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Hybrid-Darstellung

  1. #1

    Standard

    So, jetzt bin ich wieder da und habe Zeit. Hier ist mein "Senf" zu den Gottesbildern in der katholischen Kirche.

    Zitat Zitat von thalestris
    wenn man sich kein gegenständliches bild machen darf.. läuft dann nicht bei den katholiken iwas schief? die kirchen sind voll mit jesus statuen am kreuz und marien die kinder auf dem arm tragen. an der decke sind bilder wie gott im himmel sitzt, umgeben von engeln.
    Ja, stimmt, das ist so. Vor Jahrhunderten war das eine gängige Methode, einer Bevölkerung, die mehrheitlich nicht lesen konnte, von Gott zu erzählen. Welchen anderen Weg hättest du vorgeschlagen?

    Zum Thema Kreuz mit Jesusfigur: In Jesus ist Gott Mensch geworden und hatte natürlich eine menschliche Gestalt. Ich würde es für logisch halten, wenn das Darstellungsverbot für diese Gestalt nicht gilt.

    Dass die Darstellungen teilweise sehr kunstvoll sind, wird der katholischen Kirche gern als Prunk- und Protzsucht vorgeworfen, aber kann es nicht auch ein Zeichen von Hingabe sein? Ich denke, dass die Reformatoren weit übers Ziel hinausgeschossen sind, indem sie alles aus den Kirchen herausgerissen und vernichtet haben, was auch nur entfernt nach Kunst aussah. Die Absicht (die Kirche ihrer Zeit wieder näher zu ihren Wurzeln zurückzuführen) kann ich nachvollziehen, aber das gewählte Mittel halte ich für falsch.

    die kirche hat doch sogar einen menschen (den papst) als vertreter von gott ernannt und wenn ich mich nicht total irre wird der papst auch angebetet? als heiliger vater?
    Er wird angeredet mit Heiliger Vater. Darin eine Anbetung zu erkennen ist typisch evangelikales Reflexverhalten.

    was ist mit solchen sachen wie zb. hausaltären auf denen gottesbilder sind? oder symbolen wie ketten mit kreuzen dran oder dem rosenkranz?
    Ich kenne niemanden, der einen Hausaltar hat, ob mit oder ohne Gottesabbildung. Ich denke, dass Volksfrömmigkeit manchmal seltsame Blüten trägt, aber dass es im Zweifel darauf ankommt, ob eine gute Absicht dahintersteckt. Ein Rosenkranz ist eine Gebetsschnur, nichts weiter. Längst nicht alle Katholiken beten ihn. Ich war 40 Jahre lang römisch-katholisch und habe es nie getan.

    mit fischsymbolen auf autos oder religiösen tattoos? zählen die auch schon zu gottesabbildungen?
    Für wie wahrscheinlich hältst du es, dass Gott wie ein Fisch aussieht? Nein, im Ernst, der Fisch ist ein Symbol, kein Versuch, Gott darzustellen. Die Geschichte dieses Symbols kennst du?

    Gruß, Sunigol
    Geändert von Sunigol (12.10.2014 um 18:35 Uhr)

  2. #2

    Standard

    Zitat Zitat von Sunigol Beitrag anzeigen
    Zitat von thalestris
    wenn man sich kein gegenständliches bild machen darf.. läuft dann nicht bei den katholiken iwas schief? die kirchen sind voll mit jesus statuen am kreuz und marien die kinder auf dem arm tragen. an der decke sind bilder wie gott im himmel sitzt, umgeben von engeln.

    Ja, stimmt, das ist so. Vor Jahrhunderten war das eine gängige Methode, einer Bevölkerung, die mehrheitlich nicht lesen konnte, von Gott zu erzählen. Welchen anderen Weg hättest du vorgeschlagen?
    Dieselbe die Jesus und die Aposteln gewählt haben: das Wort, die Predigt.

    Zum Thema Kreuz mit Jesusfigur: In Jesus ist Gott Mensch geworden und hatte natürlich eine menschliche Gestalt. Ich würde es für logisch halten, wenn das Darstellungsverbot für diese Gestalt nicht gilt.
    "Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?
    Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden. Erinnert euch an das, was er euch gesagt hat ...
    Da erinnerten sie sich an seine Worte.
    Und sie kehrten vom Grab in die Stadt zurück und berichteten alles ... den anderen ..." (Lk. 24:5-9)

    "Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos. ...
    Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos, und ihr seid immer noch in euren Sünden; ...
    Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen." (1Kor. 15:14-20)

    Die Verehrung des Gekreuzigten ist nutzlos.
    Nur die Verehrung des Auferstandenen, und die Identifizierung mit ihm, bringt neues Leben.

