Ergebnis 1 bis 10 von 10
  1. #1
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    Standard . . . und nahm einen von den Steinen des Ortes. . .

    . . . und nahm einen von den Steinen des Ortes. . .
    Gen. 28.11

    Zwei Herren führten bei dem bekannten Rabbiner Eisel Charif in Slonim eine Gerichtsverhandlung nach jüdischem Recht. Die Herren zeigten sich stur und unnachgiebig, die Verhandlung zog sich hin und es zeigte sich keine Kompromissbereitschaft zwischen den Parteien.

    Da sagte der Rabbiner wütend: «Raschi berichtet uns, dass die Steine miteinander stritten, denn jeder wollte, dass Jakob seinen Kopf auf ihn lege. Gott vereinte alle Steine zu einem einzigen Stein, und so konnte der Streit beigelegt werden. Diese Deutung habe ich nie recht verstanden,» sagte der Rabbiner, «denn es gab doch auch andere Wege, alle Steine zufriedenzustellen. Jakob hätte abwechselnd auf allen schlafen können -einmal auf dem einen, dann auf dem anderen Stein. Oder er hätte auf den einen Stein seinen Kopf und auf den anderen seine Füße legen können.

    Erst jetzt, bei dieser Verhandlung, sehe ich, dass es damals keine andere Möglichkeit gab, den Frieden unter den Steinen wiederherzustellen. Ich weiß nun, dass es unmöglich ist, mit Steinen zu verhandeln und zu einem Kompromiss mit ihnen zu kommen.»

    Aus Rabbinische Weisheiten zum Pentateuch von Schmuel Daum

  2. #2

    Standard

    was ist ein raschi ist das auch sowas wie ein rabbi finde die aussage am ende gut das man mit steinen nicht verhandeln kann sowas hat sicher jeder auch schon erlebt was ich aber nicht verstehe ist wieso die steine darum streiten auf wen sich jakob legt is das auch einfach zum zeigen um welch unwichtige dinge man streiten kann oder hat das eine tiefere bedeutung

  3. #3
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    Hallo Jungtroll

    Ja, Raschi ist ein Rabbi, der auch Kommentare zur Bibel verfasst hat. Hier erstmal ein Link zu seiner Person:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Raschi

    wieso die steine darum streiten auf wen sich jakob legt is das auch einfach zum zeigen um welch unwichtige dinge man streiten kann oder hat das eine tiefere bedeutung
    Gute Frage Jungtroll! Darauf wüsste ich aber im Augenblick keine konkrete Antwort. Vielleicht kann uns Isaak oder sonst jemand weiterhelfen?

    Irgendwie scheint es ja unmöglich einen wirklichen Frieden durch und unter uns Menschen selbst herzustellen. Nachrichten in Radio und Fernsehen sprechen da Bände

    Aber neben dem Streit der Steine in dieser Geschichte, lässt sie für mich auch noch was Hoffnungsvolles durchscheinen. Es liegt darin, dass der Ewige sehr wohl imstande ist, aus den vielen Steinen, den einen Stein zu machen, sodass kein Streit mehr sein wird. Aber das werden wir wohl alle erst in der Zukunft begreifen, wenn wir uns nicht mehr hier befinden.

    Gruss

  4. #4
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    Standard

    Nun, ich wage da mal etwas zu sagen, was mir so bei der ganzen Diskussion auch ums jüdische und ums christliche in den Sinn kommt.

    Die Steine meinen, es sei eine Ehre, als Kopfkissen dem Haupte Jakobs dienen zu können. Da ist man sehr nahe am Kopf, dem Verstand, den Haupte, dem Wesentlichen und Eigentlichen.


    Vielleicht symbolisiert nun Jakob den Ewigen, und die Steine die Nationen. Und damit es für die „Steine“ verständlich sein soll, dass Gott keine Unterschiede macht, zwischen dem Stein Israel und denen der Nationen, nimmt er sich alle zusammen und vereinigt sie, denn wir sind alle Kinder des Ewigen.



    Lehit

    Alef

  5. #5

    Standard

    Zitat Zitat von Helo Beitrag anzeigen
    Aber neben dem Streit der Steine in dieser Geschichte, lässt sie für mich auch noch was Hoffnungsvolles durchscheinen. Es liegt darin, dass der Ewige sehr wohl imstande ist, aus den vielen Steinen, den einen Stein zu machen, sodass kein Streit mehr sein wird. Aber das werden wir wohl alle erst in der Zukunft begreifen, wenn wir uns nicht mehr hier befinden.

