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  1. #171

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    Zitat Zitat von Provisorium Beitrag anzeigen
    Schönen guten Morgen,

    En masse. Im Grunde hat ja jeder Text und jedes Wort eine mehrfache Dimension und dabei sicher auch immer eine solche, die in einem Menschen etwas zum Klingen bringen kann. Ernest Hemingway z.B., der ja als besonders talentierter Kurzgeschichten-Autor galt, wurde einmal gebeten, die kürzeste Kurzgeschichte zu erzählen, die er kenne. Und er erzählte dann, dass er einmal mit einem Boot auf einem Fluss unterwegs war und ihm dort diese Geschichte begegnete. Sie stand auf einem Schild am Ufer, sagte er und lautete: "For Sale: Baby Shoes unused."
    Hallo Provisorium,

    solche Texte meinte ich eigentlich nicht. Hemingway war ja kein Mensch, der einen spirituellen Weg ging. Er vermittelte auch kaum höhere Einsichten, obwohl er in einem seiner Romane ein eigenes Nahtoderlebnis schildert. (Übrigens habe ich früher als ich noch rein weltlich gesinnt war, Hemingway recht gern gelesen).

    Ich sag mal so: Jedwede Gemeinschaft, es muss also keine religiöse sein, kann leider auch zu dem werden, was du hier als Gefängnis beschrieben hast. Eine selbständige und bewusste Auseinandersetzung mit dem was man Leben nennt und wonach sich der Suchende ausstreckt, ist nämlich ganz grundsätzlich notwendig. Religiöse Gemeinschaften können deshalb auch durchaus hemmend wirken, sollte man tatsächlich sein Heil in diesen Gemeinschaften suchen, aber ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass die Menschen in der Regel ihr Heil in der Gemeinschaft suchen. Ich glaube vielmehr, dass sie in aller Regel Gott gemeinsam mit der Gemeinschaft suchen.
    Ich habe den Eindruck, dass die christlichen Gemeinschaften eher für viele ein Ruhekissen darstellen. Da meint man nicht mehr ernsthaft suchen und fragen zu müssen. Existentieller Ernst ist da kaum feststellbar.

    Das kann, muss aber nicht so sein. Ich kenne durchaus Menschen, die in sich keinen Frieden zu finden vermochten, sondern immer nur Befindlichkeiten. Sie haben nicht die Erfahrung gemacht, dass einem alles als Gabe Gottes schmecken kann und schon gar nicht die Erfahrung des "je und immerdar". Sie tragen Schuld- und Schamgefühle aufgrund ihrer Lebenserfahrungen in sich und wenn sie sich mit ihrem inneren Menschen auseinandersetzen, begegnen sie auch beständig der Schuld und der Scham. Ganz so einfach ist das deshalb meiner Erfahrung nach einfach nicht. Man kann nicht salopp sagen, dass man sich nur nach innen kehren muss und schon wird alles gut, oder zumindest beständig besser.

    LG
    Provisorium[/COLOR][/FONT]
    Schuld und Scham ist ja erst einmal die Grenze zum Inneren. Das muss ja überwunden werden, um zum Frieden kommen zu können.

    LG,
    Digido

  2. #172
    Registriert seit
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    Standard

    Hallo Digido,

    solche Texte meinte ich eigentlich nicht. Hemingway war ja kein Mensch, der einen spirituellen Weg ging. Er vermittelte auch kaum höhere Einsichten, obwohl er in einem seiner Romane ein eigenes Nahtoderlebnis schildert. (Übrigens habe ich früher als ich noch rein weltlich gesinnt war, Hemingway recht gern gelesen).
    Ja, da hast du recht, Hemingway ging weniger einen spirituellen Weg, als vielmehr seinen Weg mit Spirituosen...:-))

    Aber ich hatte bewusst einen "ganz normalen Schriftsteller" genannt, weil ich verdeutlichen wollte, dass das, was einen Menschen mit seinem Innen (seiner Spiritualität, seinen Emotionen...) in Berührung bringen kann, keine bestimmten "hochheiligen und tiefsinnigen" Texte sein müssen. Ich hätte natürlich auch die Bibel, die Veden, die griechischen Mythen, buddhistisches, hinduistisches, sufistisches oder oder was weiß ich was für Texte nennen können, aber das hätte dann den Eindruck erweckt, als läge die innere, die spirituelle Dimension im Text verborgen. Dort liegt sie aber niemals, sondern sie liegt ausschließlich im Menschen und der Mensch kann sich diese Dimension schlussendlich in allem erschließen - also auch grundsätzlich in jedem Text.

