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  1. #21
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    hi liebes provisorium :)

    wow... eine sehr lange antwort. da hast du dir viele gedanken gemacht und vor allem viel zeit genommen für mich kompliziertes und (auch oft) launisches wesen.. danke :)
    also..beim ersten lesen war ich überfordert mit deinen gedanken wenn ich das so ehrlich sagen darf. du hast super gut erklärt aber deine gedanken dazu und deine sicht auf die welt ist sowas von anders als meine, oder was ich kenne. und zuerst war ich von so viel text und so viel tiefgründigen gedanken voll geplättet. zwischendurch klang dein post auch mal ein bischen genervt... aber vll denke ich das auch nur weil ich schon mit ner genervten stimmung angefangen hab zu lesen..? (hatte vorher diskussion mit meiner schwester^^). ist auch egal, ich versuche mal ein paar deiner sachen zu beantworten (sorry das ich nicht auf alles eingehen kann).


    Zitat Zitat von Provisorium Beitrag anzeigen

    Sorry, dass war keine Absicht und ändert zum Glück ja auch rein gar nichts an meiner Antwort an dich und auch der Sinn deines ursprünglichen Zitates bleibt davon ja eigentlich unberührt....
    kein problem..ich weiss es war keine absicht. und doch..für mich ändert es schon was, denn ich finds doof wenn deine & meine worte (aus versehen) vermischt werden, das verwirrt und führt am ende vll zu missverständnissen^^ deswegen ist es mir wichtig klarzustellen was du geschrieben hast und was ich geschrieben habe... denn du sollst ja mir antworten und nicht dir selbst (wie es dadurch aus versehen passiert ist), auch wenns an deinen eig gedanken nix ändert wars mir trotzdem wichtig. ich bin da pingelig

    Was genau wünschst du dir denn da und inwiefern soll Gott dafür sorgen? Und meinst du, dass diese Menschen, von denen du annimmst, dass ihnen alles in den Schoß fallen würde, von Gott mehr geliebt werden, als du von ihm geliebt wirst? Also das quasi Gott dafür sorgt, dass sie es im Leben leichter und andere schwerer haben?
    diese frage kann ich dir leider nicht so beantworten. für dich ists wahrscheinlich eine ganz einfache frage. aber es hat gründe warum ich oft denke/das gefühl habe gott "liebt" andere menschen mehr als mich und denen geht es deswegen auch besser. diese gründe sind aus bestimmten erfahrungen entstanden die ich in einem öffentlichen forum nicht erzählen will. ist vll jetzt doof für dich aber ich hoffe das akzeptierst du.

    Wäre Gott dann nicht zuvorderst so etwas wie ein "Produzent für persönliches, weltliches Lebensglück und Erfolg? Und wäre das nicht insofern etwas doof, weil es sich in dieser Welt doch nun einmal so verhält, "dass des einen Freud, des anderen Leid ist"?
    doch.. genau so wäre es. aber weisst du ich denke gar nicht daran erfolgreich zu sein und ganz viel glück in allem zu haben. oder daran viel geld zu haben damit ich mir alles leisten kann was ich mir mal wünsche usw... ich denke nicht so materiell. meine gedanken beziehen sich auf was ganz anderes, nämlich ob gott mich, wenn es ihn gibt, behütet oder ob er sich von mir abwendet. aber auch das hängt mit der erfahrung zusammen von der ich oben geredet habe und darüber möchte ich nicht sprechen.

    deine vielen beispiele sind gut und ja, stimmt. ich hab heute abend beim fernsehn mal auf die werbung geachtet und die zeitschriften die bei mir so rumfliegen durchblättert. es wird wirklich viel versprochen aber all das, auch das was du in deinen beispielen aufzählst sind materielle dinge die "glück" oder ein leichtes leben bringen sollen (geld, urlaub, haus, klamotten). um sowas geht es mir nicht. ich will nicht genau so ein grosses und modernes haus haben wie die leute gegenüber weil ich denke die leben ja viel besser als ich in meinem 38qm appartement. ich will auch gar nicht in den urlaub fahren (btw..ich hasse reisen) weil leute die in südfrankreich leben es ja viel schöner haben als ich hier. und ich will auch später nicht das schönste auto, die grösste familie oder den schönsten und reichesten mann in rheinland-pfalz haben weil es mir ja dann viel besser gehen würde als kindern in der 3. welt die verhungern oder an ebola sterben.
    wenn ich den eindruck vermittelt hab so ein "glück" haben zu wollen dann tuts mir leid aber das ist nicht so. ich denke es ist ganz normal das man sich auch mal ab und zu(!) mit anderen vergleicht. ich meine ich bin eben noch keine 50 jahre alt und hab die mega lebenserfahrungen usw... ich will alles ausprobieren, will vergleichen, sehen wie andere bestimmte dinge machen, will antworten, will erfahrungen machen und dann gucken wo ich hinkomme. vll haben viele leute das nimemr nötig weil sie "angekommen" sind und ihre erfahrungen gesammelt haben. ich aber nicht und deswegen vergleiche ich eben auch manchmal. meine eigenen erfahrungen mache ich aber trotzdem, ich mache mein "glück" nicht abhängig von anderen menschen o.O hätte ich das gemacht würde ich heute offen gesagt nicht hier sitzen und dir diese zeilen schreiben.

    nein mir gehts darum, mich behütet zu fühlen, von gott beschützt, das ich (innerlich) fühle das er da ist, das ich okay bin, es auch verdient hab mich zu freuen. das es okay ist fehler zu machen ohne dafür von gott gehasst zu werden und in die hölle zu kommen (ich bleib mal bei dem christlichen). ich vermisse das gefühl das leben ohne belastende gedanken genießen zu können (das meinte ich mit der leichtigkeit und dem glück das andere oft ausstrahlen, es wirkt dann so als würden manche menschen wie in einer glaskuppel vor allem belastenden verschont bleiben). ich habe die erwartung bzw die hoffnung (das ist das bessere wort) das...wenn es einen gott gibt und er allmächtig und allwissend ist... mich behütet. verstehst du das? ich hab keine besondere erwartung wie mein leben auszusehen hat. das ist vor allem das, von dem ich noch am wenigsten weiss wie es mal sein wird.

    das es auf der welt nicht fair zu geht das weiss ich auch. ich geh ja nicht blind durch die welt und ich weiss das manche bessere lebensbedingungen haben als andere. dafür mache ich gott nicht verantwortlich. aber manchmal die menschen. aber das ist jetzt wieder ne andere sache..

    ob ich jetzt gott finde wenn ich darauf schaue was die menschen tun das weiss ich nicht. wenn aber gott doch in jedem menschen "wohnt"..wieso soll ich mir dann nicht die menschen genau ansehn? vll erkenne ich ja in dem ein oder anderen doch sowas wie göttlichkeit? und die menschen oder das was um mich herum ist das kann ich wenigstens iwie begreifen. ich versuchs zumindest. mir fällt es ehrlich gesagt im moment (das war nicht immer so) schwer an etwas zu glauben was für mich so unerreichbar ist. ich finde es auch nicht schlimm wenn man zuerst seine wünsche, sehnsüchte und vorstellung findet...denn dann weiss man wenigstens was man will bzw. wos vll hin gehn soll. das hilft einem doch auch auf der suche...vll eher auf der suche nach sich selber als nach gott, ja, aber auch das muss man doch erstmal hinkriegen bevor man gott findet oder? und.. eins kann ich klar sagen. ich bin definitiv nicht im reinen mit mir selbst. wie soll ich dann auch gott offen sein..

    Zum Beispiel muss man erst einmal die große Liebe finden, damit alles super werden kann und dann hat man die große Liebe gefunden, aber so richtig super ist es dann längerfristig leider doch nicht. Also denkt man, dass man die große Liebe erst einmal heiraten muss und dann wird das Leben bestimmt spitze. Aber dann ist man verheiratet und trotzdem ist nicht alles toll. Also, so denkt man sich, müsste man vielleicht noch ein eigenes Haus bauen und Kinder haben und dann wird das Leben erst so richtig sinnvoll!
    frustrierend bitte nicht dieses beispiel erwähnen.

    Immer erwartet man das Leben und das Lebensglück in Verbindung mit einer ganz bestimmten Situation und man glaubt, man müsste die Situation nur herstellen, oder zumindest die Voraussetzungen dafür schaffen und dann muss das Glück doch kommen! Aber das Glück ist ein unsteter Geselle und zudem noch eine treulose Tomate und wenn es dann tatsächlich mal da ist, verschwindet es nicht selten auch ganz schnell wieder....
    ja. aber wie soll man es denn auch sonst machen? wie? und wenn es nur die situation ist das ich iwann man mit mir im reinen bin und ruhig werde. wenn mir das doch hilft und es dazu führt das ich gott erkennen kann? warum denn nicht?
    wenn du sagst das du von zeit zu zeit betest. oder meditierst. und das dir das ganz wichtig ist. dann tust du doch auch nix anderes. du führst eine situation herbei (meditieren) von der du weisst das sie dir gut tut und kommst dadurch zu einem persönlichen glück (innere leere/gottesbegegnung).
    mit glück hat das nix zu tun aber es ist doch normal das man sich situationen schafft die gut tun, die helfen, die positiv sind. wie soll es auch sonst klappen? von nix kommt nix? ich versteh das nicht wie du das meinst.

    Und darum ist der gegenwärtige Augenblick, ganz egal wie ich ihn selbst gerade empfinden mag, losgelöst von allem Glück und Unglück meiner Existenz, auf immer gleiche Weise mit Gott verbunden und bin ich selbst auf immer gleiche Weise mit ihm verbunden, denn er schafft mein Sein und ist der Schöpfer allen Lebens. Und darum suche ich nicht zuvorderst das Glück, suche keine glücklichen Momente, sondern ich suche in jedem Moment Gott und sein Angesicht, wie er in das Haus meines Lebens schaut. Und das ist meine Lust, die nach Ewigkeit verlangt...
    ja, das klingt schön. und es ist toll wenn du das hinbekommst und so empfindest. ich kann es leider nicht. ich suche noch und fühle mich grade orientierungslos. und ich sehne mich nach glücklichen momenten. dann häng ich eben nach... ist aber so. glücklich sein ist ja nicht von materieller existenz abhängig. ich suche nach dem gefühl genauso akzeptiert zu sein wie alle anderen. aber das ist leider schwer zu erklären wenn ich nicht die ganzen details vom wieso und warum erklären kann. bzw. will. sorry.

