Nun kann man diese Verse sehr wohl gegen alle anderen anders lautenden und deutenden Aussagen der Bibel, insbesondere gegen die Lehre vom AT und von Jesus stellen, oder versuchen diese auch im Kontext zu verstehen.
@ Alef:

Aber genau hierin liegt ja das Problem! Du sagst: Ich verstehe das A. T. so, dass der Messias nicht göttlich ist – und dementsprechend interpretierst du auch Phil 2,6-7. Ich fange am anderen Ende an: Phil 2,6-7 zeigt die Göttlichkeit des Messias auf, und darum müssen alle anderen Texte in diesem Licht interpretiert werden. Wir gehen auf die gleiche Art vor, setzen aber jeweils ein anderes Verständnis von einem bestimmten Text voraus.

Da du aber ohnehin nicht an die Unfehlbarkeit der Bibel glaubst und die Bibel, bestehend aus A. T. und N. T., schon gar nicht als eine Gesamtheit siehst, sondern, wie jedes andere Werk, das in der Geschichte der Menschheit verfasst wurde, als ein Produkt, das einem bestimmten kulturellen Rahmen entstammt und nur unter kritischer Analyse verstanden werden kann, darf ich von dir auch nicht erwarten, dass du die Bibel durch die Bibel auslegst.

Da für mich sowohl das A. T. als auch das N. T. von Gott inspiriertes heiliges Wort ist – weit erhaben über jeden menschlichen kulturellen oder historischen Einfluss – und ewige Wahrheiten enthält, die zu jeder Zeit von jedem wahrheitsliebenden Menschen verstanden werden können (nicht: müssen), glaube ich, dass man die Bibel nur dann richtig verstehen kann, wenn man sie sich selbst auslegen lässt. Nichts in ihr darf so interpretiert werden, dass Widersprüche entstehen, denn sie kann nur als Ganzheit verstanden werden und muss entsprechend ausgelegt werden.

Weil wir von zwei verschiedenen Voraussetzungen ausgehen (du meinst, die Bibel sei ein kulturelles Werk, das von menschlichen Vorstellungen antiker Zeiten beeinflusst sei und nur im Kontext ihrer Entstehungszeit verstanden werden könne, wobei auch mit Widersprüchen zu rechnen sei; ich meine, sie ist Gottes heiliges Wort, über jedes andere Werk, von Menschen geschrieben, erhaben und für alle Zeiten von bleibendem Wert), werden wir wohl auf keinen »grünen Zweig« kommen. Du verstehst, was ich meine. ;-)

Liebe Grüße
Chrischi