    Gruss
    Helo
    danke für die antwort und ja da hast du recht für gott is nichts unmöglich

  6. #6

    Standard

    Zitat Zitat von Alef Beitrag anzeigen

    Vielleicht symbolisiert nun Jakob den Ewigen, und die Steine die Nationen. Und damit es für die „Steine“ verständlich sein soll, dass Gott keine Unterschiede macht, zwischen dem Stein Israel und denen der Nationen, nimmt er sich alle zusammen und vereinigt sie, denn wir sind alle Kinder des Ewigen.
    schöne deutung gefällt mir

  7. #7
    Isaak Gast

    Standard (kleiner) bescheiodener Beitrag

    ויפגע במקום וילן שם כי-בא השמש ויקח מאבני המקום וישם מראשתיו וישכב במקום ההוא


    Bereschit 28,11

    Unterwegs kam er an einen Ort und übernachtete daselbst, weil die Sonne untergegangen war, nahm einen von den Steinen des Ortes, tat ihn unter seinen Kopf und legte sich daselbst nieder.


    -----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Hier geht es nicht um irgendeinen Ort und irgendwelche Steine und ebenfalls nicht um irgendeinen Jaakow.

    Der Ort ist בית-אל Bet El, Haus G“ttes. An dieser stelle soll Jaakow übernachtet haben und er soll von einer Leiter geträumt haben, auf welcher G“tt auf und ab zu gehen pflegte und von welcher ER Jaakow gekündigt haben soll, dass dies das Land seiner Nachkommen sein soll.

    Nicht weil Jaakow seinen Kopf auf einen אבן Stein legte (im Text: von den Steinen מאבני) und andere Steine sich benachteiligt hätten fühlten können ist dieser Ort, oder der Stein bevorzugt oder Heiliger. Weder der Ort noch Jaakow sind heiliger oder bevorzugt, sondern G“tt berührt die Steine und Jaakow und deshalb scheinen oft selbst Steine zu streiten, oder Mitmenschen langsam steinhart werdend zu protestieren, teils vom Unverständnis geplagt (warum Jaakow und seine Nachfahren?), teil vom Neid (warum ein Stein, ein Ort, fern von meiner Heimat?).

    Nicht aber der Ort, nicht die Steine, nicht Jaakob symbolisieren, vertritt G“tt, oder währen IHM den Ewigen näher , als andere Orte, andere Steine oder andere Menschen, sondern G“tt ist überall anwesend und offenbart sich dort wo ihm es gefällt und nicht da, wo wir es wissend wollen.

    Darum ist jeder Streit um Vorrang, Benachteiligung und bedingten Ausgrenzungen (wie, du musst erst so glauben und erst Jaakow oder irgendeinen Erlöser annehmen) einfach nur menschlich, traurig und sicher nicht in der Nähe von G“tt.

    Danke liebe Helo für diese Möglichkeit und zwar wegen deinem Post #1, uns G“tt zuwenden zu können und uns den Streitereien abzuwenden und dennoch nicht den erst starken, dann winselnden Rechthabern weichen zu müssen.

    Danke auch Alef für deine Antworten und danke dir jungtroll, für deine Fragen.

    Und seht meine Antwort nicht als eine g“ttlich wahre Antwort, nicht als DIE wahre und einzige mögliche Wahrheit an, sondern als Möglichkeit, uns auf unserer jeweils möglichen Weise, G“tt gegenüber zu öffnen. Das ewige בית-אל Bet El ist nicht an einem bestimmten Ort und in einer bestimmten Zeit, sondern bereits schon mitten in uns lebendig, genauso wie in euch und meiner Wenigkeit. Nicht der Stein ist Anstoß, sondern wir selbst und zwar mitten im Ewigen.

    Shalom
    Isaak
    Geändert von Isaak (07.12.2008 um 11:18 Uhr)

  8. #8
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    Standard

    Lieber Isaak

    Und seht meine Antwort nicht als eine g“ttlich wahre Antwort, nicht als DIE wahre und einzige mögliche Wahrheit an, sondern als Möglichkeit, uns auf unserer jeweils möglichen Weise, G“tt gegenüber zu öffnen. Das ewige בית-אל Bet El ist nicht an einem bestimmten Ort und in einer bestimmten Zeit, sondern bereits schon mitten in uns lebendig, genauso wie in euch und meiner Wenigkeit. Nicht der Stein ist Anstoß, sondern wir selbst und zwar mitten im Ewigen
    .

    Niemals möchte ich so was tun. Mich freuen doch Hinweise aus jeder Richtung!

    Danke Isaak also auch für deinen Beitrag.

    Liebe Grüsse

  9. #9
    Isaak Gast

    Standard

    Liebe Helo,

    das Zitat welches du von mir gepostet hast war auch nicht auf dich und auch nicht auf deine Beiträge bezogen. Aber ich glaube das wusstest du auch so schon, ohne dass ich dies noch einmal dir schreibe.

    Richtig?

    Shalom
    Isaak

  10. #10
    Registriert seit
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    Standard

    Lieber Isaak

    ja sicher, finde es aber in jedem Fall immer gut, sich solche Dinge bewusst zu machen.

    liebe Grüsse


 

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