    Wenn du sagst, dass Gott ja auch von dir etwas erwartet und du meinst damit zum Beispiel das Einhalten bestimmter Gebote, dann würde Gott doch seine Beziehung zu dir von der Einhaltung dieser Gebote abhängig machen. Und ein Gott, der sich von irgendetwas abhängig macht, wäre doch ein unfreier Gott und ein unfreier Gott ist doch irgendwie nicht so richtig göttlich, oder?
    ja...richtig. deswegen fällts mir so schwer an die christlichen bilder zu glauben. ehrlich gesagt stösst mich das christentum total ab. andererseits kann ich aber nicht aufhören in so linien zu denken. wahrscheinlich weil ich christlich erzogen wurde, ka.

    Das ganze Thema berührt natürlich die Frage nach dem Gottesbild, also welches Bild wir von Gott haben und daraus resultieren dann sowohl die Erwartungen die wir an ihn haben, also auch die Erwartungen, die er an uns hat.
    mein gottesbild ist so verschwommen wie der milchschaum aufm latte macchiato :)


    Ich persönlich erwarte von Gott das er da ist und das er gerecht ist und das ich lernen kann, mir seiner Gegenwart bewusst zu werden. Und das unabhängig davon, wie es mit mir gerade steht.
    genau das meine ich doch...nix anderes will ich erfahren. und das erwarte ich...so wie du.

    Darf ich fragen, inwiefern du Gott spüren magst? Also da hast du doch bestimmt auch irgendwelche Erwartungen, oder?
    ich will ihn spüren egal ob es mir gut oder schlecht geht. ob ich gerade heulend auf meinem sofa sitze, ob ich nachts in meinem bett liege oder mit den kleinen kindern in der kita lache weil sie so niedlich sind und so lustige sachen erzählen.
    ich will das ich mich innerlich befreit fühle weil ich weiss da ist gott der auf mich aufpasst und da ist und das es kein grund gibt an mir selbst so zu zweifeln. aber das alles fühle ich nicht. ich fühle gar nix, ich spüre nicht die "liebe" von der so viele gläubige immer sprechen. und ich hab auch nicht das gefühl das da ein wesen ist zu dem ich "kontakt" haben kann. viele menschen die von sich sagen gott gefunden zu haben oder eine beziehung zu ihm zu haben (ich frage mich immer...wie kann man ne beziehung zu etwas haben was gar nicht greifbar ist?) sprechen davon total glücklich zu sein und immer zu fühlen das sie nicht alleine sind, das sie gott ihre sorgen geben können und sie sich seit sie ihn gefunden haben super fühlen, iwie erfüllt und angekommen. noch nie hab ich sowas gefühlt. ich will wissen wie es ist innerlich ruhig zu sein, nicht so zerrissen.

    die innere leere die du beschreibst die kenne ich auch. allerdings ist die für mich eher negativ. immer wenn ich mich innerlich leer fühle gehts mir total schlecht. wie kann eine innere leere positiv sein? wie kann man da gott als wesen fühlen?

    Dazu habe ich in Post #5 schon so einiges geschrieben und mag mich jetzt nicht wiederholen, weil dieser Post sowieso schon wieder so unfassbar lang geworden ist und ich noch ewig weiter reden könnte, weil ich eigentlich noch gar nicht so richtig auf den Punkt gekommen bin!


    Aber, liebe Liliy, mach dich bitte nicht zu verrückt. Du machst das alles schon ganz richtig so! Du stellst ehrlich deine Fragen und suchst nach Antworten und mehr kann kein Mensch und kein Gott von dir verlangen.
    gut zu wissen... :)

    ich wünsche dir noch ne gute nacht.

    lg lily

    ps. zu faul bin tippfehler nachzusehen...^^
    Geändert von thalestris (02.09.2014 um 22:32 Uhr)
    https://www.youtube.com/watch?v=NqyAqz85_7E

    fairytales don´t always have a happy ending, do they?

    Wenn ich mit Gott spreche, dann nennt man das beten. Wenn Gott mit mir spricht, dann nennt man das Psychose :D :D

  2. #22
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    wow... eine sehr lange antwort. da hast du dir viele gedanken gemacht und vor allem viel zeit genommen für mich kompliziertes und (auch oft) launisches wesen.. [IMG]file:///C:/Users/DELL-E~1/AppData/Local/Temp/msoclip1/01/clip_image001.gif[/IMG] danke :)
    Bitteschön. :-)

    Zitat Zitat von thalestris Beitrag anzeigen
    also..beim ersten lesen war ich überfordert mit deinen gedanken [IMG]file:///C:/Users/DELL-E~1/AppData/Local/Temp/msoclip1/01/clip_image002.gif[/IMG] wenn ich das so ehrlich sagen darf. du hast super gut erklärt aber deine gedanken dazu und deine sicht auf die welt ist sowas von anders als meine, oder was ich kenne. und zuerst war ich von so viel text und so viel tiefgründigen gedanken voll geplättet. zwischendurch klang dein post auch mal ein bischen genervt... aber vll denke ich das auch nur weil ich schon mit ner genervten stimmung angefangen hab zu lesen..? (hatte vorher diskussion mit meiner schwester^^). ist auch egal, ich versuche mal ein paar deiner sachen zu beantworten (sorry das ich nicht auf alles eingehen kann).
    Mein Post an dich war nicht flüssig und im Zusammenhang geschrieben, das ist das Problem. Ich musste drei Anläufe nehmen, weil ich immer wieder unterbrochen worden bin und sowas bekommt einem Text nie sonderlich gut. Genervt war ich aber zu keinem Zeitpunkt, nur fürchterlich erschöpft, weil ich eine sehr anstrengende Arbeitswoche hatte, mit Notarzteinsatz bei dem alles schief gegangen ist, was schief gehen kann (Patient lebt aber noch ;-)) und insgesamt war meine Woche halt echt schlimm.

    Zitat Zitat von thalestris Beitrag anzeigen
    kein problem..ich weiss es war keine absicht. und doch..für mich ändert es schon was, denn ich finds doof wenn deine & meine worte (aus versehen) vermischt werden, das verwirrt und führt am ende vll zu missverständnissen^^ deswegen ist es mir wichtig klarzustellen was du geschrieben hast und was ich geschrieben habe... denn du sollst ja mir antworten und nicht dir selbst (wie es dadurch aus versehen passiert ist), auch wenns an deinen eig gedanken nix ändert wars mir trotzdem wichtig. ich bin da pingelig [IMG]file:///C:/Users/DELL-E~1/AppData/Local/Temp/msoclip1/01/clip_image003.gif[/IMG]
    Ich kann dir genau sagen, wie sowas passiert. Ich schreibe an meinem Text und manchmal stelle ich dann einen Teil des Textes zurück, weil mir zunächst noch was Besseres eingefallen ist. Den zurückgestellten Teil verschiebe ich dann nach unten. Ich lasse nämlich zwischen dem was ich aktuell schreibe und dem restlichen Text, also all dem, was mein Gesprächspartner als Zitat geschrieben hat, ein wenig Platz, um eben nicht durcheinander zu kommen. Nun muss sich aber so ein kleiner Teil des von mir geschriebenen und nach unten verschobenen Textes in dein Zitat geschummelt haben und ich hab es nicht gemerkt. Dann habe ich die Quotenklammer zur Kennzeichnung eines Zitates gesetzt und schwupps waren fünf Worte von mir dabei, die auch sinngemäß recht gut gepasst haben, weshalb mir das beim Lesen nicht aufgefallen ist. Das war alles!

    Zitat Zitat von thalestris Beitrag anzeigen
    diese frage kann ich dir leider nicht so beantworten. für dich ists wahrscheinlich eine ganz einfache frage. aber es hat gründe warum ich oft denke/das gefühl habe gott "liebt" andere menschen mehr als mich und denen geht es deswegen auch besser. diese gründe sind aus bestimmten erfahrungen entstanden die ich in einem öffentlichen forum nicht erzählen will. ist vll jetzt doof für dich aber ich hoffe das akzeptierst du.
    Das ist schon ok! Mich wundert halt immer nur, dass manche Menschen zu denken scheinen, dass weltlicher Erfolg und ein schönes Leben Ausdruck davon sind, dass Gott diese Menschen besonders liebt. Ich meine das Leben von Jesus war (gerade zum Ende hin) ja auch nicht gerade frei von Problemen - im Gegenteil!

    Zitat Zitat von thalestris Beitrag anzeigen
    doch.. genau so wäre es. aber weisst du ich denke gar nicht daran erfolgreich zu sein und ganz viel glück in allem zu haben. oder daran viel geld zu haben damit ich mir alles leisten kann was ich mir mal wünsche usw... ich denke nicht so materiell. meine gedanken beziehen sich auf was ganz anderes, nämlich ob gott mich, wenn es ihn gibt, behütet oder ob er sich von mir abwendet. aber auch das hängt mit der erfahrung zusammen von der ich oben geredet habe und darüber möchte ich nicht sprechen.
    Also diesbezüglich kann ich dich aus meiner Erfahrung heraus völlig beruhigen! Gott wendet sich niemals von dir ab! Würde er sich von dir abwenden, wärst du im gleichen Augenblick nicht mehr da, nicht mehr existent, weg, verschwunden, spurlos, aufgelöst....:-)

    Zitat Zitat von thalestris Beitrag anzeigen
    deine vielen beispiele sind gut und ja, stimmt. ich hab heute abend beim fernsehn mal auf die werbung geachtet und die zeitschriften die bei mir so rumfliegen durchblättert. es wird wirklich viel versprochen aber all das, auch das was du in deinen beispielen aufzählst sind materielle dinge die "glück" oder ein leichtes leben bringen sollen (geld, urlaub, haus, klamotten). um sowas geht es mir nicht. ich will nicht genau so ein grosses und modernes haus haben wie die leute gegenüber weil ich denke die leben ja viel besser als ich in meinem 38qm appartement. ich will auch gar nicht in den urlaub fahren (btw..ich hasse reisen) weil leute die in südfrankreich leben es ja viel schöner haben als ich hier. und ich will auch später nicht das schönste auto, die grösste familie oder den schönsten und reichesten mann in rheinland-pfalz haben weil es mir ja dann viel besser gehen würde als kindern in der 3. welt die verhungern oder an ebola sterben.
    wenn ich den eindruck vermittelt hab so ein "glück" haben zu wollen dann tuts mir leid aber das ist nicht so. ich denke es ist ganz normal das man sich auch mal ab und zu(!) mit anderen vergleicht. ich meine ich bin eben noch keine 50 jahre alt und hab die mega lebenserfahrungen usw... ich will alles ausprobieren, will vergleichen, sehen wie andere bestimmte dinge machen, will antworten, will erfahrungen machen und dann gucken wo ich hinkomme. vll haben viele leute das nimemr nötig weil sie "angekommen" sind und ihre erfahrungen gesammelt haben. ich aber nicht und deswegen vergleiche ich eben auch manchmal. meine eigenen erfahrungen mache ich aber trotzdem, ich mache mein "glück" nicht abhängig von anderen menschen o.O hätte ich das gemacht würde ich heute offen gesagt nicht hier sitzen und dir diese zeilen schreiben.
    Ja natürlich ist es normal, dass man sich mit anderen vergleicht. Ich würde das nie als anormal, oder falsch bezeichnen. Aber im Vergleich mit anderen Menschen sieht man häufig nicht die ganze Wahrheit und selektiert sehr stark in seiner Wahrnehmung. Grundsätzlich halte ich es für sinnvoll, sich auf sich selbst zu konzentrieren und nicht zu sehr in einer "was-wäre-wenn-Welt" zu leben. Aber das ist nur meine Meinung.

