Zitat Zitat von Lior Beitrag anzeigen
...grundlegend kann man denke ich das Christentum in seinen Wurzeln aber auch über seine Zeit hinweg von einer gewissen lust- und auch lebensfeindlichen Haltung nicht ganz freisprechen. Und es hat in der Vergangenheit auch zu teils absurd anmutenden Bemühungen geführt, so haben christliche Gemeinschaften wie auch die Kirche über die Jahrhunderte einen Kampf gegen so manches geführt, dass uns Menschen Freude bereitet. Denk nur an den Film „Der Name der Rose“ den du kürzlich gesehen hast… obschon der Roman selbst fiktiv ist, sind es doch sehr viele der Zitate nicht, und tatsächlich gab es sogar ernstzunehmende Bestrebungen das Lachen zu verbieten, weil es die Angst und damit den Kern wahrer GottesFURCHT mindere. Und selbst heute noch gibt es christliche Gemeinschaften, die sich selbst Schmerzen zufügen, weil dies der Buse und der Askese dienen soll. Sexualität ist da also nur ein Aspekt, wenn auch sicherlich einer der Bedeutsameren.

Die Frage wieso das im Christentum so ist, die ist natürlich wieder unterschiedlich zu beantworten. Der Gläubige würde vermutlich dazu festhalten, dass diese Gebote uns aus Liebe Gesetzt sind, d.h. also ein Befolgen der Gebote in unserem Interesse steht und uns zum Besten dient. Von außen betrachtet stellt sich die Sache natürlich geringfügig anders dar.^^
hmm, die sogenannte "Lebensfeindlichkeit" liegt ja nun immer im Auge des Beteachters denke ich und an der Perspektive aus der man Dinge beleuchtet.
Ganz unvoreingenommen bist du ja dem "Christentum" gegenüber nicht (was ja auch nicht "schlimm" ist, und auch glaube ich, mich erinnern zu können, dass du oft und gern grenzwertige Extreme anführst, um Dinge "zu verdeutlichen"..

Aus der anderen Perspektive beteachtet - also die meine - haben die Gebote hinsichtlich der Beziehungen und Ehe immernoch eine nicht zu unterschätzende Schutzfunktion (wobei ich vom" Normalfall" und nicht dem Extrem einer negativen Ehe ausgehe :-) ).

Mir sind zB Menschen bekannt bekannt, zu denen ich zeitweise auch gehörte, die schlicht und ergreifend ausgenutzt wurden. In der Oberschule brüsteten die Jungs sich damit, wen sie wieder "rumgekriegt" - also Liebe vorgeheuchelt und Verkehr hatten - wobei ich froh war, solchem aus Vorsicht verschont geblieben zu sein.

Frauen wurden und werden wegen unerwünschter Schwangerschaft im Stich gelassen und "entsorgt", wie es auch Männern im umgekehrten Fall gehen kann, dass sie unerwünscht Vater werden, weil die Frau vorgab, die Pille zu nehmen. So ist die Ehe ebenso ein gewisser Schutz für Männer, die ihrer Vaterschaftsverantwortung gerecht werden und mit ihren Kind Gemeinschaft haben wollen. Desgleichen gibt es in meinen Augen viele Vorteile - mehr als Nachteile - die für eine Ehe sprechen, vorausgesetzt natürlich, man meint es erst miteinander und ist bereit, Verantwortung zu übernehmen.

.. und da ist der nächste Stichpunkt: Verantwortung übernehmen wollen... Viele Menschen wollen eine gute Zeit haben, aber sich ein Hintertürchen offenhalten, aus dem sie sich verabschieden können, wenn ihnen etwas nicht ins eigene Konzept passt, oder der Sexualpartner plötzlich unbequem wird, weil er plötzlich zu anhänglich wird, oder "Ansprüche stellt".. Denn wer weiß, ob sich nach längerer gemeinsamer Zeit es sich der Partner nicht doch überlegt und die offene Beziehung in eine monogame wandeln möchte. Ja, was dann?? Hält die(se) Liebe dem stand? Worauf ist man dann bereit zu" verzichten"? Auf die eigene Lust, die man nicht disziplinieren will - man vllt, Sorge hat, etwas zu verpassen, oder dass es "langweilig" werden könnte - oder auf den u. U. langjährigen Partner?
Und was könnte uns der Begriff "Lebensfeindlichkeit" in diesen Zusammenhängen sagen?.....
Versteh mich bitte richtig, es ist alles nicht auf dich/deine Partnerschaften persönlich gemünzt, ok..!?
Du kannst sicher auch von Beispielen aus deiner Umgebung berichten, wenn du magst.
Ich bin gespannt auf deine Antworten.. :-)

Soweit mal meine Gedanken auf die Schnelle und vom Extremsten "anderen Seite" beleuchtet.. ;-)

Segenswünsche,
adi