    Ich denke, dass die Reformatoren weit übers Ziel hinausgeschossen sind, indem sie alles aus den Kirchen herausgerissen und vernichtet haben, was auch nur entfernt nach Kunst aussah. Die Absicht (die Kirche ihrer Zeit wieder näher zu ihren Wurzeln zurückzuführen) kann ich nachvollziehen, aber das gewählte Mittel halte ich für falsch.
    Alle Kunst ist nur Produkt menschlicher Fantasie.
    Im Mittelpunkt aber muß das Wort Gottes stehen. Wie z.B. bei den Moslems.

    Er wird angeredet mit Heiliger Vater. Darin eine Anbetung zu erkennen ist typisch evangelikales Reflexverhalten.
    Diese Anrede ist eine direkte Mißachtung des Wortes Jesu:
    "Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel." (Mt. 23:9)
    Und es ist eine Anbetung im übertragenen Sinne: alle, die ihn so anreden, sind seine Fans.

  3. #3

    Standard

    Zitat Zitat von ed Beitrag anzeigen
    Die Verehrung des Gekreuzigten ist nutzlos.
    Nur die Verehrung des Auferstandenen, und die Identifizierung mit ihm, bringt neues Leben.
    Für mich hängen Kreuzigung und Auferstehung eng zusammen. Das eine auszublenden, um nur das andere zu verehren, ergibt keinen Sinn.

    Alle Kunst ist nur Produkt menschlicher Fantasie.
    Im Mittelpunkt aber muß das Wort Gottes stehen. Wie z.B. bei den Moslems.
    Jetzt muss ich aber mal zurückfragen: In evangelikalen Gemeinden gibt es stundenlangen Lobpreis mit Musik, Licht, Flaggentanz und allen möglichen Formen von "performing arts", das ist offenbar alles toll und überhaupt kein Problem, "wir beten Gott an mit allen unseren Gaben". Aber sobald drüben bei Katholikens jemand Pinsel und Farbe in die Hand nimmt und seine Begabung einsetzt, um ein Bild an die Wand zu malen, schreit ihr "Götzenalarm". Wie passt das zusammen?

    Diese Anrede ist eine direkte Mißachtung des Wortes Jesu:
    "Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel." (Mt. 23:9)
    Und es ist eine Anbetung im übertragenen Sinne: alle, die ihn so anreden, sind seine Fans.
    Bei dem ersten würde ich dir sogar zustimmen. Aber das zweite (Anbetung im übertragenen Sinne) ist Quatsch, den du an den Haaren herbeiziehst, um den Vorwurf halten zu können. "Im übertragenen Sinn" anbeten - das können nicht mal Katholiken.
    Geändert von Sunigol (13.10.2014 um 10:40 Uhr)

  4. #4

    Standard

    Zitat Zitat von Sunigol Beitrag anzeigen
    Für mich hängen Kreuzigung und Auferstehung eng zusammen. Das eine auszublenden, um nur das andere zu verehren, ergibt keinen Sinn.
    Tausende wurden gekreuzigt, aber nur einer von den Toten auferweckt.
    Er hätte auch auf andere Weise getötet worden sein. Die Art des Todes spielt keine Rolle.
    Wichtig ist daß er auferwekt wurde. Und mit seiner Auferstehung ist unsere Wiedergeburt verbunden.
    Verehren wir das Kreuz, b.z.w. Christus am Kreuz, sind wir noch nicht wiedergeboren.

    Ausserdem kann man es zweideutig sehen:
    1. Er ist für uns gestorben. Hat sich aufgeopfert.
    2. Wir haben ihn getötet, und somit ihn besiegt.
    In jedem Fall hat er jetzt nichts mehr zu meleden. Jetzt bestimmen wir. Solange er tot ist.

    Die Auferstehung aber kann man nicht zweideutig nehmen.
    Der Auferstandene hat jetzt das Sagen.

    Jetzt muss ich aber mal zurückfragen: In evangelikalen Gemeinden gibt es stundenlangen Lobpreis mit Musik, Licht, Flaggentanz und allen möglichen Formen von "performing arts", das ist offenbar alles toll und überhaupt kein Problem, "wir beten Gott an mit allen unseren Gaben". Aber sobald drüben bei Katholikens jemand Pinsel und Farbe in die Hand nimmt und seine Begabung einsetzt, um ein Bild an die Wand zu malen, schreit ihr "Götzenalarm". Wie passt das zusammen?
    Der Lobpreis ist in der Bibel empfohlen. Die Bildermacherei aber verboten.

