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  1. #21

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    @ bonnie

    Ich hole mal etwas weiter aus.

    Einen großen Teil seiner Streitgespräche führte Jesus um eher alltägliche/weltliche Belange. Hier kommt nun jemand zu ihm, der offenkundig weder S kein Streitgespräch mit ihm führen will. Vielmehr erkennt er Jesus als einen Lehrer an. Nikodemus bringt dies mit Worten zum Ausdruck.
    Jesus geht nicht darauf ein, sondern beginnt spricht darüber, das Reich Gottes zu sehen. Er scheint Nikodemus vermitteln zu wollen, dass es nicht darauf ankommt, Wunder zu vollbringen. Worauf es ihm ankommt ist die Notwendigkeit einer Neugeburt. Auch hier missversteht Nikodemus ihn zunächst. Offenbar sieht Nikodemus sich vorrangig als physisches Wesen. Jesus erklärt ihm, dass es sich um eine geistige Erneuerung handle.
    „niemand ist gen Himmel aufgefahren außer dem, der vom Himmel herabgekommen ist, nämlich der Menschensohn“ Wer sich das Reich Gottes/den Himmel erschließen will, muss seine Heimat im Himmel gehabt haben, bevor er sich inkarnierte und ein Menschensohn / eine Menschentochter wurde. Dieses Menschenkind muss nun wieder zum Gottessohn / zur Gottestochter erhöht werden.
    Gott hat die Welt so geliebt / ist so mit ihr verbunden, dass er die Gottessohn-tochterschaft in die Welt hineingelegt hat. Es geht nicht darum, sich (dauerhaft) von der Welt abzukehren, sie (als schlecht) zu richten. Sondern darum seine Gotteskindschaft tief innerlich anzunehmen (das Menschkind zum Gotteskind zu erhöhen) und die Welt zu gestalten.
    Kann ein göttliches Wesen noch verwirrt, hilflos oder deprimiert sein?
    Diese Lehrrede hat Ähnlichkeit mit dem Gleichnis vom verlorenen Sohn (Kind). Auch dort muss das Kind sich neu orientieren. Von der Welt zu Gott. Und auch dort ist kein Rückzug aus der Welt gemeint, denn das Fest findet auch bei Gott (Vater) statt. Es geht um die innerliche Ausrichtung.

  2. #22

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    Hallo ld_ky,

    oh jetzt geht mir ein ganzes Lichterfest im Kopf auf- ich hatte bisher noch keine Zeit, um (was ich eigentlich sonst immer schrecklich finde, wenn man es nicht tut, schäm) das selbst im Kontakt nach zu lesen.

    Mich ärgert mein Versäumnis umso mehr (über mich selbst gerade).

    Das nächtliche Gespräch mit dem Obersten Nikodemus- ja da muss ich mich kurz schämend in mir sammeln und melde mich sobald ich wieder klar denke.

    liebe Grüße
    bonnie

  3. #23

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    Auch jener "namenslose" Schriftgelehrte welcher zu Jesus sagte:

    "... Gott zu lieben von ganzem Herzen, von ganzem Gemüt und mit aller Kraft, und seinen Nächsten lieben wie sich selbst, das ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer." [Mk 12,33]

    ... zeigt daß es natürlich auch innerdhalb des damaligen Klerus Ausnahmen gab.


    "Da Jesus sah, dass er verständig antwortete, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes." [Mk 12,34]


    Kein Volk, noch dessen Kleriker, lassen sich 100%-Verallgemeinern. Es gibt eigentlich immer nur Strömungen.

  4. #24

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    Zitat Zitat von Net.Krel
    ... zeigt daß es natürlich auch innerdhalb des damaligen Klerus Ausnahmen gab.
    Die Markusstelle, die Du da zitierst, zeigt, dass der Schriftgelehrte genau wie Jesus Schüler Rabbi Hillels war. Eine der Hauptströmungen im damaligen Judentum.

  5. #25

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    Also wenn ich eure Beiträge richtig verstehe sagt ihr quasi daß das damalige Judentum mit Jesus+seiner Nachfolgeschaft im groben und ganzen ja doch recht im Einklang war.

    Oder?

    Während ich eher die Position vertrete: Der tonangebende Klerus des damaligen Judentum... und Jesus+Nachfolger... waren miteinader so unvereinbar... daß er von diesen als False-Prophet und Gotteslästerer ... zum Tode verurteilt wurde.