    Zitat Zitat von thalestris Beitrag anzeigen
    nein mir gehts darum, mich behütet zu fühlen, von gott beschützt, das ich (innerlich) fühle das er da ist, das ich okay bin, es auch verdient hab mich zu freuen. das es okay ist fehler zu machen ohne dafür von gott gehasst zu werden und in die hölle zu kommen (ich bleib mal bei dem christlichen). ich vermisse das gefühl das leben ohne belastende gedanken genießen zu können (das meinte ich mit der leichtigkeit und dem glück das andere oft ausstrahlen, es wirkt dann so als würden manche menschen wie in einer glaskuppel vor allem belastenden verschont bleiben). ich habe die erwartung bzw die hoffnung (das ist das bessere wort) das...wenn es einen gott gibt und er allmächtig und allwissend ist... mich behütet. verstehst du das? ich hab keine besondere erwartung wie mein leben auszusehen hat. das ist vor allem das, von dem ich noch am wenigsten weiss wie es mal sein wird.
    Also ein Leben ohne belastende Gedanken ist zwar ein schöner Traum, aber nicht sehr realistisch. Meist hat man in irgendeiner Art und Weise seine kleinen und großen Sorgen. Damit muss man lernen umzugehen und dabei möglichst nicht denken, dass man dabei keine Fehler machen darf. Man wird ganz sicher Fehler machen, aber aus Fehlern kann man ja auch lernen und Gott hat meines Wissens nie die Fehlerfreiheit des Menschen eingefordert.

    Ich meine wahrzunehmen, dass du zurzeit in einer schwierigen Lebensphase/-situation bist und dir sozusagen "himmlichen Beistand" wünschst, von dem aber nichts zu spüren ist. Aber wahrscheinlich brauchst du jetzt erst einmal ein bisschen Zeit, um dich in deinem Leben zurecht zu finden und vertrauen zu lernen, dass du so wie du bist, völlig in Ordnung bist!

    Wenn du dich selbst als die annehmen kannst, die du bist, mit all den guten und schlechten Seiten, mit all dem Potential und auch den Grenzen deiner Möglichkeiten, dann kommst du der Sache schon näher, wie auch Gott dich sieht. Aber wenn du dich zurzeit selbst nicht wirklich leiden kannst, dann überträgst du das vielleicht auch auf Gott? Ich hab' ja keine Ahnung wie du zu dir selbst stehst und es geht mich auch nichts an, aber wenn du dir im Unklaren bist, ob es okay ist Fehler zu machen und fürchtest, eventuell in die Hölle zu kommen und das Gott dich hasst, wie du schreibst, dann hast du dich höchstwahrscheinlich selbst noch nicht so wirklich angenommen?

    Zitat Zitat von thalestris Beitrag anzeigen
    ob ich jetzt gott finde wenn ich darauf schaue was die menschen tun das weiss ich nicht. wenn aber gott doch in jedem menschen "wohnt"..wieso soll ich mir dann nicht die menschen genau ansehn? vll erkenne ich ja in dem ein oder anderen doch sowas wie göttlichkeit? und die menschen oder das was um mich herum ist das kann ich wenigstens iwie begreifen. ich versuchs zumindest. mir fällt es ehrlich gesagt im moment (das war nicht immer so) schwer an etwas zu glauben was für mich so unerreichbar ist. ich finde es auch nicht schlimm wenn man zuerst seine wünsche, sehnsüchte und vorstellung findet...denn dann weiss man wenigstens was man will bzw. wos vll hin gehn soll. das hilft einem doch auch auf der suche...vll eher auf der suche nach sich selber als nach gott, ja, aber auch das muss man doch erstmal hinkriegen bevor man gott findet oder? und.. eins kann ich klar sagen. ich bin definitiv nicht im reinen mit mir selbst. wie soll ich dann auch gott offen sein..
    Ja, das ist es was ich oben meinte. Wenn man mit sich selbst nicht im Reinen ist, dann ist es generell schwer daran zu glauben, dass man von Gott geliebt wird, oder das sowas wie einen Gott überhaupt gibt.

    Das liegt vielleicht daran, dass man sich selbst nicht für liebenswert hält, oder eben daran, dass man meint, man wäre so wie man ist, nicht ok. Aber woher kommt denn solch ein Denken? Das haben einem doch irgendwelche Erfahrungen in den Kopf gesetzt. Und wenn man nun immer nur auf diese Erfahrungen schaut, als quasi nach hinten schaut, dann kann man in der Zukunft auch keine anderen Erfahrungen sehen. Und da warten mit Sicherheit noch andere Erfahrungen auf dich, die dir bewusst machen, wie wertvoll du bist und das du so wie du bist, völlig in Ordnung bist.

    Ich weiß, das ist nicht gerade einfach sich von schlechten Erfahrungen zu lösen, aber es ist notwendig, weil man sonst nicht befreit in die Zukunft gehen kann. Jesus spricht zum Beispiel ständig davon, dass man sich nicht von seiner Vergangenheit gefangen nehmen lassen soll, dass man sich nicht Sorgen soll und er bringt das sehr häufig in Verbindung mit Vergebung.

    Vergebung ist für ihn von fundamentaler Bedeutung, denn nur wenn man sich selbst und anderen vergibt, kann man sich auch von schlechten Erfahrungen lösen und vielleicht sogar etwas Positives dabei für sich erkennen! Das klingt zwar ziemlich abgedroschen, aber es stimmt halt. Der Weg in die Freiheit führt über das frei werden von Bindungen, die einen gefangen halten und das können halt auch schlechte Erfahrungen sein....

    Zitat Zitat von thalestris Beitrag anzeigen
    ja. aber wie soll man es denn auch sonst machen? wie? und wenn es nur die situation ist das ich iwann man mit mir im reinen bin und ruhig werde. wenn mir das doch hilft und es dazu führt das ich gott erkennen kann? warum denn nicht?
    wenn du sagst das du von zeit zu zeit betest. oder meditierst. und das dir das ganz wichtig ist. dann tust du doch auch nix anderes. du führst eine situation herbei (meditieren) von der du weisst das sie dir gut tut und kommst dadurch zu einem persönlichen glück (innere leere/gottesbegegnung).
    mit glück hat das nix zu tun aber es ist doch normal das man sich situationen schafft die gut tun, die helfen, die positiv sind. wie soll es auch sonst klappen? von nix kommt nix? ich versteh das nicht wie du das meinst.
    Ich hatte einmal von Lebensglück gesprochen und den Versuchen dieses herzustellen und dabei festgestellt, dass man das Glück durchaus kurzfristig finden/herstellen kann, es dann aber wieder verschwindet und man quasi von vorne beginnen muss, also dass das Glück nicht beständig bei einem bleibt.

    Und dann habe ich davon gesprochen, dass das Glück nicht irgendwo da draußen ist und man es erst herstellen muss, sondern das es in einem ist und man sich dessen nur bewusst werden muss. Da in uns drinnen ist aber nicht das Glück in herkömmlichen Sinne, sondern es ist Gott und der ist auch da, wenn ich mich in der Welt in einer Situation befinde, die man gemeinhin als unglücklich bezeichnet.

    Die Frage ist ganz einfach, worauf mein Blick, meine Sinne gerichtet sind. Wenn ich irgendeinen Mist erlebe, dann ärgere ich mich nicht lange über diesen Mist, sondern ich lasse den Mist Mist sein und wende meinen Blick Gott zu. Dadurch verschwindet der Mist zwar nicht augenblicklich und vielleicht beschäftigt er mich noch eine ganze Zeit lang immer wieder mal, aber bei Gott habe ich Kraft getankt und Trost bekommen, um besser mit dem Mist umgehen zu können.

    Das man seinen Blick im Leben immer und ausschließlich auf irgendwas gerichtet halten muss und gerichtet hält, ist klar! Insofern bezieht man immer Stellung und versucht also eine ganz bestimmte Situation herbeizuführen, aber es ist schon ein fundamentaler Unterschied, ob man dabei selbst versucht, durch ein bestimmtes Verhalten, sozusagen durch eigenes Tun, das Glück entstehen zu lassen, oder ob man einfach auf Gott vertraut, sich ihm zukehrt, die Situation Situation sein lässt und bei ihm einfach nur auftankt.

    Die Aufgaben, die uns das Leben stellt, müssen immer irgendwie gelöst werden, aber die Frage dabei ist, ob man dabei nur allein auf sich vertrauen muss, oder ob man einen Beistand hat (erstmal egal ob menschlich, oder göttlich). Mit Beistand ist es einfacher, denke ich. Und selbst wenn man dann zunächst an der Aufgabe scheitern sollte, wird man nicht völlig in Selbstzweifel zurück gelassen, sondern man hat jemanden der einen aufbaut.

    Als gläubiger Mensch darf mir geschehen was immer auch geschehen mag, ich weiß mich in Gott geborgen. Da wird man einfach unabhängiger von bestimmten Lebenssituationen, die man nicht so toll findet.

    Zitat Zitat von thalestris Beitrag anzeigen
    ja, das klingt schön. und es ist toll wenn du das hinbekommst und so empfindest. ich kann es leider nicht. ich suche noch und fühle mich grade orientierungslos. und ich sehne mich nach glücklichen momenten. dann häng ich eben nach... ist aber so. glücklich sein ist ja nicht von materieller existenz abhängig. ich suche nach dem gefühl genauso akzeptiert zu sein wie alle anderen. aber das ist leider schwer zu erklären wenn ich nicht die ganzen details vom wieso und warum erklären kann. bzw. will. sorry.
    Du musst hier auch gar nichts detailliert erklären. Man spürt ja auch so schon, dass du irgendwie in einer Sinnkrise steckst und mit dir selbst keinen Frieden hast. Aber gerade deshalb finde ich es persönlich so schade und traurig, dass du in Betracht ziehst, dass dir auch Gott nicht friedlich gesinnt ist. Das ist er aber ganz sicher, denn er nimmt dich ja so an wie du bist. Nur scheinbar kannst du das zurzeit selbst nicht.

