Zitat Zitat von saved
2.denke ich, dass du mich gut genug "kennst", um zu wissen, dass ich zwar ziemlich stur sein kann, es aber unterm Strich keinesfalls böse meine - okeeeey, manchmal verrenn ich mich halt ein bischen..
:-D Ein kleines bisschen stur? Das würde ich nicht sagen. Vielleicht manchmal eine Spur heißblütiger als ich. Aber das ist auch gut so.^^ Ich würde auch nicht sagen, dass du dich verrennst, aber ohne dir zu nahe treten zu wollen, habe ich aus deinen Formulierungen und deinen Bemerkungen heraus auch den Eindruck, dass du da vielleicht durch eigene Erfahrung vorbelastet ein etwas … sagen wir kritischeres Männerbild hast. Wäre das möglich?
Wie dem auch sei… ich verstehe deine Bemühungen und wie ich schon eingangs sagte, rein aus biblischer Perspektive wäre meine Lebensweise nicht zu empfehlen und würde dazu führen, dass man im „Endspiel“ vom Platz gestellt werden könnte. Wobei das vermutlich primär für die gilt, die überhaupt aufgestellt werden und nicht schon aufgrund einer fehlenden Bekehrung gar nicht erst in die Auswahl kommen.^^

Zitat Zitat von saved
* kurz z. Kontext.. Beispiel zum Thema Bibel wortwörtlich: durch die langen Texte, verliere ich manchmal den Faden, oder bin dann tw. in Gedanken schon b. nächsten Punkt, entschuldige... :-)
Kein Grund dich zu entschuldigen. Ohne diese Rückmeldung wird mir die Missverständlichkeit nicht bewusst und so hast du mir die Möglichkeit gegeben, mich nochmal verständlich zusammenzufassen.

Zitat Zitat von saved
* Thema Verantwortung = freut mich, dass ich so falsch gelegen hab, das mit den Vegetariern leuchtet mir ein..
:-D Und ich dachte bei dem Beispiel verdrehst du die Augen.^^ Es gibt denke ich immer solche Menschen und solche. Leider überwiegen oft jene, die in der Umsetzung einer Sache oder einer Idee vorrangig den eigenen Vorteil sehen oder sie gar zu diesem Zweck missbrauchen. Im Fall eines offenen Beziehungskonzeptes ganz sicherlich. Aber mit den meisten Idealen nicht anders. Das macht aber das Ideal nicht schlechter.

Zitat Zitat von saved
Darf ich dich nur noch eines fragen, Lior: ist dir in deiner Kindheit/Jugend der Glaube auch so aufgedrückt worden? War deine christl. Zeit forciert oder wirklich aus freiem Interesse? Natürlich nur, wenn du darauf kurz antworten magst.
Natürlich darfst du fragen. Nein, mir wurde der Glaube nicht aufgedrückt. Meine Eltern hatten ein hohes moralisches Empfinden und mich immer im Glauben an Recht und Gerechtigkeit erzogen. Aber mehr aufgrund humanistischer Werte, denn aus religiöser Überzeugung. Sie waren eher das was ich „Weihnachtschristen“ nennen würde. Erst in den letzten Jahren haben sie – meinem Eindruck nach durch viele gemeinsame Gespräche die wir miteinander führten – angefangen sich für religiöse Fragen bzw. das Christentum zu interessieren.
Meine christliche Prägung kam mehr von meinen Großeltern mütterlicherseits, die für mich auch eine gewisse Größe in meinem Leben hatten. Sie waren beide sehr gläubig und sehr aktive Christen – mein Großvater war über 70 Jahre in der Gemeindearbeit tätig, bis er sich aus gesundheitlichen Gründen zurückzog. Aber ich fiel schon in der Grundschule mit unbequemen Fragen auf, wenn mir eine Antwort zu selbstverständlich schien.^^ Und ich fand es damals öde nur Lieder singen zu müssen und Bilder biblischer Szenen auszumalen. Aber später in den höheren Schule hatte ich dann einen Lehrer, der meine Begeisterung wieder weckte. In der ersten Stunde fragte, ob wir in der Vergangenheit unsere Schulbibeln mit dem gebotenen Respekt behandelt hätten. Er ließ sich dann eine Bibel geben, schaute sie sich an, und wollte fast beiläufig wissen, ob und klar wäre, warum er gefragt hätte. Die Antwort fiel natürlich wie zu erwarten aus – die Bibel sei heilig und bei unserem früheren Lehrer (einem Pfarrer) gab es immer Tadel, wenn wir nicht sorgsam genug waren. Er nahm dann die Bibel, und fing an betont langsam sie in mehrere Teile zu zerreißen. Die Bibel selbst, sagte er, sei nur ein Buch. Ihm wohne nichts heiliges inne. Auch nicht der Druckerschwärze, und auch nicht den Buchstaben. Es sei ihre Botschaft, der die wahre Heiligkeit innewohne. Und die bedürfe eines Menschen, der sie aufnimmt und der sie lebt. Er ermunterte uns Passagen anzustreichen, Eselsohren einzuknicken, wenn uns eine Stelle gefiele. Er hat uns nicht aus der Bibel den Glauben unterrichtet, sondern ihn mit uns zusammen erarbeitet und uns vorgelebt. Das hat mich begeistert.
Später machte ich meine Konfirmation, half dem damaligen Küster und nach dessen Rückzug aus seinem Amt übernahm ich mit mit 16 die meisten seiner Pflichten, bereitete die Gottesdienste vor, läutete die Glocken und was sonst noch so dazugehört. Aber es führte auch dazu, dass ich Kirche, Gemeinde und Gottesdienst eher … wie sag ich… aus dem Backstagebereich kennenlernte. Als etwas auch zutiefst weltliches. Nicht mal die Reste des gesegneten Traubensaftes, der vom Abendmahl übrig blieb und den ich genüsslich aufbrauchte schmeckte großartig anders.^^ Kurz, bis zu meinem Wegzug aus meiner Heimatstadt war ich recht aktiv im Gemeindeleben. Aber mein ursprünglich eher konservativer Glauben mit Bibellese und allem was dazu gehört, wich damals schon mehr einem liberalen und eher praktisch veranlagten Glauben, der sich vor allem auch mit den Gegenpositionen zum Christentum und mit der Einsicht in die vermutliche Entstehungsgeschichte auseinandersetzte. Und dabei feststellen musste, dass die grundlegenden Werte des Christentums zwar zu befürworten sind, in seiner Gesamtheit aber weder über jeden Zweifel erhaben ist, sondern vielmehr sich berechtigter kritik stellen muss.
Diese Antwort ist zwar nicht ganz so kurz und knapp wie „nö, nicht erzwungen, war freiwillig“, aber vielleicht beantwortet sie deine Fragen etwas besser.^^