Meine Eltern waren heterosexuell, und, soweit ich das beurteilen kann, gute Eltern. Trotzdem dachte ich oft an Selbstmord oder hatte (selbst)zerstörerische Gedanken in mir. Was aber nichts mit den Eltern oder der Familiensituation zu tun hatte.
Ich hatte einen "Hau weg", weil ich mich nicht anpassen wollte. Schon früh entdeckte ich, dass ich mich zum eigenem Geschlecht hingezogen fühlte, und Männer als Kumpels, aber nie als Bettgefährten wollte.
Dann wurde ich von einer Gruppe Mitschüler vergewaltigt, die es nicht mochten, das ich "nicht weiblich genug aussah", und mich dadurch wieder "auf meinen ursprünglichen Platz" verweisen wollten.
Wieder Selbstmordgedanken, Selbsthass, Selbstvorwürfe (alles durch mein Aussehen und Verhalten provoziert zu haben), bis ich begriff, das nicht ich, sondern diese Dreckskerle sich schämen sollten.
Outing bei Eltern und Geschwistern, die es gut aufnahmen und mich unterstützten. Leben als Lesbe, d.h., deswegen kein Selbsthass und Selbstmordgedanken mehr.
Momentan mit einer Frau liiert, die zwei erwachsene Kinder aus einer früheren kurzen Ehe hat, und wir beide denken darüber nach, ein Pflegekind aufzunehmen oder ein Kind zu adoptieren.
Viele meiner lesbischen und schwulen FreundInnen haben Kinder, und diese Kinder sind im Allgemeinen toleranter, mitfühlender und sozialer als Kinder aus heterosexuellen Familien mit religiösem oder konservativem Hintergrund.



Zitieren


Lesezeichen