    Bei dem ersten würde ich dir sogar zustimmen. Aber das zweite (Anbetung im übertragenen Sinne) ist Quatsch, den du an den Haaren herbeiziehst, um den Vorwurf halten zu können. "Im übertragenen Sinn" anbeten - das können nicht mal Katholiken.
    Die Frage, ob der Papst ein Star oder sogar ein Superstar sei, würde der Papst selbst allerdings (sicherlich) verneinen. Eine solche Kategorie im Hinblick auf dieses Amt erscheint aus seiner Perspektive unpassend und unangemessen. Wenn man sich allerdings mit Hilfe einer sozialwissenschaftlichen Terminologie dem Phänomen Papst in der modernen, medial geprägten Weltgesellschaft zu nähern versucht, so assoziiert der Sozialwissenschaftler mit der dem Papst zuteil werdenden spezifischen Verehrung durch die Gläubigen eine bestimmte Form der öffentlichen Anerkennung, die im Kern den Charakter eines Starkults widerspiegelt. Soziologische Begriffe können ein Erklärungsmuster für die kollektive Verehrung, in deren Mittelpunkt die Person des Bischofs von Rom steht, anbieten.
    http://fsf.de/data/hefte/ausgabe/37/...n046_tvd37.pdf

  5. #5

    Standard

    Zitat Zitat von ed Beitrag anzeigen
    Er hätte auch auf andere Weise getötet worden sein. Die Art des Todes spielt keine Rolle.
    Wichtig ist daß er auferwekt wurde.
    Die Art des Todes ist nicht entscheidend, das stimmt. Aber um auferweckt zu werden, musste er nun mal zuerst sterben. Ich halte es deshalb nicht für vermessen, die ganze Geschichte (Tod und Auferstehung) zu feiern. Ich ertrage es aber, wenn du das anders siehst.

    Verehren wir das Kreuz, b.z.w. Christus am Kreuz, sind wir noch nicht wiedergeboren.
    Ich denke, für die meisten Katholiken ist die Vorstellung, zu Lebzeiten wiedergeboren zu werden, sowieso befremdlich. Das unterscheidet uns von Leuten wie dir.

    Der Lobpreis ist in der Bibel empfohlen. Die Bildermacherei aber verboten.
    Für Leute, die die Bibel buchstäblich nehmen, vielleicht. Zu denen gehöre ich aber nicht. Wenn die Musiker Gott mit ihrer Kunst loben sollen und dürfen, dann sollen dürfen die Maler und Bildhauer das auch. Alles andere wäre unlogisch.

    Und? Ist dir aufgefallen, dass das Wort "anbeten" im ganzen Artikel nicht einmal vorkommt? Merke dir bitte ein für allemal: Kein Katholik betet den Papst an. Und komm nicht immer wieder mit diesem Blödsinn, das wird durch Wiederholung nicht wahrer.
    Geändert von Sunigol (13.10.2014 um 13:14 Uhr)

  6. #6

    Standard

    Zitat Zitat von Sunigol Beitrag anzeigen
    Die Art des Todes ist nicht entscheidend, das stimmt. Aber um auferweckt zu werden, musste er nun mal zuerst sterben. Ich halte es deshalb nicht für vermessen, die ganze Geschichte (Tod und Auferstehung) zu feiern. Ich ertrage es aber, wenn du das anders siehst.
    Gefeiert muß überhaupt nichts. Wie oft feierst du den Uniabschluß deines Hausarztes? Der interresiert dich überhaupt nicht. Hauptsache er hat studiert und die Zulassung bekommen.
    Jetzt ist er Arzt. Und als solchen nimmst du ihn wahr, und seine Dienste in Anspruch.
    Aber ohne das Studium wäre er doch nie Arzt geworden, oder? Warum interresierst du dich für seine Studienzeit nicht?

    Ich denke, für die meisten Katholiken ist die Vorstellung, zu Lebzeiten wiedergeboren zu werden, sowieso befremdlich. Das unterscheidet uns von Leuten wie dir.
    Weil dier Klerus der Kirche selbst durcheinander ist, versteht das Evangelium nicht.
    Denn im Katechismus der katholischen Kirche heißt es:
    "Mit Christus auferstanden.
    Christus wird uns am letzten Tag auferwecken; andererseits sind wir aber schon in gewisser Weise mit Christus auferstanden. Durch den Heiligen Geist ist das christliche Leben schon jetzt auf Erden eine Teilhabe am Tod und an der Auferstehung Christi ...
    Die Gläubigen sind durch die Taufe mit Christus vereint und haben deshalb schon jetzt wirklich Anteil am himmlischen Leben des auferweckten Christus."
    Es wird aber nicht gelehrt, was das bedeutet, und wie man es ausleben kann.