    Ich wünsche dir jedenfalls von Herzen, dass du dich mit anderen Augen zu betrachten lernen kannst!

    Zitat Zitat von thalestris Beitrag anzeigen
    ja...richtig. deswegen fällts mir so schwer an die christlichen bilder zu glauben. ehrlich gesagt stösst mich das christentum total ab. andererseits kann ich aber nicht aufhören in so linien zu denken. wahrscheinlich weil ich christlich erzogen wurde, ka.
    Ja, wahrscheinlich! Also ich habe, wie gesagt, auch erst meinen Frieden gefunden, als ich die Bilder Bilder hab sein lassen und mich davon befreit habe, Gott in einem ganz bestimmten Bild zu fassen, oder fassen zu wollen. Er ist was er ist und was er ist, das weiß ich nicht, aber das muss ich auch nicht wissen, weil mir da halt Grenzen gesetzt sind. Es ist nicht einfach, aber in manchen Dingen muss man einfach vertrauen...

    Zitat Zitat von thalestris Beitrag anzeigen
    ich will ihn spüren egal ob es mir gut oder schlecht geht. ob ich gerade heulend auf meinem sofa sitze, ob ich nachts in meinem bett liege oder mit den kleinen kindern in der kita lache weil sie so niedlich sind und so lustige sachen erzählen.
    ich will das ich mich innerlich befreit fühle weil ich weiss da ist gott der auf mich aufpasst und da ist und das es kein grund gibt an mir selbst so zu zweifeln. aber das alles fühle ich nicht. ich fühle gar nix, ich spüre nicht die "liebe" von der so viele gläubige immer sprechen. und ich hab auch nicht das gefühl das da ein wesen ist zu dem ich "kontakt" haben kann. viele menschen die von sich sagen gott gefunden zu haben oder eine beziehung zu ihm zu haben (ich frage mich immer...wie kann man ne beziehung zu etwas haben was gar nicht greifbar ist?) sprechen davon total glücklich zu sein und immer zu fühlen das sie nicht alleine sind, das sie gott ihre sorgen geben können und sie sich seit sie ihn gefunden haben super fühlen, iwie erfüllt und angekommen. noch nie hab ich sowas gefühlt. ich will wissen wie es ist innerlich ruhig zu sein, nicht so zerrissen.
    Also meiner persönlichen Erfahrung nach hört man nicht auf sich immer wieder mal zerrissen zu fühlen, auch wenn man sich mit Gott in Beziehung befindet, also Gott ein bewusster und wesentlicher "Bestandteil" des Alltags ist.

    Jesus hat sich sicher auch zerrissen gefühlt, als er betete, dass der Kelch doch bitte an ihm vorübergehen soll, aber eben nicht sein Wille, sondern Gottes Wille geschehen solle. Das ist doch ganz klar ein Ausdruck von Zerrissenheit, oder?

    Die gute Nachricht ist ja gerade, dass wir Mensch so sein dürfen wie wir sind, mit all unseren Emotionen, Unzulänglichkeiten, guten und schlechten Seiten und trotzdem und ganz grundsätzlich von Gott geliebt werden.

    Aber wenn wir uns selbst nicht annehmen können, als der Mensch der wir sind, dann können wir auch nicht glauben, dass Gott uns so annimmt, wie wir sind, weil wir uns mit uns selbst in Konflikt befinden und deshalb gar nicht offen sind, für das, was Gott in uns sieht. Wir sehen immer nur uns selbst und schauen mit unseren Augen auf unser Leben und wenn wir uns dann selbst nicht lieben, dann halten wir uns vielleicht grundsätzlich nicht für liebenswert und übertragen das dann auch auf Gott?

    Ich kann mich da leider nur wiederholen und dir von Herzen wünschen, dass dir bewusst wird, dass du so wie du bist, absolut in Ordnung bist und nichts leisten musst, um von Gott geliebt zu werden. Auch die Konflikte, die du in deinem Leben hast, werden sich mit der Zeit lösen, wenn du nicht an ihnen festhältst und in Selbstmitleid versinkst.

    Eines meiner persönlich größten Probleme war immer, dass ich wusste, dass ich manchen Dingen Recht hatte und mir Unrecht widerfahren war, aber da war niemand, der mal sagte, "ja Provisorium, du hattest Recht und dir ist Unrecht widerfahren". Darüber habe ich mich aufregen können wie ein Verrückter! :-)
    Aber erst als ich mich davon gelöst habe, das mir zustehende Recht auch bekommen zu wollen, habe ich Frieden finden können.

    Heute schaue ich nicht mehr so sehr nach hinten, auf all die Dinge und Situationen, in denen mir Unrecht widerfahren ist, sondern ich versuche für meine Zukunft Verantwortung zu übernehmen und nicht darüber zu jammern, was vergangen ist. Das ist auch so etwas wie Vergebung! Und es wirkt sehr befreiend!

    LG
    Provisorium
    Gott ist ein Gott der Gegenwart. Wie er dich findet, so nimmt und empfängt er dich, nicht als das, was du gewesen, sondern als das, was du jetzt bist. (Meister Eckhart)

  3. #23
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    Zitat Zitat von Provisorium Beitrag anzeigen
    Mein Post an dich war nicht flüssig und im Zusammenhang geschrieben, das ist das Problem. Ich musste drei Anläufe nehmen, weil ich immer wieder unterbrochen worden bin und sowas bekommt einem Text nie sonderlich gut. Genervt war ich aber zu keinem Zeitpunkt, nur fürchterlich erschöpft, weil ich eine sehr anstrengende Arbeitswoche hatte, mit Notarzteinsatz bei dem alles schief gegangen ist, was schief gehen kann (Patient lebt aber noch ;-)) und insgesamt war meine Woche halt echt schlimm.


    oh...das tut mir leid das deine woche echt schlimm war :/ aber gut das dein patient noch lebt :) in deinem beruf siehst du bestimmt sehr oft leute sterben. das wär echt nix für mich.

    btw... mir ist grade aufgefallen (weil ich deinen kompletten post zitiert hab um den dann in einzelne zitate zu zerlegen...) das ich auf deinen text klicken kann (bei mir ist der komplett unterstrichen und blau eingefärbt-wie ein link eben) und dann auf ne seite von deinem meister eckhart komme o.O war das absicht? im forum kann man das nicht sehn, nur wenn man deinen ganzen beitrag zitiert und auf "erweitert" klickt. strange
    aber egal.

    Das ist schon ok! Mich wundert halt immer nur, dass manche Menschen zu denken scheinen, dass weltlicher Erfolg und ein schönes Leben Ausdruck davon sind, dass Gott diese Menschen besonders liebt. Ich meine das Leben von Jesus war (gerade zum Ende hin) ja auch nicht gerade frei von Problemen - im Gegenteil!


    seufz...aber das denke ich doch gar nich. ich denke weder das weltlicher erfolg und ein "schönes leben" (was ein schönes leben ist, ist ja eh ansichtssache) ein zeichen dafür ist das gott diese menschen besonders liebt. was ich meinte war das ich manchmal(!) das gefühl habe das andere von belastenden dingen verschont sind und eine leichtigkeit austrahlen. ich weiss aber auch das jeder iwelche probleme hat und viele die nach aussen auch überspielen oder nicht zeigen. aber wenn es einem gerade selbst nich so besonders gut geht sieht man das vll nicht so und sieht nur das was andere nach aussen zeigen...ka. auf jeden fall weiss ich schon das jeder sein päckchen zu tragen hat. aber...und das hab ich schon so oft anderen gesagt...die tatsache das es anderen menschen auch nicht gut oder vll sogar noch viel schlechter geht als mir- diese tatsache löst weder meine baustellen noch ändert es was daran das ich mich grade schlecht fühle. das hat auch nix mit selbstmitleid zu tun. denn auch wenn ich mal meinen kummer rauslassen muss (was übrigens auch kein jammern ist...) mach ich ja trotzdem alles was ich kann um was dran zu ändern. ich sitze ja nicht daheim und jammer darüber wie scheisse es mir geht und wie dumm doch die welt ist und leg ansonsten die füsse hoch. es geht eig niemanden hier was an aber ich mache eine therapie, bin in ner beratung vor ort und versuche aktiv was zu ändern. das kannst du natürlich nicht wissen, denn du bist ja nicht hier. aber manchmal muss der kummer eben raus.. und grade wenns um so gaubensthemen geht passiert das meistens dann hier im forum, weil hier menschen sind die sich auch mit solchen themen befassen.
    das heisst aber weder das ich rumjammere, in selbstmitleid versinke und mir aber nicht helfen lasse. es heisst auch nicht das ich die augen vor allem verschliesse und nicht weiss das jeder seine problemstellen hat. und ich sehe mich auch nich als mittelpunkt der welt und alle anderen habens besser als ich. ich hoffe nicht das ich so nen eindruck mache denn so ist es nicht und es frustriert mich gerade wieder das worte so schnell falsch verstanden werden. ich will mich einfach nur über glaubensthemen unterhalten. deswegen bin ich hier.


    Also diesbezüglich kann ich dich aus meiner Erfahrung heraus völlig beruhigen! Gott wendet sich niemals von dir ab! Würde er sich von dir abwenden, wärst du im gleichen Augenblick nicht mehr da, nicht mehr existent, weg, verschwunden, spurlos, aufgelöst....:-)


    hm...vll bin ich ja schon dabei zu verschwinden & mich aufzulösen. ne...also...gut zu wissen :) wobei ich mir das grade bildlich vorstelle...

    Ich meine wahrzunehmen, dass du zurzeit in einer schwierigen Lebensphase/-situation bist und dir sozusagen "himmlichen Beistand" wünschst, von dem aber nichts zu spüren ist. Aber wahrscheinlich brauchst du jetzt erst einmal ein bisschen Zeit, um dich in deinem Leben zurecht zu finden und vertrauen zu lernen, dass du so wie du bist, völlig in Ordnung bist!
    ich arbeite dran :)

    Das man seinen Blick im Leben immer und ausschließlich auf irgendwas gerichtet halten muss und gerichtet hält, ist klar! Insofern bezieht man immer Stellung und versucht also eine ganz bestimmte Situation herbeizuführen, aber es ist schon ein fundamentaler Unterschied, ob man dabei selbst versucht, durch ein bestimmtes Verhalten, sozusagen durch eigenes Tun, das Glück entstehen zu lassen, oder ob man einfach auf Gott vertraut, sich ihm zukehrt, die Situation Situation sein lässt und bei ihm einfach nur auftankt.

