Wie dem auch sei. Ich habe nicht die Absicht, hier mit möglichst guten Argumenten aufzutrumpfen. Für Eure Projekte in Indien wünsche ich Euch nach wie vor ganz viel Kraft und Weisheit. Es ist gut, dass die Menschen dort Eure Hilfe erfahren. Und wenn Ihr die Situation vor Ort so einschätzt, dass es erst mal besser ist überhaupt etwas zu tun, dann liegt darauf ganz viel Segen und ihr werdet den "Lohn" (bitte nicht materiell verstehen) für Eure Arbeit garantiert erhalten.
Wir geben immer das weiter, was in uns ist. In mir ist in aller erster Linie das Neue Testament. Ich sage nicht, dass ich nicht auch Hindu- oder Moslemkinder und/oder Bewohner ins Herz schließen könnte, sondern ich sage nur, dass der Drang, ihnen von Jesus zu erzählen für mich überwältigen würde, wenn ich in einem hinduistischen Tempel eine Jesusikone sähe. Vielleicht müsste ich lernen, zu dieser fremden, bunten Kultur, die in sich vermengt und grenzüberschreitend zugleich ist, einen Zugang zu finden. Doch im Herzen bliebe ich meinen Ursprüngen treu und fände mich selbst leicht verwirrt zwischen all den Göttern wieder. Das heißt aber nicht, dass es zwangsläufig allen Mitteleuropäern so gehen muss. Zum Schluss frage ich mich, was "Freiheit" bedeutet, denn es heißt ja: "Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit." Indien ist von hier aus gesehen weit weg. Hat es was mit Freiheit zu tun, dort zu sein? Ist das Reisen in eine andere Zeit bzw. eine andere Welt befreiend? Es gibt ja viele Menschen, die ein gewisses "Fernweh" in sich spüren, also Sehnsucht nach einer Lebensweise, die hier in Deutschland vielleicht nicht möglich ist.
Die Freiheit gehört wohl zu den Grundbedüfnissen des Menschen. Doch wie werden wir wirklich frei?