    Ich gebe zu, dass das Mandelkuchenrezept meiner Mutter zunächst einmal keine tiefere spirituelle Dimension zu beinhalten scheint, aber spätestens wenn der Kuchen dann im Ofen backt und sich sein Duft in der Wohnung verteilt, wird das Tor zur Spiritualität sehr weit aufgeschlossen. Das liegt daran, weil Spiritualität zutiefst mit unserer Ganzheit als Mensch in Verbindung steht. Und da gehören Gefühle, Gedanken, Erinnerungen, Sinneswahrnehmungen und eben auch die Erfahrung des Kuchenbackens und das dazugehörige Rezept dazu.

    Ich habe den Eindruck, dass die christlichen Gemeinschaften eher für viele ein Ruhekissen darstellen. Da meint man nicht mehr ernsthaft suchen und fragen zu müssen. Existentieller Ernst ist da kaum feststellbar.
    Das kommt natürlich sehr auf die Gemeinschaft an. In vielen Fällen wirst du da sicher recht haben. Aber dann wird es auch diese Fälle geben, die es wirklich sehr ernst nehmen und die mir persönlich dann aber auf ganz andere Art und Weise sehr suspekt sind. Existentieller Ernst kann leider auch sehr nah mit nicht mehr ganz so gesunden Verhaltensweisen einher gehen. Wenn die Gemeinschaften zumindest schon einmal insofern "funktionieren", dass man sich gegenseitig hilft und füreinander da ist, ist schon mal sehr viel erreicht, finde ich.

    Schuld und Scham ist ja erst einmal die Grenze zum Inneren. Das muss ja überwunden werden, um zum Frieden kommen zu können.
    Ich denke das ist ein lebenslanger Prozess und man kann nur hoffen, dass einem dieser Lösungsprozess nicht unnötig schwer gemacht wird und man nicht beständig auf's Neue belastet wird. Und ich fürchte, dass der Imperativ "du musst das überwinden" eventuell auch problematisch sein kann, weil sich, wenn's dumm läuft, dann sogar noch Versagensgefühle auf die Scham- und die Schuldgefühle setzen können.

    LG
    Provisorium
    Gott ist ein Gott der Gegenwart. Wie er dich findet, so nimmt und empfängt er dich, nicht als das, was du gewesen, sondern als das, was du jetzt bist. (Meister Eckhart)

  3. #173

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    Hallo Provisorium,

    ich denke. einen Weg kann man nur existentiell gehen. Entweder bleibt man im Elend (ohne dass man das unbedingt als solches erkennen muss) oder man will da raus. Dass das nicht immer leicht sein dürfte, ist klar. Erlöst wird man auch nicht durch ein bisschen Innerlichkeit, sondern nur im Bewusstsein, dass man eine unsterbliche Seele ist oder überhaupt, dass alle Anhaftungen an etwas Äußeres Leid bringen muss (was ja sehr schön Buddha aufzeigte). Die Schwierigkeiten auf dem inneren Weg ergeben sich ja häufig dadurch, dass man nicht einsehen will, dass man loslassen und so ganz gelassen werden kann. Auf dem inneren Weg kann natürlich auch nichts erzwungen werden. Es ist also etwas, das ganz auf Vertrauen und Einsicht baut.

    LG,
    Digido

  4. #174
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    In jedem Menschen ist der Göttliche Geist,
    ohne diesen würde es den Menschen, jeden einzelnen, nicht geben.
    Der Göttliche Geist ist auch das Wort Gottes,
    also auch die Bibel,
    demnach in jedem Menschen enthalten.

    Ebenfalls ist ein Christus in jedem Menschen und,
    so ist es nun mal,
    auch ein Judas Iskariot mit seinen abstrusen Gedankengängen,
    die hier so oft vertreten werden.

    Nachdem nun dieser innere Judas den inneren Christus verraten hat,
    mit der Behauptung, Christus wäre gar nicht gestorben und die Bibel ohnehin nur Menschenwerk
    und den Boten könne man von seiner Botschaft trennen,
    ist es nun an der Zeit, den inneren Judas das erleben zu lassen, was er in der Bibel auch vorführt.

    So kann denn fröhlich dieser Erde gestorben werden,
    weil es hernach die Auferstehung und die Himmelfahrt geben wird.

    Wer aber an den abstrusen Gedankengängen hängen bleibt, der betrügt sich selber um diese Erlösung, Auferstehung und Himmelfahrt.
    Alles was zu Christus lenkt bringt Geist und Lebendiges Leben


 

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