Hallo net.krel,

Wenn ich Dich richtig verstanden habe sagst Du daß man sich auf sein Inneres nicht verlassen kann bzgl. "Fragen an Gott"...
sondern viel mehr zB auf die Bibel... sie aber nur nicht wörtlich auslegen.

Daher Du Dich weniger auf das eigene Bewustsein konzentrierst "Gott im Herzen zu hören" (<-- nichts anderes verstehe ich unter "Inspiration").... sondern? ... auf "die Schriften" anderer und dann eben darüber...

Uralte Schriften älter als 2000 Jahre... aus einer (uns in der Entwicklung nachstehenden) Kultur und Zeit .... die wir heute kaum mehr nachvollziehen können und der Theologische Streit um die "rechte Deutung" genauso alt ist.

Berichtige mich aber gerne falls ich Dich falsch verstanden habe aber so kam das bei mir an.
Also jetzt musst du mir aber bitte wirklich mal erklären, wieso mein Post so bei dir angekommen ist. Bitte erkläre es mir! Ich verstehe es nämlich nicht im Geringsten!

Ich schrieb doch, dass ich persönlich Spiritualität als die Ganzheit des Menschen und seines Lebens betrachte. Und dass das Bewusstein lediglich ein kleiner Teil dieser Ganzheit ist, habe ich ja auch versucht zu verdeutlichen. Dementsprechend kann doch auch unmöglich irgendein anderes Phänomen des Lebens, z.B. die Bibel, das ganze Menschsein und sein ganzes Leben umfassen.

Das hat auch mit Verlässlichkeit nur ganz am Rande zu tun, sondern viel mehr mit Offenheit für alle Phänomene des Lebens, ohne dem Bewusstsein dabei jetzt irgendeinen Vorrang einräumen zu wollen (aber natürlich auch nicht der Bibel).

Du definierst Inspiration als das Hören Gottes in deinem Herzen und sorry, aber das ist mir persönlich viel zu schwammig. Was hört man denn, wenn man in sein Herz hört? Mit was wird man denn konfrontiert, wenn man auf sein Herz hört? Und wieso soll es eigentlich Gott sein, den man da hört, wenn man auf sein Herz hört? Das ist mir alles nicht klar.

Wenn ich hingegen die Phänomene des Lebens und des Menschseins in ihrer Gesamtheit betrachte und mich dafür öffne, dann wird das Innere begrifflich viel fassbarer. Da begegnet man dann z.B. seinen Affekten, die ich ja auch bereits thematisierte. Gefühle wie Scham, Schuld, Angst, Zorn, Neid, Liebe, Zuneigung und was weiß ich noch alles. Und vieles davon vollzieht sich eben nicht bewusst, sondern im Unbewussten und kommt nur ganz gelegentlich mal an die Oberfläche.

Gerade um sich diesbezüglich besser kennen- und verstehen zu lernen, können z.B. biblische Texte sehr hilfreich und nützlich sein (nützlich nennt es die Bibel selbst in 2.Tim. 3,16). Aber wie gehst du denn z.B. mit deinen Ängsten um, wenn du Angst in deinem Herzen verspüren solltest? Oder Zorn, oder Wut? Was an der Angst, dem Zorn und der Wut inspiriert dich denn? Und inwiefern tut es das? Das sind für mich alles Fragen die sich ganz einfach allein anhand des "Tipps", man sollte Gott in seinem Herzen hören, nicht beantworten lassen. Und die Bibel zeigt zumindest schon einmal Situationen auf, in denen Menschen Angst hatten, oder wütend und zornig waren und wie sie dann damit umgegegangen sind und wie Gott darauf reagierte. Das finde ich zumindest schon einmal ein bisschen hilfreicher, als deine letztlich völlig undefinierte Rede vom Innen. Deshalb bin ich schlussendlich leider der Meinung, dass hisichtlich deiner Definition von Inspiration, Bewusstseinserweiterung und Spiritualität, der Mensch letztlich völlig in der Luft hängt. Sorry, ist wirklich nicht böse gemeint. Es sagt mir halt einfach nur nix, bzw. zu wenig. In der Bibel erfahre ich da jedenfalls mehr drüber....

Ein Misstrauen der eigenen Intuition oder Herzen jedoch... bedeutet gleichzeitig daß man sich dazu nicht in der Lage sieht... man misstraut sich in gewisser Weise selbst... und man deshalb auf zB anderes - primär - lieber zurückgreift... eben zB auf "uralte als heilig geltende Schriften"... und dort dann halt nach "der Wahrheit sucht" anstatt in seinem Herzen und inneren wo ja Gott vor allem innen drinnen auch wohnt.
Noch so ein Gedankensprung, den ich leider nicht nachvollziehen kann. Nirgendwo habe ich etwas von Misstrauen geschrieben, sondern ich hatte lediglich in dem anderen Thread die Frage gestellt, weshalb du deine Intuition, bzw. Inspiration für verlässlicher hältst, als z.B. biblische Schriften. Damit ist aber nicht gesagt, dass du deiner Intention/Inspiration misstrauen solltest. Ich würde nur gerne mal verstehen was das überhaupt konkret sein soll und weshalb du es offensichtlich nicht für möglich hältst, dass dich deine Intention/Inspiration evtl. auch täuschen und auf einen völlig falschen Weg schicken könnte?

LG
Provisorium