Hallo Maika!
Deine Tochter hat, wie Du schreibst, etwas gefunden, das sie erfüllt. Und offenbar nimmt es eine große Bedeutung in ihrem leben ein. Bis dahin, daß sie sich taufen lassen will.
Zunächst einmal ist es möglich, daß sie sich (mit Deinem Einverständnis) taufen läßt. Zumindest in der evangelischen Kirche. Du solltest ihrem Wunsch nachgeben. Allerdings würde ich darauf achten, daß sie an die Landeskirchen (evangelisch, Katholisch) angeschlossen bleibt. Das wird sie halbwegs sicher vor Fundamentalismus schützen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Landeskirchen einen gewissen Anspruch an die Qualifikation ihrer Würdenträger haben.
Deine kritischen Fragen an das Christentum und seine Lehre sind mehr als berechtigt, und wahrscheinlich wird Deine Tochter sich diese Fragen ebenfalls stellen, wenn sie älter wird.
Ich möchte Dir einen Teil meiner Geschichte erzählen. Ebenso wie Deine Tochter bin ich in einem atheistischem Elternhaus aufgewachsen. Zeigte aber auch schon früh religiöse Neigungen. Und natürlich war das Christentum meine erste Religion. Einfach weil man in unserer Gesellschaft - früher mehr als heute - überall darüber stolpert. In der Pubertät folgte dann eine lange und schwere Phase der Orientierung. Nicht zuletzt auch deshalb, weil das Christentum mir keine befriedigenden Antworten geben konnte. Nun, ich fand letztlich, was ich suchte, fand meinen Weg. Und auch wenn man mich heute sicherlich nicht mehr als Christen bezeichnen kann, reicht ein Teil meiner Wurzeln eben dahin zurück.
Bei allen Umwegen bin ich froh, daß ich meinen Weg gehen durfte :-)
Gruß
LD



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