    Die Aufgaben, die uns das Leben stellt, müssen immer irgendwie gelöst werden, aber die Frage dabei ist, ob man dabei nur allein auf sich vertrauen muss, oder ob man einen Beistand hat (erstmal egal ob menschlich, oder göttlich). Mit Beistand ist es einfacher, denke ich. Und selbst wenn man dann zunächst an der Aufgabe scheitern sollte, wird man nicht völlig in Selbstzweifel zurück gelassen, sondern man hat jemanden der einen aufbaut.

    Als gläubiger Mensch darf mir geschehen was immer auch geschehen mag, ich weiß mich in Gott geborgen. Da wird man einfach unabhängiger von bestimmten Lebenssituationen, die man nicht so toll findet.
    ich finde das faszinierend das so viele menschen auf etwas vertrauen, von dem sie gar nicht wissen (können) ob es wirklich existiert. was macht dich so sicher das es gott gibt und das er dir beistand gibt und du dich bei ihm "auftanken" kannst? ich meine wie merkst du das? zweifelst du da nie dran?
    und nein, ich bin nicht alleine, ich hab schon beistand :) da ist zb meine schwester, meine freunde, kasper, das forum, eine bestimmte frau die mir dabei hilft mein leben zu ordnen, meine großeltern und und und.... :) bin nich alleine.
    und da ist es wieder...du schreibst du "weisst" dich geborgen. was lässt dich im glauben so sicher werden das aus dem glauben wissen wird?

    Also meiner persönlichen Erfahrung nach hört man nicht auf sich immer wieder mal zerrissen zu fühlen, auch wenn man sich mit Gott in Beziehung befindet, also Gott ein bewusster und wesentlicher "Bestandteil" des Alltags ist.
    wie sieht eine gottesbeziehung eig aus? unter beziehung verstehe ich immer iwas greifbares, nähe, und gegenseitige reaktionen aufeinander... wie kann sowas mit einem wesen möglich sein das man weder sehen, noch hören oder berühren kann? ich würde das so gern verstehen..

    mal noch ne andere frage: wie kamst du eig zu diesem meister eckhart? wieso sagt dir gerade das was er sagt so zu?

    lg von der amazone
    https://www.youtube.com/watch?v=NqyAqz85_7E

    fairytales don´t always have a happy ending, do they?

    Wenn ich mit Gott spreche, dann nennt man das beten. Wenn Gott mit mir spricht, dann nennt man das Psychose :D :D

  4. #24
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    Zitat Zitat von thalestris Beitrag anzeigen
    oh...das tut mir leid das deine woche echt schlimm war :/ aber gut das dein patient noch lebt :) in deinem beruf siehst du bestimmt sehr oft leute sterben. das wär echt nix für mich.
    Ja, die Woche war echt schlimm. Momentan läuft's auf der Arbeit irgendwie nicht so rund und wenn man im Nachtdienst ganz allein für 42Menschen verantwortlich ist, von denen die meisten dement sind und sich nicht so richtig ausdrücken können, ist es manchmal eben schlimm! Und klar, es sterben auch immer wieder Leute.

    Zitat Zitat von thalestris Beitrag anzeigen
    btw... mir ist grade aufgefallen (weil ich deinen kompletten post zitiert hab um den dann in einzelne zitate zu zerlegen...) das ich auf deinen text klicken kann (bei mir ist der komplett unterstrichen und blau eingefärbt-wie ein link eben) und dann auf ne seite von deinem meister eckhart komme o.O war das absicht? im forum kann man das nicht sehn, nur wenn man deinen ganzen beitrag zitiert und auf "erweitert" klickt. strange [/COLOR] aber egal.
    Absicht war, dass ich einen Link setzten wollte, es aber nicht konnte. Die Linkfunktion hat irgendwie nicht funktioniert. Deshalb hab' ich den dann weggelassen. Nun ist er wohl wieder da. Sollte wohl so sein...:-)

    Zitat Zitat von thalestris Beitrag anzeigen
    seufz...aber das denke ich doch gar nich. ich denke weder das weltlicher erfolg und ein "schönes leben" (was ein schönes leben ist, ist ja eh ansichtssache) ein zeichen dafür ist das gott diese menschen besonders liebt.
    Und ich habe nicht geschrieben, dass du das denkst, sondern ich hatte geschrieben, dass es mich halt immer wundert, dass manche Menschen zu denken scheinen, dass weltlicher Erfolg und ein schönes Leben Ausdruck davon sind, dass Gott diese Menschen besonders liebt. Das ist zunächst einmal ganz allgemein gehalten und ich habe dabei an sowas wie das "Wohlstandsevangelium" gedacht, dass ja ganz gerne mal gepredigt wird.

    Du hattest aber selbst geschrieben:

    aber es hat gründe warum ich oft denke/das gefühl habe gott "liebt" andere menschen mehr als mich und denen geht es deswegen auch besser.
    Dann glaubst du also doch, dass es anderen Menschen besser geht, weil sie von Gott mehr geliebt werden, als du von ihm geliebt wirst, oder?

    Zitat Zitat von thalestris Beitrag anzeigen
    was ich meinte war das ich manchmal(!) das gefühl habe das andere von belastenden dingen verschont sind und eine leichtigkeit austrahlen. ich weiss aber auch das jeder iwelche probleme hat und viele die nach aussen auch überspielen oder nicht zeigen. aber wenn es einem gerade selbst nich so besonders gut geht sieht man das vll nicht so und sieht nur das was andere nach aussen zeigen...ka. auf jeden fall weiss ich schon das jeder sein päckchen zu tragen hat. aber...und das hab ich schon so oft anderen gesagt...die tatsache das es anderen menschen auch nicht gut oder vll sogar noch viel schlechter geht als mir- diese tatsache löst weder meine baustellen noch ändert es was daran das ich mich grade schlecht fühle. das hat auch nix mit selbstmitleid zu tun. denn auch wenn ich mal meinen kummer rauslassen muss (was übrigens auch kein jammern ist...) mach ich ja trotzdem alles was ich kann um was dran zu ändern. ich sitze ja nicht daheim und jammer darüber wie scheisse es mir geht und wie dumm doch die welt ist und leg ansonsten die füsse hoch. es geht eig niemanden hier was an aber ich mache eine therapie, bin in ner beratung vor ort und versuche aktiv was zu ändern. das kannst du natürlich nicht wissen, denn du bist ja nicht hier. aber manchmal muss der kummer eben raus.. und grade wenns um so gaubensthemen geht passiert das meistens dann hier im forum, weil hier menschen sind die sich auch mit solchen themen befassen.
    das heisst aber weder das ich rumjammere, in selbstmitleid versinke und mir aber nicht helfen lasse. es heisst auch nicht das ich die augen vor allem verschliesse und nicht weiss das jeder seine problemstellen hat. und ich sehe mich auch nich als mittelpunkt der welt und alle anderen habens besser als ich. ich hoffe nicht das ich so nen eindruck mache denn so ist es nicht und es frustriert mich gerade wieder das worte so schnell falsch verstanden werden. ich will mich einfach nur über glaubensthemen unterhalten. deswegen bin ich hier.
    Also wenn ich gewusst hätte das mein Satz...

    Das ist schon ok! Mich wundert halt immer nur, dass manche Menschen zu denken scheinen, dass weltlicher Erfolg und ein schönes Leben Ausdruck davon sind, dass Gott diese Menschen besonders liebt. Ich meine das Leben von Jesus war (gerade zum Ende hin) ja auch nicht gerade frei von Problemen - im Gegenteil!
    ...solch eine Reaktion in dir hervorruft, dann hätte ich ihn weggelassen!

    Ich habe echt keine Ahnung wo das jetzt gerade alles herkommt, aber ich wollte weder sagen, dass du dich hängen lässt, nur in Selbstmitleid versinkst und endlich mal deinen Hintern bewegen musst, noch das ich denke, dass du der Meinung bist, andere Menschen hätten es ja soviel einfacher!

    Ich hatte vielmehr davon geschrieben, dass ich das Gefühl habe, dass du dich zurzeit selbst nicht als den Menschen annehmen kannst, der du nun einmal bist!

    Ehrlich, mich frustriert es auch, wenn Worte so schnell falsch verstanden werden....

    Zitat Zitat von thalestris Beitrag anzeigen
    ich finde das faszinierend das so viele menschen auf etwas vertrauen, von dem sie gar nicht wissen (können) ob es wirklich existiert. was macht dich so sicher das es gott gibt und das er dir beistand gibt und du dich bei ihm "auftanken" kannst? ich meine wie merkst du das? zweifelst du da nie dran?
    Mein Gott existiert auch nicht! Existenz gibt es nur in der Welt! Mein Gott ist aber mit nichts weltlichem identifizierbar. Er ist über der Welt! Mit keiner Vorstellung identisch, also auch nicht mit der Existenz!

    Sicher macht mich die neuplatonische Philosophie, also die Vernunft! Das jetzt hier aufzudröseln würde den Rahmen des Threads sprengen. Aber das Ganze geht aus von Plotins Satz:

    Das seinstranszendente Eine steht über allem Seienden, weil das Seiende nur durch das Eine seiend ist. Etwas kann nur seiend sein, weil es zugleich eines ist. Wäre es nicht eines, so wäre es nichts.

    Das ist vernünftig, logisch! Das hat zunächst einmal gar nichts mit Glauben zu tun! Das ist einfach so! Alles was wir denken können, können wir nur als Einheit denken. Alles besteht aus Einheiten, auch das Viele, also der Gegensatz! Und weil im Einen und Vielen der Gegensatz zusammenfällt, muss zwangsläufig alles aus dem Einen kommen!

    Diese Eine muss aber undifferenziert und unbestimmt sein, denn wäre es mit irgendetwas identifiziert, wäre es nicht mehr absolut einfach, sondern eine Zweiheit. Wegen seiner absoluten Einfachheit bildet das absolut (transzendente) Eine den äußersten Gegensatz zum Differenzierten und Mannigfaltigen. Es kann keine Unterscheidung enthalten, weder eine Zweiheit noch sonstige Pluralität. Jede Aussage, die eine positive Bestimmung darstellt, widerspricht dem absolut undifferenzierten Charakter des Einen, denn jede positive Bestimmung impliziert einen Unterschied, einen Gegensatz und damit Nicht-Einheit. Man kann nicht einmal wahrheitsgemäß aussagen, dass das Eine „ist“, denn das Sein als Gegenteil des Nichtseins oder das vollkommene Sein im Gegensatz zu einem geminderten Sein setzt bereits eine Unterscheidung voraus und damit etwas, was dem Einen nachgeordnet ist. Das Eine ist „überseiend“, es transzendiert das Sein. Es ist kein „Etwas“. Eckhart nennt es die Gottheit.

