"Es war einmal ein mächtiger König, der wurde so krank, dass ihm keiner seiner Ärzte helfen konnte. So schickte er nach dem Weisesten seines Reiches und fragte ihn: "Was kann ich tun, um wieder gesund zu werden?" Und der Weise sagte: "Was Dir fehlt, ist das Hemd eines Glücklichen. Trage das Hemd eines Glücklichen, und Du wirst wieder ganz gesund."

Der König schickte sofort seine Reiter in das Land, damit sie ihm das Hemd eines Glücklichen bringen sollten. Die Reiter fragten jeden, den sie trafen, ob er glücklich sei. Der eine sagte, er sei so arm, dass er nicht glücklich sein könne. Der andere meinte: "Ich habe gerade mein Kind verloren; wie kann ich da glücklich sein?" Und wieder ein anderer sagte: "Ich habe alles, was man sich wünschen kann. Ich bin zwar zufrieden; aber glücklich, glücklich bin ich nicht." Und so kehrten die Reiter enttäuscht in den Palast zurück.

Ein Reiter fand im entferntesten Winkel des Reiches einen armen Mann auf dem Feld bei der Arbeit. Als er ihn fragte, oh er glücklich sei, sagte er: "Ja, ja, wenn Du mich so fragst, ich bin glücklich." Da war auch der Reiter sehr glücklich, dass er endlich einen Glücklichen gefunden hatte und seinen Auftrag erfolgreich ausführen kannte.

So sagte er zu dem armen Mann: "Gib' mir dein Hemd für den König." Aber da sagte der arme Mann: "Ich habe gar kein Hemd."
Und mit dieser Botschaft kehrte der Reiter zu seinem König zurück. Der aber erkannte, dass man Glück nicht haben kann, und dass jeder alles hat, um glücklich zu sein. Als er dies erkannte, war er wieder gesund." (K.T.)


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