Jetzt haben wir wohl wieder einen unterschiedlichen Gnadenbegriff. ;-).
Gnade im christlichen Sinn meint eben 'erlösende Gnade', nicht 'Hilfe zur Selbsthilfe'.
Sondern dass der Mensch ohne Gottes Hilfe verloren ist, nicht von sich aus aus der Sünde herauskommen kann.
Paulus geht sogar so weit, dass er sagt:
Phil 2,13 Denn Gott ist's, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.
Und ich habe auch die Erfahrung gemacht - je weiter ich auf diesem Weg voran komme, um so tiefer ist die Erkenntnis der Angewiesenheit auf Gott. Um so mehr tritt mein 'eigenes' zurück, um ihm Platz zu machen. Und je tiefer die Erkenntnis wird, um so tiefer wird auch die Einsicht in meine Verstrickung in die Sünde mit dem, was die Bibel 'Fleisch' nennt oder 'alter Mensch'. Da sind so viele subtile Mechanismen am Werk, die ich nie aus eigener Kraft überwinden könnte - schon allein der Ehrgeiz, das selbst erreichen zu wollen führt wieder in neue Abhängigkeiten - heraus aus dem tiefen Frieden und der Freiheit, die ich erfahre, wenn ich von der Vergebung her in dem aus Gnade geschenkten, neuen Leben lebe.
Das kann ich zu deiner Frage beitragen:
Das ist rein subjektive Erfahrung;Wenn Du dazu was beitragen kannst, es sogar foerdern kannst, mit Deinem "System" so wie es ist und alles was dazu gehoert: Ich bin ganz offen und Ohr dafuer.
Sie deckt sich aber mir dem, was ich von anderen Christen dazu höre und wenn ich das Neue Testament lese, erkenne ich genaus das dort wieder.
Und deshalb sind mir auch die Texte so wichtig und ich forme sie nicht um oder interpretiere sie nicht um, wenn sie mir so noch nichts sagen.
Denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich vieles, was mir im Moment des Lesens noch nicht sehr viel sagt, dann später im eigenen Erleben als ganz tiefgehende Erkenntnis aufblitzt und dann 'eigene Erkenntnis' wird, die ich in den Texten wieder erkenne; Und dann haben sie mir plötzlich ganz viel zu sagen, bringen innere Saiten in mir zum Mitschwingen und verändern mich tief in meinem Inneren in einer Art und Weise, wie es rein logisches Verstehen und Durchdenken nie bewirken könnte.
Diese Art der Erfahrung und des Erkenntnisgewinns kann man aber niemandem theoretisch vermitteln; das kann man nur selbst erleben;
Dazu gehört aber ein offenes Einlassen diesen Texten gegenüber und nicht ein 'Herausfiltern' von bestimmten Inhalten durch die Brille eines Denkmodells, das von aussen daran herangetragen wird.
Ja, genau, du hast die buddhistische Sichtweise gut beschrieben.Zitat von Digido
Und das ist genau der Punkt, wo beide Lehren unvereinbar sind und wo sich jeder entscheiden muss, welchen Weg er nun einschlägt - grundsätzlich. Interessante Aspekte und Erkenntnisse vom jeweils 'anderen Weg' lassen sich natürlich jederzeit einbauen und nutzen, aber ganz 'zweigleisig' fahren geht sicherlich nur eine kurze Zeit lang, bis man erkennt, dass man damit zwischen den Stühlen landet. Das ist jetzt ein ganz persönliches Statement von mir und basiert auf meiner Lebensgeschichte, in der ich eine Zeit lang auch diese Zweigleisigkeit versucht habe .... Wie gesagt, da muss jeder seine eigenen Erfahrungen machen, nur so sind Erkenntnisse auch wirklich authentisch ;-).




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