    Und nach all der blöden Theorie, komme ich mal zum Praktischen! Ich hatte mal eine Einheitserfahrung mit diesem Einen. Plotin, der Begründer des Neuplatonismus hatte übrigens vier davon und Porphyrios, sein Schüler und maßgeblicher "Weiterentwickler" der Philosophie, hatte, als chronisch Depressiver, auch zumindest eine dieser Erfahrungen. Damit will ich sagen, dass man die Einheit mit Gott vollziehen kann. Nicht willentlich, nicht indem man sie selbst herbeiführen könnte, aber plötzlich, man weiß nicht warum, ist man bereit und dann kann man diese Erfahrung machen. Danach hast du keine Zweifel mehr! Und dir kann dann auch keiner mehr erzählen, er wüsste wer oder was Gott ist. Dafür gibt es keine Worte, keine Bilder und du verstehst, dass du hier auf Erden alles nur konstruierst - die Welt ist deine Konstruktion! Das Eine ist davon transzendent und es ist einfach wunderschön!

    Zitat Zitat von thalestris Beitrag anzeigen
    mal noch ne andere frage: wie kamst du eig zu diesem meister eckhart? wieso sagt dir gerade das was er sagt so zu?
    Das war so. Ich war schon als ziemlicher Jungspund gläubig und ging in eine Jugendgruppe der Baptisten. Dort hatten wir mal ein heißes Thema und dabei ging es sehr kontrovers zu. Das Thema war "der Wille Gottes" und außer mir waren eigentlich alle der Meinung, dass man den Willen Gottes tun könne. Ich hingegen meinte, dass man den Willen Gottes nicht tun kann.

    Deshalb war ich dann also auch der Meinung, dass man nicht versuchen sollte den Willen Gottes zu tun, sondern stattdessen einfach aus dem Herzen heraus leben sollte. Alle anderen waren aber der Meinung, dass man es zumindest versuchen sollte, den Willen Gottes zu tun. Das war eine ziemlich hitzige Diskussion und gar nicht lange Zeit später, war ich dann auch dort nicht mehr erwünscht (das hatte aber nochmal andere Gründe).

    Egal wo du nun hinschaust, wirst du Christen finden, die alle behaupten, sie wollen den Willen Gottes tun, oder sie wollen sich dafür öffnen, dass Gott seinen Willen durch sie tut, oder sowas...Ich habe nie einen Christen kennen gelernt, der meiner Meinung gewesen wäre! Bis ich, Jahrzehnte später, folgendes las:

    Käme nun einer und fragte mich: Was wäre denn ein armer Mensch, der nichts will?, so antworte ich ihm und argumentiere wie folgt: Solange der Mensch daran festhält, es sei sein Wille, den liebsten Willen Gottes erfüllen zu wollen, so lange hat er die Armut nicht, von der wir reden wollen. Denn dieser Mensch besitzt immer noch einen Willen, mit dem er dem Willen Gottes entsprechen will, und das ist nicht die wahre Armut. Denn der Mensch, der die wirkliche Armut hat, der ist völlig abgelöst von seinem geschaffenen Willen, so wie damals, als er noch nicht war. Denn ich sage euch bei der ewigen Wahrheit: Solange ihr den Willen besitzt, den Willen Gottes zu erfüllen und solange ihr Verlangen habt nach der Ewigkeit und nach Gott, so lange seid ihr nicht arm. Denn nur das ist ein armer Mensch, der nichts will und nichts verlangt.

    Das war dann meine "eckhartsche Initialzündung". Endlich mal jemand der mich versteht, habe ich mir gedacht und fortan habe ich mich intensiv mit ihm beschäftigt. Aber man sollte unbedingt den Neuplatonismus. zumindest in Grundzügen, verstanden haben, sonst versteht man Eckhart schnell mal falsch. Also musste ich auch noch den Neuplatonismus "studieren". Und raus kommt dann am Ende - ein Provisorium...

    LG
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    Gott ist ein Gott der Gegenwart. Wie er dich findet, so nimmt und empfängt er dich, nicht als das, was du gewesen, sondern als das, was du jetzt bist. (Meister Eckhart)

  5. #25
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    hi provisoriumchen :)

    Zitat Zitat von Provisorium Beitrag anzeigen
    Ja, die Woche war echt schlimm. Momentan läuft's auf der Arbeit irgendwie nicht so rund und wenn man im Nachtdienst ganz allein für 42Menschen verantwortlich ist, von denen die meisten dement sind und sich nicht so richtig ausdrücken können, ist es manchmal eben schlimm! Und klar, es sterben auch immer wieder Leute.
    vielleicht erstmal ein ? :) das stell ich mir schwer vor ganz alleine auf 42 teils sehr kranke menschen aufpassen zu müssen.. ich finde es ja schon anstrengend auf 27 kleine kinder aufzupassen aber ich hab wenigstens immer 5 andere erzieherinnen an meiner seite und mach das nicht ganz alleine. ich finds aber gut das es menschen wie dich gibt die in so berufen arbeiten können. meine schwester arbeitet ja im krankenhaus (ist krankenschwester) und da denk ich mir auch immer wieder...hut ab, das wäre echt nicht meins. dafür kann sie nicht verstehn das ich es bei dem geräuschpegel den ganzen tag in einer kita aushalte :D

    Absicht war, dass ich einen Link setzten wollte, es aber nicht konnte. Die Linkfunktion hat irgendwie nicht funktioniert. Deshalb hab' ich den dann weggelassen. Nun ist er wohl wieder da. Sollte wohl so sein...:-)
    muss ein zeichen sein

    Und ich habe nicht geschrieben, dass du das denkst, sondern ich hatte geschrieben, dass es mich halt immer wundert, dass manche Menschen zu denken scheinen, dass weltlicher Erfolg und ein schönes Leben Ausdruck davon sind, dass Gott diese Menschen besonders liebt. Das ist zunächst einmal ganz allgemein gehalten und ich habe dabei an sowas wie das "Wohlstandsevangelium" gedacht, dass ja ganz gerne mal gepredigt wird.
    Du hattest aber selbst geschrieben:
    Dann glaubst du also doch, dass es anderen Menschen besser geht, weil sie von Gott mehr geliebt werden, als du von ihm geliebt wirst, oder?
    Also wenn ich gewusst hätte das mein Satz...
    ...solch eine Reaktion in dir hervorruft, dann hätte ich ihn weggelassen!
    Ich habe echt keine Ahnung wo das jetzt gerade alles herkommt, aber ich wollte weder sagen, dass du dich hängen lässt, nur in Selbstmitleid versinkst und endlich mal deinen Hintern bewegen musst, noch das ich denke, dass du der Meinung bist, andere Menschen hätten es ja soviel einfacher!
    Ich hatte vielmehr davon geschrieben, dass ich das Gefühl habe, dass du dich zurzeit selbst nicht als den Menschen annehmen kannst, der du nun einmal bist!
    Ehrlich, mich frustriert es auch, wenn Worte so schnell falsch verstanden werden....
    ja...sorry. sprechen wir nicht mehr drüber.. :)

    Mein Gott existiert auch nicht! Existenz gibt es nur in der Welt! Mein Gott ist aber mit nichts weltlichem identifizierbar. Er ist über der Welt! Mit keiner Vorstellung identisch, also auch nicht mit der Existenz!
    Sicher macht mich die neuplatonische Philosophie, also die Vernunft! Das jetzt hier aufzudröseln würde den Rahmen des Threads sprengen. Aber das Ganze geht aus von Plotins Satz:
    Das seinstranszendente Eine steht über allem Seienden, weil das Seiende nur durch das Eine seiend ist. Etwas kann nur seiend sein, weil es zugleich eines ist. Wäre es nicht eines, so wäre es nichts.
    Das ist vernünftig, logisch!
    echt? :D eh...kein wort verstanden. das ist mir grade zu verwirrend mit sein und nicht sein und eins und nix :) aber ich kann heute eh nicht so gut denken. beim fahrradfahren war mir heute eine bordsteinkante im weg und mein köpfchen hat bekanntschaft mit einer hauswand gemacht... vll bin ich deswegen so banane

    Das hat zunächst einmal gar nichts mit Glauben zu tun! Das ist einfach so! Alles was wir denken können, können wir nur als Einheit denken. Alles besteht aus Einheiten, auch das Viele, also der Gegensatz! Und weil im Einen und Vielen der Gegensatz zusammenfällt, muss zwangsläufig alles aus dem Einen kommen!
    *dich anguck* du sprichst in rätseln zu mir bruder^^ kannst du das nochmal etwas einfacher erklären?^^

    Diese Eine muss aber undifferenziert und unbestimmt sein, denn wäre es mit irgendetwas identifiziert, wäre es nicht mehr absolut einfach, sondern eine Zweiheit. Wegen seiner absoluten Einfachheit bildet das absolut (transzendente) Eine den äußersten Gegensatz zum Differenzierten und Mannigfaltigen. Es kann keine Unterscheidung enthalten, weder eine Zweiheit noch sonstige Pluralität. Jede Aussage, die eine positive Bestimmung darstellt, widerspricht dem absolut undifferenzierten Charakter des Einen, denn jede positive Bestimmung impliziert einen Unterschied, einen Gegensatz und damit Nicht-Einheit. Man kann nicht einmal wahrheitsgemäß aussagen, dass das Eine „ist“, denn das Sein als Gegenteil des Nichtseins oder das vollkommene Sein im Gegensatz zu einem geminderten Sein setzt bereits eine Unterscheidung voraus und damit etwas, was dem Einen nachgeordnet ist. Das Eine ist „überseiend“, es transzendiert das Sein. Es ist kein „Etwas“. Eckhart nennt es die Gottheit.
    Und nach all der blöden Theorie, komme ich mal zum Praktischen! Ich hatte mal eine Einheitserfahrung mit diesem Einen. Plotin, der Begründer des Neuplatonismus hatte übrigens vier davon und Porphyrios, sein Schüler und maßgeblicher "Weiterentwickler" der Philosophie, hatte, als chronisch Depressiver, auch zumindest eine dieser Erfahrungen. Damit will ich sagen, dass man die Einheit mit Gott vollziehen kann. Nicht willentlich, nicht indem man sie selbst herbeiführen könnte, aber plötzlich, man weiß nicht warum, ist man bereit und dann kann man diese Erfahrung machen. Danach hast du keine Zweifel mehr! Und dir kann dann auch keiner mehr erzählen, er wüsste wer oder was Gott ist. Dafür gibt es keine Worte, keine Bilder und du verstehst, dass du hier auf Erden alles nur konstruierst - die Welt ist deine Konstruktion! Das Eine ist davon transzendent und es ist einfach wunderschön!


