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Thema: Die Sünde

Baum-Darstellung

  1. #11

    Standard

    Ich möchte hier einmal zur Thematik Erbsünde Stellung nehmen.

    Klar muss man sagen, dass erst mit Augustinus dieser Begriff als Lehre im Christentum in Erscheinung tritt. Der Mensch unter der Erbsünde ist völlig von Gott abgewandt und unfähig sich ihm aus eigenem Willen zu zuwenden. Der Versuch Gottes Gebote zu halten treibt ihn noch weiter in die Sünde hinein, da es nur zur Steigerung seines Eigenruhms geschehen kann und nicht zur Ehre Gottes. Allein die Gnade Gottes kann den Menschen aus seiner Selbstbezogenheit erlösen. Traktat in dem Augustins Rechtfertigungslehre vorkommt („Ad Simplicianum de diversis quaestionisbus“) anhand von Röm 9,9-29.

    Alles was wir aus den Kirchenhistorischen Quellen von vor Augustinus wissen ist, dass diese Frage nicht relevant und auch nicht diskutiert wurde, denn sie gab es einfach nicht. Wohl stand mehrfach die Frage im Raum inwieweit freier Wille und Gnade Gottes sich einander bedingen, doch ein direktes Einwirken durch Adam und Evas Handeln auf eine vererbbare Sünde war unbekannt. Was auch deutlich im Widerspruch zur Bibel steht.

    Pelagius widersprach deutlich dieser Ansicht:: Der Mensch ist als Ebenbild Gottes mit einer auf das Gute gerichteten Naturanlage ausgestattet, die auch durch die Sünde nicht verloren geht. Er lehnte diese neue Lehre von der Erbsünde ab. Er stellte ihr die absolute Willensfreiheit des Menschen gegenüber Gott dar und verwies auch auf die Lehren Jesu, die keinen Anhaltspunkt zur Erbsünde in sich tragen. Weiter lehrte er, dass der Mensch absolut ohne Sünde leben könne und berief sich dabei zu Recht auf die Lehren der Apostel. Z.B. Judas 24, etc.

    Klar ist, dass alle drei großen Konfessionen ganz unterschiedliche Interpretationen zur sog. Erbsünde haben, die sich bis heute unversöhnlich gegenüber stehen.

    Das dieses Thema bis heute noch Gegenstand Kirchentrennender Theologenstreitigkeiten ist liegt daran, dass diese Lehre keine Erwähnungen und Ausführungen in der Bibel hat.

    Die Unlogik und Verderbtheit dieser Lehre zeigt sich an einem ganz simplen Beispiel. Ich möchte dazu einen anderen Autor zitieren, der es gut auf den Punkt gebracht hat:

    „Dem lieben Gott hat es offensichtlich leid getan, dass er den unerfahrenen Stammeltern eine hinterlistige Falle gestellt hatte und dass er nun gezwungen war, sie und ihre Milliarden von Nachkommen für Zeit und Ewigkeit ins Verderben zu stürzen. Was konnte er nur tun, um alles wieder in Ordnung zu bringen?

    Nun, er hätte den Menschen in göttlicher Großmut eine Generalamnestie gewähren können.

    Er hat sich etwas viel Raffinierteres ausgedacht. Er hat - man höre und staune - beschlossen, seinen Sohn auf die Erde zu entsenden und töten zu lassen, damit die Menschheit auf diese Weise von der Sünde erlöst werde.
    Ungeklärt bleibt dabei, warum Gott mit der Durchführung dieses Planes so viele Jahrtausende gewartet hat.

    Die Menschheit hatte, vertreten durch ihre Stammeltern, eine schwere Schuld auf sich geladen. Um nun diese Schuld zu tilgen, musste dieselbe Menschheit nochmals eine schwere Schuld, nämlich einen Mord begehen. Ein König - so könnte man das umschreiben - wurde von seinem Volk aufs tiefste beleidigt. Wenn aber dasselbe Volk den Königssohn umbringt, dann ist alles wieder gut. Ja, mehr noch! Gott hat dieses makabre Schauspiel der Kreuzigung selber inszeniert. Er hat seinen ihm wesensgleichen Sohn, also sein zweites Ich, eigens dazu auf die Erde entsandt, damit dieser ermordet werde, weil sein erstes Ich nur auf diese Weise besänftigt werden konnte. Man liest die christlichen Lehrbücher dreimal durch, um sich zu vergewissern, dass man sie nicht missverstanden hat."

    Das ist die Folge von solchen Lehren, die einfach nur absurd sind und Gott zum Narren deklassieren. Für den Menschen bedeutet solche Theologie, ich büsse für etwas, das mir nicht bekannt ist. Ich werde für schlechte Taten bestraft, die ein mir Fremder begangen hat. Ich kann doch aber nur Verantwortung für meine Taten übernehmen, wenn ich Einsicht in mein Unrecht habe. Doch diese Einsicht ist mir logischer Weise verwehrt, weil ich keine Erinnerung an die angeblichen Verbrechen habe. Ich habe lediglich eine verrückte Theologie, die mir das weismachen will.

    Absalom
    Geändert von absalom (23.11.2008 um 22:14 Uhr)


 

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