger daran besteht dieses Gemeinsame zu leben und förderlich in unser Weltendasein einzubringen. Genau hier scheitern Religionen und auch ihre Glaubenslehren, denn diese haben eben – wie schon ausgeführt – auch eine zweite Seite, welche leider immer überwiegt. Was bringen Religionen ihren Anhängern denn nun wirklich bei und wie ist denn durch diese Anhänger die Welt zum besseren verändert worden? Was kann man nach 4000 Jahren „Judentum“, 2000 Jahren Christentum, 1500 Jahren Islam für Fazite ziehen? Nun, die Menschenwelt hat sich nicht wirklich zum besseren gewandelt. Gerade die letzten 150 Jahre sprechen eine wahrlich deutliche Sprache. Dietrich Bonhoeffer sagte einmal sehr treffend: Vor und mit Gott leben wir ohne Gott. Genau das ist der Punkt für mich, wie leben wir Gott? In Theologischen Grundsatzdiskussionen? Ob Gott nun einzig, oder dreieinig ist, ob wir Shabbat halten müssen oder den Sonntag oder Freitag, oder welches Getier unseren Mund füllen darf und was nicht, ob wir Menschenopfer brauchen zur Sündenvergebung oder nicht, ob Moslems, Juden oder Christen die besseren Auserwählten sind, oder wer nun die Auserwählten Gottes wirklich sind und wer nicht, etc, etc. Letztlich dreht sich dieses Karussell schon tausende von Jahre und fand seine Vorläufer in vielen anderen alten Religionen, wo auch schon wichtig erschien Kriege zu führen, um zu beweisen welcher Gott nun der Stärkere und Richtigere ist.
All das ist Wesensbestandteil von Religionen und wird als Grundlage vermittelt, was bitte hat all das mit Gott Glauben zutun?
Es wird einem Menschen, wenn er es wirklich ernst mit Gott meint wohl nichts anderes übrig bleiben als sich diesem Gott ganz persönlich zu stellen, ein Punkt den auch einst der Rabbi aus Nazareth ansprach.
Das du Gott in deinem Dasein erfährst ist ein Bestand, denn du nur selbst – ganz persönlich für dich – beurteilen kannst. Unbesehen glaube ich das jedoch, denn ich traue Gott fast alles zu. Selbst, dass Gott in allen Religionen gleichwertig wirkt.
Absalom




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