    öhm...
    was? tut mir leid...heute bin ich iwie schwer von begriff^^ oder es liegt daran das ich meister eckhart nicht kenne und auch nicht weiss was neuplatonismus ist... :)

    Das war so. Ich war schon als ziemlicher Jungspund gläubig und ging in eine Jugendgruppe der Baptisten. Dort hatten wir mal ein heißes Thema und dabei ging es sehr kontrovers zu. Das Thema war "der Wille Gottes" und außer mir waren eigentlich alle der Meinung, dass man den Willen Gottes tun könne. Ich hingegen meinte, dass man den Willen Gottes nicht tun kann.
    DU warst bei den baptisten :D kein wunder das die dich "rausgeschmissen" haben aus dem verein :D da passt du wirklich nicht hin...die baptisten sind natürlich naja... eigen? :) ich glaub ich hätts da keine 5 minuten ausgehalten in so nem gespräch... zählen die eigentlich zu den sekten?

    Deshalb war ich dann also auch der Meinung, dass man nicht versuchen sollte den Willen Gottes zu tun, sondern stattdessen einfach aus dem Herzen heraus leben sollte. Alle anderen waren aber der Meinung, dass man es zumindest versuchen sollte, den Willen Gottes zu tun. Das war eine ziemlich hitzige Diskussion und gar nicht lange Zeit später, war ich dann auch dort nicht mehr erwünscht (das hatte aber nochmal andere Gründe).

    Egal wo du nun hinschaust, wirst du Christen finden, die alle behaupten, sie wollen den Willen Gottes tun, oder sie wollen sich dafür öffnen, dass Gott seinen Willen durch sie tut, oder sowas...Ich habe nie einen Christen kennen gelernt, der meiner Meinung gewesen wäre!
    woher soll ein mensch auch wissen was der wille gottes ist? o.O

    Käme nun einer und fragte mich: Was wäre denn ein armer Mensch, der nichts will?, so antworte ich ihm und argumentiere wie folgt: Solange der Mensch daran festhält, es sei sein Wille, den liebsten Willen Gottes erfüllen zu wollen, so lange hat er die Armut nicht, von der wir reden wollen. Denn dieser Mensch besitzt immer noch einen Willen, mit dem er dem Willen Gottes entsprechen will, und das ist nicht die wahre Armut. Denn der Mensch, der die wirkliche Armut hat, der ist völlig abgelöst von seinem geschaffenen Willen, so wie damals, als er noch nicht war. Denn ich sage euch bei der ewigen Wahrheit: Solange ihr den Willen besitzt, den Willen Gottes zu erfüllen und solange ihr Verlangen habt nach der Ewigkeit und nach Gott, so lange seid ihr nicht arm. Denn nur das ist ein armer Mensch, der nichts will und nichts verlangt.
    ja....aber woher soll man denn wissen was der wille gottes ist? ist ja schön das ein mensch der bereit ist den willen gottes zu erfüllen nicht "arm" ist...aber woher weiss man das...wie unterscheidet man den willen gottes vom eigenen willen oder dem willen anderer?


    Das war dann meine "eckhartsche Initialzündung". Endlich mal jemand der mich versteht, habe ich mir gedacht und fortan habe ich mich intensiv mit ihm beschäftigt. Aber man sollte unbedingt den Neuplatonismus. zumindest in Grundzügen, verstanden haben, sonst versteht man Eckhart schnell mal falsch. Also musste ich auch noch den Neuplatonismus "studieren". Und raus kommt dann am Ende - ein Provisorium...
    danke für den exkurs in provisoriums entstehungsgeschichte :)

    weisst du was ich mich manchmal frage? ich weiss das es eig nur pure fantasie ist und nie so gekommen wäre. weil es eine männerdominierende zeit war (ist??) in der frauen nix zu melden hatten und man einer frau vermutlich nich zugehört hätte aber...
    was wäre wohl wenn es jesus als mann nie gegeben hätte. und stattdessen eine kluge frau, nennen wir sie jesuline :D genau das gleiche gepredigt und getan hätte wie ein männlicher jesus...
    ob es dann wohl auch menschen in der bibel aufgeschrieben hätten? ob es wohl auch apostel gegeben hätte die ihr hinterher rennen? ob es dann wohl heute das christentum und die christen in dem sinne gäbe? ob es dann wohl heissen würde: der mann hat sein haupt zu bedecken und ist der frau untertan? wie würde unsere welt dann wohl aussehen? in dieser gedankenspinnerei verliere ich mich die letzten wochen sehr oft. warum? ich(!...heisst nicht das es auch so ist) hab es so erlebt das frauen ruhiger und sanfter sind. nicht so aggressiv in ihrem verhalten. wie wäre das christentum wohl wenn es aus ner frau entstanden wäre und es keine männerdominierende welt wäre in der wir leben... hätts dann im namen der religion auch so viele tote gegeben?...
    ich will damit jetzt nicht die männer angreifen oder jesus schlecht reden. ich spinne nur diese fantasie die mir druch den kopf schwirrt.

    lg thalestris
    Geändert von thalestris (04.09.2014 um 17:49 Uhr)
    https://www.youtube.com/watch?v=NqyAqz85_7E

    fairytales don´t always have a happy ending, do they?

    Wenn ich mit Gott spreche, dann nennt man das beten. Wenn Gott mit mir spricht, dann nennt man das Psychose :D :D

  6. #26
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    Hallo Liliychen :-),

    Zitat Zitat von thalestris Beitrag anzeigen
    vielleicht erstmal ein ? :) das stell ich mir schwer vor ganz alleine auf 42 teils sehr kranke menschen aufpassen zu müssen.. ich finde es ja schon anstrengend auf 27 kleine kinder aufzupassen aber ich hab wenigstens immer 5 andere erzieherinnen an meiner seite und mach das nicht ganz alleine. ich finds aber gut das es menschen wie dich gibt die in so berufen arbeiten können. meine schwester arbeitet ja im krankenhaus (ist krankenschwester) und da denk ich mir auch immer wieder...hut ab, das wäre echt nicht meins. dafür kann sie nicht verstehn das ich es bei dem geräuschpegel den ganzen tag in einer kita aushalte :D
    Ja, das mit dem Geräuschpegel in so einer Kita kann mit der Zeit bestimmt belastend wirken. Ich höre ja ganz gerne mal, wenn im Hinterhof die Kinder spielen, aber ich bin auch froh, wenn es dann mal wieder ruhig wird. :-) Trotzdem hast du da eine schöne Aufgabe und ich hoffe die Lautstärke entsteht eher durch Lachen, als durch Weinen oder Schreien...:-)

    Zitat Zitat von thalestris Beitrag anzeigen
    muss ein zeichen sein
    Oder 'n provisorischer Fehler...:-)

    Zitat Zitat von thalestris Beitrag anzeigen
    echt? :D eh...kein wort verstanden. das ist mir grade zu verwirrend mit sein und nicht sein und eins und nix :) aber ich kann heute eh nicht so gut denken. beim fahrradfahren war mir heute eine bordsteinkante im weg und mein köpfchen hat bekanntschaft mit einer hauswand gemacht... vll bin ich deswegen so banane
    Autsch! Sehr schlimm? Ich fahre ja auch nur mit dem Fahrrad oder laufe, weil ich nie einen Führerschein gemacht habe und so mindestens einmal im Jahr habe ich auch einen Unfall. Ganz häufig, weil mir die Vorfahrt genommen wird. Die Autofahrer können sich scheinbar alle nicht vorstellen, wie unglaublich schnell so ein Provisorium werden kann....Huiiiii....

    Ich wünsche dir jedenfalls eine gute Besserung und in Zukunft eine möglichst unfallfreie Fahrt!

    Zitat Zitat von thalestris Beitrag anzeigen
    *dich anguck* du sprichst in rätseln zu mir bruder^^ kannst du das nochmal etwas einfacher erklären?^^
    Du, ich kann es gerne probieren, aber das wird dann ein langer Text! Ansich ist das völlig einleuchtend, also wirklich logisch und dazu noch viel einfacher als Mathe. :-) Wenn es dich also wirklich interessiert, dann kann ich dir das gerne detaillierter und leichter verständlich ausführen! Ich frag' aber lieber vorher nochmal nach, ob du das auch willst und wenn es dich wirklich interessiert, dann erkläre ich es gerne nochmal Schritt für Schritt, so wie es auch Plotin gedacht hat. Dann ist es leicht verständlich! Aber halt ein etwas längerer Text. Magst Du?

    Zitat Zitat von thalestris Beitrag anzeigen
    öhm... was? tut mir leid...heute bin ich iwie schwer von begriff^^ oder es liegt daran das ich meister eckhart nicht kenne und auch nicht weiss was neuplatonismus ist... :)
    Also wie gesagt, ich kann es gerne nochmal einfacher erklären, aber dann halt leider mit recht viel Text. Aber so als kleine Heranführung: Hast du dir schon einmal darüber Gedanken gemacht, wie du denkst, also wie sich der Inhalt deiner Gedanken zusammensetzt? Falls nein, dann versuche dir doch bitte mal irgendetwas zu denken, was nicht in irgendeiner Weise eines, bzw. eine Einheit ist. Schau dich doch z.B. mal in deinem Zimmer um: Überall wirst du nur (eventuell zusammengesetzte) Einheiten sehen und sie mit Namen benennen können (z.B. Ein Schrank, ein Computer, ein Schreibtisch usw. - all diese Dinge bilden eine Einheit, sie haben Einheitscharakter), oder? Und jetzt versuche mal was zu denken und dir vorzustellen, was ohne Einheitscharakter ist. Kannst du das?

    Zitat Zitat von thalestris Beitrag anzeigen
    DU warst bei den baptisten :D kein wunder das die dich "rausgeschmissen" haben aus dem verein :D da passt du wirklich nicht hin...die baptisten sind natürlich naja... eigen? :) ich glaub ich hätts da keine 5 minuten ausgehalten in so nem gespräch... zählen die eigentlich zu den sekten?
    Ne, Baptisten sind keine Sektengemeinschaft, sondern sie gehören zu den evangelischen Freikirchen. Bei denen werden aber nicht die Kinder getauft, sondern nur Erwachsene und sie nehmen in aller Regel die Bibel mehr oder minder wörtlich und nennen sich selbst bibeltreu. Das ist eine evangelikale Gemeinschaft gewesen und ich hab's da eigentlich richtig schön gefunden, aber irgendwann hieß es, es wäre besser wenn ich nicht mehr hingehen würde.

    Zitat Zitat von thalestris Beitrag anzeigen
    woher soll ein mensch auch wissen was der wille gottes ist? o.O
    Viele meinen, sie könnten den Willen Gottes aus der Bibel heraus lesen. Also z.B. die Zehn Gebote, oder die Bergpredigt.

