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Thema: Die Sünde

Hybrid-Darstellung

  1. #1
    prediger Gast

    Standard

    Zitat Zitat von LilyMorgan Beitrag anzeigen
    Hallo

    Auch auf die Gefahr hin, das ich jetzt damit eine riesen Diskussion auslöse....ich hab da eine Frage, die mir schon ewig auf der Seele brennt:

    Es geht um die sünde. Den Satz: "Wir sind doch alle Sünder" höre ich schon seit ich denken kann. Es ist immer davon die rede, das alle Menschen sünder sind, von Geburt an, und das Jesus für "unsere" Sünden gestorben ist. (Zwischenfrage: Müssten wir dann nicht eigentlich alle sündenfrei sein??).


    Lily
    hallo lily

    ja, das ist durchaus logisch gedacht. eigentlich müssten wir alle sündenfrei sein. warum ist das wohl nicht so? man kann das durchaus genauer aus dem evangelium selbst erklären. ganz generell gesagt, heisst es:
    römerbrief.10.8:Das ist das Wort des Glaubens, das wir predigen,
    9 daß, wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennen und in deinem Herzen glauben wirst, daß Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, du errettet werden wirst.
    10 Denn mit dem Herzen wird geglaubt zur Gerechtigkeit, und mit dem Mund wird bekannt zum Heil.
    11 Denn die Schrift sagt: «Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden.»

    hier kann man erkennen, dass der glaube an das evangelium diese vergebung erst wirksam macht. man wird also nicht gläubig an jesus, weil man in eine konfession hineingeboren ist, sondern erst durch den persönlichen glauben an ihn selbst. dieser glaube beinhaltet, wie du hier lesen kannst, den glauben, dass jesus von den toten auferstanden ist, und das bekenntnis, dass er der herr über alle ist.

    aber warum sind wir sünder?, fragst du weiter. bemerkst du dabei, dass du selbst eine bestimmte vorstellung von sünde hast? vielleicht hast du diese durch deine eltern übernommen, oder durch deine konfession, oder durch deine kultur. aber: was sagt gott selbst, was sünde ist? du kannst nun das alte testament nehmen und alle ge- und verbote lesen. und dann bei jedem dieser dich fragen: tue ich das? tue ich das nicht? oder du kannst zusammenfassend einen psalm anschauen:
    Ps 14:1 <Dem Chorleiter. Von David.> Der Tor spricht in seinem Herzen: «Es ist kein Gott!» Sie haben Verderben angerichtet, sie tun abscheuliche Taten; da ist keiner, der Gutes tut.
    2 Der HERR hat vom Himmel herniedergeschaut auf die Menschenkinder, um zu sehen, ob ein Verständiger da ist, einer, der Gott sucht!
    3 Alle sind abgewichen, sie sind alle verdorben; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht <einer>.
    und das neue testament ergänzt diese stelle mit:
    römerbrief 3.22 Denn es ist kein Unterschied,
    23 denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes

    sünde heisst übrigens zielverfehlung. welches ziel hat die menschheit denn verfehlt? oben in vers23 kannst du es sehen: sie haben die herrlichkeit gottes verpasst. wir alle haben die herrlichkeit gottes verpasst. wenn uns in jesus die sünden vergeben werden, so bedeutet dies auch, dass er uns zu dieser herrlichkeit verhelfen will, welche wir ohne ihn weiterhin verpassen werden.
    ich möchte dir eigentlich keine eigenwerbung anbieten, aber vielleicht kannst du für dich etwas aus den beiträgen von mir unter den predigten herausnehmen. ansonsten kann ich dir bei konkreten fragen versuchen, dir aufgrund des neuen testamentes weiterzuhelfen.
    aber eine ganz wichtige sache ist: der heilige geist selbst überführt uns von der sünde. so du gott ernstlich bittest: erforsche mein herz und zeige mir mein herz, wie du es siehst, so kann er dir selbst begegnen, sich dir offenbaren. das ist der wahre weg! das kann aber auch sehr schmerzhaft sein, sich mit den augen gottes zu sehen. aber ich wünsche es trotzdem jedem menschen.
    die gnade gottes sei mit dir.

