Liebe/r manlovi,

חנוך Enoch, bzw. Chanoch (Henoch) gilt im Jüdischen als gerechter Mensch, ähnlich wie später auch Noach. Der Ewige würde gerechte Menschen vorgeblich anders behandeln als ungerechtere Menschen. Wie Mosche (Moses) und Elijahu (Elias) starb Chanoch nicht, sondern durfte von dieser Welt auf eine Weise gehen welche G“tt Nahestehenden angemessen ist.

Chanoch weist babylonische Parallelen auf und ist ebenfalls mit Mahalal’el vergleichbar. Es gibt nur noch Bruchstücke vorbiblischer Steintafeldokumente, welche von g“ttlichen Menschen berichten. Zu vermuten ist, dass Chanoch zu dieser Linie g“ttlicher Menschen gezählt werden kann und dass schon während der Aufnahme in die Tora nur noch wenig von diesen so bezeichneten g“ttlichen Menschen bekannt war. Juden haben die Chanochgestalt zumeist nicht tiefer beleuchtet und ihn eben als gerechten und besonders vom Ewigen behandelten Menschen verstanden.

Erst im 3. Jahrhundert vor der Zeitrechnung entstanden zumeist aramäisch geschriebene Chanochabhandlungen welche auch einen Weltuntergang umschreiben und aus diesen wurden vermutlich viele Inhalte mit in die christliche Apokalypse übernommen. Der dort erwähnte Henoch bezieht sich zwar auf den in der Tora erwähnten gerechten Henoch, aber man kann deutlich in den ältesten äthiopischen Schriften, welches man Henochbch nennt erkennen dass dort keine Quellbezüge zum Chanoch aus der Tora verwendet wurden. So entsprechen auch die aramäischen Textfragmente des Henochbuches, welche zusammen mit den Qumranrollen gefunden worden eher mystisch philosophischen Betrachtungen und Einflechtungen des Chanoch’s aus der Tora.

So begannen damalige Juden Eenoch, als den zu betrachten welcher während seines irdischen Daseins in den Himmel entrückt wurde und dem so alle himmlischen und göttlichen Geheimnisse offenbart wurden. Also als einen der eine Art himmlische Erleuchtung besaß. Dies aber entspricht einem nachträglichen hinzudichten von Eigenschaften, welche selbst nicht von der Tora überliefert wurden. Enoch wurde somit zum Synonym von mystischen Sehern in einigen jüdisch religiösen Abzweigungen.

Weit intensiver verformte man den Chanoch aus der Tora in dem heute noch erhaltenen christlich slawischen Henochbuch und später wurde dann auch ein hebräisches Henochbuch geschrieben, welches gut und gerne frühjüdisches und externjüdisches Henochgut mit aufgenommen hat.

Man kann sagen, dass im jüdischen und sowohl auch im Christlichen derart viel von Henoch behauptet wird und es eine jahrtausende alte verwirrende unterschiedliche Textfragmentenquellenlage und spätere angebliche original Abschriften gibt, dass es nüchtern gesehen keine stimmige Aussage zu Henoch mehr geben kann.

Wer sich auf Henoch und Henoch-Typ bezieht kann alles behaupten und viel Material aufweisen und dennoch in einen Schwamm greifen der nichts und alles zu läst.

Daher schließe ich mich der jüdischen Meinung an, welche besagt, dass Chanoch in der Tora als Gerechter genannt wird und ohne zu sterben zu G“tt entrückte und man von ihm aber nichts weiteres weiß, aber Unmengen von jüdischen und nichtjüdischen Textmaterial und noch mehr Meinungen besitzt.

Shalom

Isaak