    Zitat Zitat von thalestris Beitrag anzeigen
    ja....aber woher soll man denn wissen was der wille gottes ist? ist ja schön das ein mensch der bereit ist den willen gottes zu erfüllen nicht "arm" ist...aber woher weiss man das...wie unterscheidet man den willen gottes vom eigenen willen oder dem willen anderer?
    Das mit dem "arm sein" ist so zu verstehen, dass der Mensch, der den Willen hat, den Willen Gottes zu tun, nicht arm an Geist ist, eben weil er noch den Willen hat, den Willen Gottes tun zu wollen.

    Es gibt einen Bibelvers, der heißt: Selig sind die geistlich Armen, denn ihnen gehört das Himmelreich. (Matthäus 5,3)

    Eckhart hat über diesen Vers eine berühmte Predigt geschrieben (die wollte ich übrigens letztens mit Auslegung in dem Post an dich verlinken, was ja nicht geklappt hat und dann doch irgendwie wieder...;-)) Geistliche Armut war besonders für die Christen der Zeit Eckharts ein hohes Ideal. In der Zeit der christlichen Mystik wollten sehr sehr viele Menschen geistlich arm sein und Eckhart erklärt in der Predigt, was das für ihn bedeutet. Und für ihn bedeutet es halt unter anderem, dass ein Mensch, der noch den Willen hat, den Willen Gottes zu erfüllen, nicht wirklich geistlich arm ist, weil er eben noch einen Willen hat.

    Und damit kommt genau das ins Spiel, was du angesprochen und gesagt hast. Solange der Mensch noch einen eigenen Willen hat, kann er gar nicht unterscheiden, ob nun gerade sein Wille geschieht, oder ob er wirklich den Willen Gottes tut. Eckhart meint, dass erst dann, wenn der Mensch gar keinen Willen mehr hat, sozusagen automatisch der Wille Gottes geschieht, weil dann nur noch Gott in diesem Menschen will und nicht länger der Mensch.

    Du siehst, du denkst in Ansätzen ganz wie Meister Eckhart! :-)

    Zitat Zitat von thalestris Beitrag anzeigen
    danke für den exkurs in provisoriums entstehungsgeschichte :)
    Ja, bitteschön!

    Zitat Zitat von thalestris Beitrag anzeigen
    weisst du was ich mich manchmal frage? ich weiss das es eig nur pure fantasie ist und nie so gekommen wäre. weil es eine männerdominierende zeit war (ist??) in der frauen nix zu melden hatten und man einer frau vermutlich nich zugehört hätte aber...
    was wäre wohl wenn es jesus als mann nie gegeben hätte. und stattdessen eine kluge frau, nennen wir sie jesuline :D genau das gleiche gepredigt und getan hätte wie ein männlicher jesus...
    ob es dann wohl auch menschen in der bibel aufgeschrieben hätten? ob es wohl auch apostel gegeben hätte die ihr hinterher rennen? ob es dann wohl heute das christentum und die christen in dem sinne gäbe? ob es dann wohl heissen würde: der mann hat sein haupt zu bedecken und ist der frau untertan? wie würde unsere welt dann wohl aussehen? in dieser gedankenspinnerei verliere ich mich die letzten wochen sehr oft. warum? ich(!...heisst nicht das es auch so ist) hab es so erlebt das frauen ruhiger und sanfter sind. nicht so aggressiv in ihrem verhalten. wie wäre das christentum wohl wenn es aus ner frau entstanden wäre und es keine männerdominierende welt wäre in der wir leben... hätts dann im namen der religion auch so viele tote gegeben?...
    ich will damit jetzt nicht die männer angreifen oder jesus schlecht reden. ich spinne nur diese fantasie die mir druch den kopf schwirrt.
    Also wenn Jesus eine Frau gewesen wäre, dann wäre sie nachträglich, in den Schriften sicher zum Mann gemacht worden.

    Dafür gibt es in der Bibel sogar ein Beispiel, nämlich die weibliche Apostelin Junia, aus der mal eben ein Junias gemacht wurde. Lies dir doch mal folgenden Link durch: http://de.wikipedia.org/wiki/Junia_(Apostel)

    Es spricht sehr viel dafür, dass Junia auch wirklich eine Junia war und kein Junias. Aber irgendwem hat es wohl nicht gepasst, dass auch eine Frau als Apostel bezeichnet wurde, bzw. Apostel war.

    Die ersten Christen waren also mit hoher Wahrscheinlichkeit gar nicht so stark patriarchalisch orientiert, wie man denken könnte. Wobei es aber wohl sicher eine ziemlich klare Aufgabenteilung gab.

    Aber weißt du, das Christentum ist sowieso schon eine so sehr konstruierte Religion, die sich von überall her bedient hat, wie es ihr gerade gepasst hat, das hat mit der Gemeinschaft, die mit und um Jesus herum lebte, sehr wahrscheinlich sowieso kaum noch etwas gemeinsam.

    Aber in einer Sache habe ich andere Erfahrungen gemacht, als du. Ich arbeite ja jetzt schon zwanzig Jahre in einem so genannten "Frauenberuf" und habe dort nie den Eindruck gewonnen, dass Frauen grundsätzlich sanfter, ruhiger und nicht so aggressiv agieren würden. Das kommt wirklich ganz auf den Menschen an. Und die meisten Schwestern, die ich kenne, sagen übereinstimmend, dass sie lieber mit einem Mann zusammen arbeiten würden, da es dann viel entspannter und ruhiger zugeht! Ehrlich wahr!

    LG
    Provisorium
    Gott ist ein Gott der Gegenwart. Wie er dich findet, so nimmt und empfängt er dich, nicht als das, was du gewesen, sondern als das, was du jetzt bist. (Meister Eckhart)

  7. #27

    Standard

    Zitat Zitat von Provisorium Beitrag anzeigen
    ...Und damit kommt genau das ins Spiel, was du angesprochen und gesagt hast. Solange der Mensch noch einen eigenen Willen hat, kann er gar nicht unterscheiden, ob nun gerade sein Wille geschieht, oder ob er wirklich den Willen Gottes tut. Eckhart meint, dass erst dann, wenn der Mensch gar keinen Willen mehr hat, sozusagen automatisch der Wille Gottes geschieht, weil dann nur noch Gott in diesem Menschen will und nicht länger der Mensch.

    Du siehst, du denkst in Ansätzen ganz wie Meister Eckhart! :-)
    Lass dich hier bloß nicht willenlos machen, Thalestris. ;) Eckhart ist ein provisorischer Charmeur. Ein echter Charmeur macht dich willig (zur Selbsthingabe), also "frei-willig". Wenn Gott gewollt hätte, dass wir willenlos sind, hätte er uns doch willenlos schaffen können, oder? Hat er aber nicht. Sondern wir wurden mit einem freien Willen geschaffen. Anscheinend will Gott also, dass wir seinen Willen tun wollen.

    Deine sich daraus ergebende Frage, wie man denn den Willen Gottes vom eigenen unterscheiden kann, ist daher vollkommen berechtigt.

  8. #28
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    Standard

    Guten Morgen FrauShane, :-)

    Zitat Zitat von FrauShane Beitrag anzeigen
    Lass dich hier bloß nicht willenlos machen, Thalestris. ;) Eckhart ist ein provisorischer Charmeur. Ein echter Charmeur macht dich willig (zur Selbsthingabe), also "frei-willig". Wenn Gott gewollt hätte, dass wir willenlos sind, hätte er uns doch willenlos schaffen können, oder? Hat er aber nicht. Sondern wir wurden mit einem freien Willen geschaffen. Anscheinend will Gott also, dass wir seinen Willen tun wollen.

    Deine sich daraus ergebende Frage, wie man denn den Willen Gottes vom eigenen unterscheiden kann, ist daher vollkommen berechtigt.
    Da kannst du völlig unbesorgt sein, liebe FrauShane! Weder ist Eckhart ein provisorischer Charmeur, noch will er den Menschen willenlos machen, sondern er spricht von geistlicher Armut und die beinhaltet die Erkenntnis, dass man den Willen Gottes nicht tun kann, und das man, solange man an seinem Willen festhält, den Willen Gottes tun zu wollen, immer im eigenen Willen und Wollen "stecken" bleibt. Dann bist es immer nur du selbst der will und dann wirst du immer nur dich selbst und deinen Willen finden und tun! Daran gibt es auch gar nichts auszusetzen! Du meinst es sicher gut! Aber Eckhart will nicht bei seinem Willen stehen bleiben, er "will" die Einheit mit Gott und in der hat sein Wille keinen Platz! Also löst er sich davon und lässt ihn fallen. Freiwillig! :-)

    Der Weg der geistlichen Armut ist immer ein Weg der Negation! Arm wird man nicht dadurch, dass man an irgendetwas festhält, richtig? :-)

    Unseren freien Willen lässt das übrigens völlig unberührt und den sollst und darfst und musst du sogar tagtäglich kräftig einsetzen! Aber auf der Ebene der Spiritualität, da soll es doch bitte nicht mein Wille sein, der geschehe, sondern Gottes!

    LG
    Provisorium
    Geändert von Provisorium (05.09.2014 um 10:16 Uhr) Grund: ich hatte FrauShane nicht zusammengeschrieben...
    Gott ist ein Gott der Gegenwart. Wie er dich findet, so nimmt und empfängt er dich, nicht als das, was du gewesen, sondern als das, was du jetzt bist. (Meister Eckhart)

  9. #29
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    keine sorge FrauShane, ich bin nicht willenlos und hab auch nicht vor mich von meinem freien willen zu verabschieden
    du musst mich auch nicht vor iwas oder iwem in schutz nehmen.. ich mach mir selbst ein bild von dem was die user mir schreiben und entscheide was ich davon für mich annehmen kann und was nicht :)

    alles gut...

    lg thalestris
    https://www.youtube.com/watch?v=NqyAqz85_7E

    fairytales don´t always have a happy ending, do they?

    Wenn ich mit Gott spreche, dann nennt man das beten. Wenn Gott mit mir spricht, dann nennt man das Psychose :D :D

  10. #30

    Standard

    Zitat Zitat von Provisorium Beitrag anzeigen
    Ich arbeite ja jetzt schon zwanzig Jahre in einem so genannten "Frauenberuf" und habe dort nie den Eindruck gewonnen, dass Frauen grundsätzlich sanfter, ruhiger und nicht so aggressiv agieren würden.
    D'accord. Meine Frau bestätigt dies auch immer wieder .

    Ich habe mal einen neuen Thread zum Thema "Gottes Wille" erstellt. Würd mich freuen, wenn Ihr dieses Thema dort lebhaft diskutieren würdet. Danke!

    http://www.gnadenkinder.de/board/sho...753#post136753
    Geändert von Sarandanon (05.09.2014 um 12:11 Uhr)


 

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