  2. #2
    Registriert seit
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    980
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    2

    Standard

    Hallo Prediger!

    danke für deine Antwort. Also aus deinem Text kann ich schon etwas für mich erkennen.
    Aber ehrlich gesagt, sagen mir die Biblestellen gar nichts *lol* tut mir leid.
    Du hast gefragt ob ich ein bestimmtes bild von sünde habe. Ich sage mal jein. Es stimmt schon, das meine eltern bzw. meine "anerzogene" Religion einmir ein bestimmtes bild von sünde zeigen. Aber das nehme ich so nicht an, sonst hätte ich ja auch gar nicht diese thread hier eröffnet ;)

    bb Lily

  3. #3
    luxdei Gast

    Standard

    Hallo Liy!

    Alef hat, finde ich, schon sehr gut geantwortet. Eigentlich auch sehr umfassend.
    Einen Punkt möchte ich noch ergänzen:
    Das sogenannte Alte Testament wir von Judentum, Christentum und Islam anerkannt. In allen drei Religionen finden wir die Geschichte des Sündenfalls. Allerdings ist meines Wissens nach das Christentum das einzige der drei, das so etwas wie Erbsünde kennt. Wie du siehst kann man zwar annehmen, daß ein Baby schon sündig sei, man muß es aber nicht.

    Gruß
    LD


    @ Prediger

    Deine Meinung sei Dir zweifellos zugestanden. Dennoch würde ich zwischen der Lehre Jesu und der der Apostel & Co unterscheiden.

  4. #4
    numerarier Gast

    Standard Im Feuer

    Mag die Erkenntnis uns auch schmerzen - und ich bitte Gott, Er möge diesen unseren Schmerz sogar noch stärker werden lassen -, es bleibt dabei: Du und ich - wir sind am Tode Christi nicht unbeteiligt, denn die Hammerschläge, die Ihn ans Kreuz nagelten - es sind unsere, der Menschen Sünden gewesen ...

    numerarier

  5. #5
    Registriert seit
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    2.934

    Standard

    Ach so, dann lebte ich wohl als Römer vor 2000 Jahren und ...... sorry, nee ich will nicht spotten ;)

    Wer ist „beteiligt“ am Tode Jesu? Rein geschichtlich betrachtet kaum die heutigen Generationen. Oder ist die heutige Generation verantwortlich, was vor 70 Jahren begann? Sind wir nicht viel mehr aufgerufen, durch die Geschichte zu lernen, um eine bessere Welt zu machen?
    Moralisch gesehen sind wir auch heute noch an vielen Morden „beteiligt“ da man häufig von Gräueltaten und anderem wegschaut und nur wenige sich gegen diese Aufstehen.

    Es ist Kirchenlehre, dass unsrer Sünden die Hammerschläge gewesen sein sollten. Es ist genau das, was ich in meinem Posting #2 versucht habe zu beschreiben, dass man sich eine Ersatzopfertheolgie erdenkt, ganz wie es die Nationen zu ihren Göttern und es im griechischen verbreitet war, weil man nicht annehmen und glauben kann, dass der Ewige um seiner selbst willen vergeben kann, ohne zutun irgendwelcher Werke. Wer aber meint, solches glauben zu müssen, der darf das tun, aber eben, es ist glauben, etwas für "wahrhalten".

    So merkt man sehr schnell, dass des Paulus "Evangelium" wie im Römer dargestellt, und was aus seinen Lehren abgeleitet wurde, doch schon sehr vom Evangelium Jesu abweicht, und noch mehr dem ursprünglichen jüdischen Verständnis über Vergebung, welche ja auch Jesus lehrte.



    Lehit

    Alef

  6. #6
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    2.934

    Standard

    Menschenmeinung oder Gotteslehre?

    Was ist denn schon Wahrheit? Wo beginnt denn was? Entsprechen Interpretationen über das Vergangene, was wir ja nur in kurzen Sätzen und Versen überliefert haben als Wahrheit, als Absolut?

    Ist denn Gott nicht Gott genug, oder dermassen ungnädig, als dass er uns Menschen nicht wirklich erkennen könnte und uns liebt, und es deshalb einen Fürsprecher geben sollte? Dieses Denken ist eindeutig hellenistisch, ein Denken an einen handlungsunfähigen Gott, so wie es auch Philon lehrte, der heidnisches und jüdischen zusammenreimen wollte. So findet man vieles seiner Lehren im NT. Nur hatte Jesus es nicht so gelehrt.


    Lehit

    Alef

  7. #7
    BlackRaven Gast

    Standard

    Was du nicht willst das man dir tut, das füge auch keinem anderen zu. Oder wie es bei uns heisst, schade niemanden, auch nicht dir selbst. Ich denk Lily, an diesen Geboten scheitern wir einfach. Da beginnt für mich die Verfehlung oder Zielabweichung. Wir sind eben nur Menschen und ziemlich unvollkommen. Wir sollen es werden, so gut es eben geht.

