Zitat Zitat von manlovi Beitrag anzeigen
Was passiert im Inneren eines Menschen, wenn er all diese Bilder und Vorstellungen von Gottheiten in sich trägt? Da gibt es schöne, strenge, häßliche, feuerspukende Götter. Wo kann da der Frieden sein? Wo wird da die persönliche Beziehung zu einem Gott hergestellt? Wo findet sich das Gefühl der Annahme? Sicher steht einer dieser Gottheiten für Liebe, Geduld und Freundlichkeit und all das? Ist denn die Zerstörung auch eine Gottheit nach hinduistischem Glauben? So sieht es für mich aus, wenn ich das Bild betrachte.
Sicherlich ist die Zerstörung auch ein Aspekt Gottes.
Aber Zerstörung ist ja aus sich selbst heraus weder gut noch schlecht.
Erst unsere Anhaftung macht aus der Zerstörung etwas Schlechtes.
Ohne den Tod könnte es auch keine Geburt geben.
So ist Shiva der Zerstörer.
Aber Shiva zerstört auch das Ego, das uns von Gott trennt.

Hier ist das Göttliche eben Alles.
Aber Angst braucht man deswegen nicht zu haben.
Angst hat man immer nur um das, was vergänglich ist.
Da wo Angst ist, das ist ja auch wieder Maya (Täuschung) im Spiel.

Schau mal im Christentum:
Da wird polarisiert: Gott und Teufel.
Nun kann gesagt werden:
Gott = Gut
Teufel = Böse
dann tritt aber die Schwierigkeit auf: "Was hat das Böse böse gemacht?"
Die Möglichkeit Böse zu sein muss älter sein, als das Böse.
Somit kann das Böse nicht das Böse erschaffen haben.

Des weiteren:
Auch der Gott, der doch das Gute verkörpert, ist in manch einen christlichen Gottesbild wieder eifersüchtig, rachsüchtig und eingeschnappt, wenn er nicht gelobt wird.
Dies sind jedoch Aspekte, die nicht als "Gut" bezeichnet werden könnten.

Legen wir nicht unseren Wertmaßstab an, wenn wir andere Kulturen betrachten. Denn mit einer gewissen Selbstkritik erkennen wir häufig, dass das, was uns am anderen Glauben stört auf eine andere Weise in unserem Glauben ebenfalls vorkommt.