    ...



    "Der babylonische Talmud (Entstehung des babylonischen Talmuds – der Mischna ca. 2. Jhdt. n.Chr.) berichtet in Sanhedrin 43a wie folgt von Jesus:

    Er wird meist nur mit „jener Mann“ beschrieben.

    Zudem wird er als falscher Prophet, Verführer Israels, der Zauberei trieb, der über die Weisen spottete und fünf Jünger hatte, dargestellt.

    Am Vorabend des Pessach sei er gehängt worden, nachdem sich nach einer vierzigtägigen Suche kein Entlastungszeuge für ihn finden ließ (Mk. 14,53-64).

    Die Herkunft Jesu wird als Fehltritt Marias gedeutet.

    Demnach habe sie sich mit einem römischen Legionär eingelassen; das dabei entstandene Kind wurde dann dem „Heiligen Geist“ zugeschrieben.

    Dementsprechend war Maria für die talmudischen Rabbiner eine „Hure“.

    Jesus sei somit durch den römischen Vater „nicht nur ein Bastard, sondern der Sohn eines Nichtjuden“ gewesen.

    Die im Neuen Testament erwähnte Abstammung von König David könne er demnach nicht beanspruchen.

    Diese Erwähnung, wie auch der „Messias“ und „Sohn-Gottes-Anspruch“, waren für die Autoren des Talmuds reiner Betrug.

    Jesus wird als Promisk (sexuell freizügig) dargestellt, der mit einer Prostituierten verkehrt haben soll.

    Dies beweise – so die Auffassung gewisser Rabbiner, dass er kein Prophet gewesen sein könne."


    ( Quelle: Institut für Israelogie, http://www.israelogie.de/2014/was-de...n-ueber-jesus/ )

    Also nicht daß ich obigen Text zustimmen würde. Aber er zeigt imho auf... wie Jesus damals vom tonangebenden Klerus gesehen wurde.

  6. #26

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    @ Net.Krel

    Fakten bleiben Fakten. Es gab zu Jesu Zeit neben anderen Strömungen zwei große pharisäische Schulen. Die Schule Hillels und die Schule Schammais. Wenn Du Dir die Positionen Jesu mit der von Rabbi Hillel anschaust, wirst Du eine hohe Übereinstimmung finden. Und wenn Du Dir die Positionen von Jesu Gegnern anschaust, wirst Du große Übereinstimmungen zu den Lehren von Rabbi Schammai finden.
    Die Opposition Jesus versus "die Juden" ist eine (Text-)Erfindung späterer Zeit.

    Gruß
    LD

    PS: Wikipedia ist nicht unfehlbar, aber manchmal ein guter Ausgangspunkt für Recherchen: https://de.wikipedia.org/wiki/Hillel
    Geändert von ld_ky (31.08.2018 um 19:23 Uhr)

  7. #27

    Standard

    hallo ld_ky

    Positionen Jesu mit der von Rabbi Schammai anschaust, wirst Du eine hohe Übereinstimmung finden
    leise reinflüstere... kann es sein, dass du dich vertippt hast und Rabbi Hillel meinst?

  8. #28

    Standard

    @ bonnie

    Danke! Habe es mal geändert.

    Gruß
    LD

  9. #29

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    kein Ding, gern :-)

    liebe Grüße
    Bonnie

  10. #30
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    Hiho,

    ld_ky schrieb: Die Markusstelle, die Du da zitierst, zeigt, dass der Schriftgelehrte genau wie Jesus Schüler Rabbi Hillels war. Eine der Hauptströmungen im damaligen Judentum.
    Also da wüsste ich doch zu gerne, wie man ernsthaft behaupten kann, dass Jesus Schüler von Rabbi Hillel gewesen sein soll? Weil er gewissen Positionen von ihm Nahe steht? Mhmm, bzgl. des Themas Ehescheidung ist Jesus aber deutlich näher bei Rabbi Schammai (Matthäus 19,1-12). Und biblisch überliefert ist einzig die Nähe Jesu zu Johannes dem Täufer. Was nun?

    LG
    Provisorium
    Gott ist ein Gott der Gegenwart. Wie er dich findet, so nimmt und empfängt er dich, nicht als das, was du gewesen, sondern als das, was du jetzt bist. (Meister Eckhart)


 

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