    Ich glaub net, dass wir von Geburt an Zielverfehler sind. Da stimme ich Alef echt zu, ja überhaupt dem, was er geschrieben hat. Warum sind wir dann geboren, wenn schon klar ist, dass wir totale Versager sind und wie kann dann Gott/In uns böse sein, he wir wurden nun mal so geschaffen oder net?

    Irgendwo in der Bibel steht, das wir der Vollkommenheit nachjagen sollen, ich denk das ist unser Job hier auf Erden und das heisst für mich im Einklang mit Gott/In zu leben, so gut ich es eben kann. Das heisst aber auch, sich auf Gott/In einzulassen und die Welt mit dessen Augen zu sehen, was net leicht für mich ist. Gott/In sieht das ich mich bemühe und weiss wie schwer es mir fällt. Deshalb steht er/sie mir bei. Da brauche ich mir keine Angst um Strafe oder so ein Zeugs machen. Mein Gott/In ist gerecht und barmherzig.

    BR
    Geändert von BlackRaven (23.11.2008 um 11:59 Uhr)

  8. #8
    Hermione Gast

    Standard

    Christus sagte einmal, das, wer ohne Sünde sei, den ersten Stein werfen solle. Niemand konnte das. Warum nicht, weil wir alle wissen, das wir uns oft aus den unterschiedlichsten Gründen falsch verhalten. Das wir religiöse oder gesellschaftliche Normen verletzen, weswegen wir uns schuldig fühlen könnten.
    Meiner Meinung nach sollte das auch der Sinn sein: Eine Art eingebautes Gewissen, das uns wieder in die "richtige" Spur bringen soll.

  9. #9
    Isaak Gast

    Standard

    Zitat Zitat von Hermione Beitrag anzeigen
    Christus sagte einmal, das, wer ohne Sünde sei, den ersten Stein werfen solle. Niemand konnte das. Warum nicht, weil wir alle wissen, das wir uns oft aus den unterschiedlichsten Gründen falsch verhalten. Das wir religiöse oder gesellschaftliche Normen verletzen, weswegen wir uns schuldig fühlen könnten.
    Meiner Meinung nach sollte das auch der Sinn sein: Eine Art eingebautes Gewissen, das uns wieder in die "richtige" Spur bringen soll.
    Nun was Christus einmal gesagt haben soll und was man ihm in den Mund legt, das ist ja eine eigene Geschichte und ein anderes Thema.
    Wieder dem Gewissen, soll sündig sein? Was ist mit den Mitmenschen, welche kaum ein Gewissen besitzen? Sind die dann Sündenfreier? Ich glaube so einfach ist es vielleicht doch nicht.

    Vielleicht sollte man aufteilen in:

    • Sünde (christlich)
    • übertretende Verstöße (jüdisch)
    • gesellschaftliche Verletzungen an der Gesellschaft, bis zum einzelnen Mitglied (religionsfrei)


    Denn wenn man alles vermischt behandelt, wird im Einzelnen auch nicht klar, aus welcher Kultur und welchem Verständnis heraus das Thema „Sünde“ verstanden wird und somit kommen eher unklare Antworten zustande.

    Guß
    Isaak

  10. #10

    Standard

    Ich glaube nicht an einen festgefassten Begriff "Sünde"

    Ich glaube, Gott gibt der Seele die Mündigkeit, sich selbst ihr Ziel für ihr Leben (ihre Verkörperung, ihre Individuation) zu setzen.
    Ich glaube an den freien Willen der Seele und freier Willen heißt auch, wollen zu dürfen, was man will.
    Wenn eine Seele reift, dann kommt sie von selbst irgendwann zum Schluss, dass es sinnvoll ist, andere glücklich zu machen, um selbst glücklich zu sein.

    Der Begriff "Sünde" unterliegt so vielen Wandelungen.
    "Du sollst nicht töten."
    Wer aber Tiere isst, der leistet einen Beitrag zum Töten.
    Darüber denke ich als Vegetarier aber anders, als ein Fleischesser.

    Dies ist eines von beliebig vielen Beispielen.
    Es wäre doch überheblich, zu behaupten, wir würden das objektive Maß kennen.

    Nebenbei, es gibt ein Lernen aus Versuch und Irrtum, die sogenannte Sünde gehört mit zu dieser Kategorie.
    Wer an das Gute im Menschen glaubt, der bewirkt das Gute im Menschen. >HIER KLICKEN<


 

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