    Weiter eißt es:
    "Die Taufe ist das Sakrament der Wiedergeburt ...
    Das Eintauchen ins Wasser versinnbildlicht das Begrabenwerden des Katechumenen in den Tod Christi, aus dem er durch die Auferstehung mit ihm als eine neue Schöpfung hervorgeht."
    Aber keiner glaubt daß er wirklich mit Christus gestorben und auferstanden ist. Das unterscheidet uns von Leuten wie ihr.

    Für Leute, die die Bibel buchstäblich nehmen, vielleicht. Zu denen gehöre ich aber nicht. Wenn die Musiker Gott mit ihrer Kunst loben sollen und dürfen, dann sollen dürfen die Maler und Bildhauer das auch. Alles andere wäre unlogisch.
    Also, weißt du alles besser als Gott? Du hast nicht nötig bei ihm zu lernen?

    Und? Ist dir aufgefallen, dass das Wort "anbeten" im ganzen Artikel nicht einmal vorkommt? Merke dir bitte ein für allemal: Kein Katholik betet den Papst an. Und komm nicht immer wieder mit diesem Blödsinn, das wird durch Wiederholung nicht wahrer.
    Anbeten bedeutet auch
    überschwänglich verehren: Die Fans beten diesen Sänger regelrecht an., Er betet seine neue Freundin förmlich an.
    übertrieben begeistert verehren: Sie bewundert ihn, betet ihn geradezu an.
    http://de.thefreedictionary.com/anbetet

    Das ist die richtige Anbetung im Geist und in der Wahrheit.
    Das religiöse Beten aber ist keine wirkliche Anbetung, wenn man von Gott nicht begeistert ist.

  7. #7

    Standard

    Zitat Zitat von ed Beitrag anzeigen
    Gefeiert muß überhaupt nichts. Wie oft feierst du den Uniabschluß deines Hausarztes? Der interresiert dich überhaupt nicht. Hauptsache er hat studiert und die Zulassung bekommen.
    Jetzt ist er Arzt. Und als solchen nimmst du ihn wahr, und seine Dienste in Anspruch.
    Aber ohne das Studium wäre er doch nie Arzt geworden, oder? Warum interresierst du dich für seine Studienzeit nicht?
    Na, ich hoffe doch, dass mein Arzt nie in die Lage kommt, mich auferwecken zu müssen ...

    Im übrigen habe ich dir erklärt, wie Tod und Auferstehung für mich zusammenhängen. Es gibt nichts hinzuzufügen.

    Also, weißt du alles besser als Gott? Du hast nicht nötig bei ihm zu lernen?
    Ha, jetzt denkst du, du hast mich erwischt! Aber nein, Lernen, so wie ich es verstehe, heißt: Über sein Wort nachdenken und den Sinn darin entdecken (und anwenden, natürlich). Dafür haben wir einen Verstand. Lernen heißt nicht: Buchstabe für Buchstabe befolgen und auf den Sinn pfeifen. Dafür bräuchten wir keinen Verstand, das kann jeder Einzeller.

    Das ist die richtige Anbetung im Geist und in der Wahrheit.
    Das religiöse Beten aber ist keine wirkliche Anbetung, wenn man von Gott nicht begeistert ist.
    Wie willst du das von außen erkennen? Ist es nur dann richtig, wenn einer zuckend umfällt und Schaum vor dem Mund hat?

  8. #8

    Standard

    Zitat Zitat von ed Beitrag anzeigen
    Verehren wir das Kreuz, b.z.w. Christus am Kreuz, sind wir noch nicht wiedergeboren.
    Das Kreuz wird nicht verehrt, es dient als Symbol des Leidens Christi und im Zuge dessen des gesamten Christentums (oder vielleicht ohne Evangelikale?).

    Zitat Zitat von ed Beitrag anzeigen
    Diese Anrede ist eine direkte Mißachtung des Wortes Jesu:
    "Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel." (Mt. 23:9)
    Und es ist eine Anbetung im übertragenen Sinne: alle, die ihn so anreden, sind seine Fans.
    Die Rolle des Papstes in seinem Selbstverständnis mag man beurteilen wie man will (ich sehe sie in der momentanen Art und Weise für unhaltbar). Das man aber nunmehr nicht mehr Vater zu ihm sagen soll, halte ich gelinde gesagt für Korinthenkackerei.


 

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