
Zitat von
ed
Es ist doch so, daß zu jeder Zeit in der Gesellschaft eine gewisse Atmosphäre herrscht, der man sich anpassen soll, sonnst wirft die Gesellschaft den Fremdkörper raus. Über kurz oder lang. Es hängt nur davon ab, ob der Fremdkörper oft genug im Kontakt mit der Gesellschaft ist, oft genug sie reizt, oder sich zurückzieht, den Mund hält.
Und da spielt gerade die Menschenliebe die entscheidende Rolle. Je mehr man die Menschen liebt, desto weniger kann man sich zurückziehen. Jeremia hat es versucht.
Nur wenn der Selbsterhaltungstrieb stärker ist als die Gott- und Menschenliebe, kann man schweigen.
Aber das Nichtschweigen als suizid einstufen, kann nur jemand, der selbst ein Teil der Gesellschaft ist, die diesen Fremdkörper rauswirft. Und letztendlich den Mord rechtfertigt.
[...]
Sie ist nur ein Prodikt der Gesellschaft, die solche Fremdkörper rauswirft. Einer Gesellschaft, in der die Bibelkritik, in jeder Form, an der Tagesordnung ist. Wo aber die Bibelkritiker nicht kritisiert werden dürfen. Sondern man erwartet, daß mit ihnen wie mit einem rohen Ei umgegangen wird. Ja nicht ihre Gefühle verletzen!
Nun, ich denke schon, dass man einen Kritiker selbst kritisieren darf. Auch wenn nicht jeder kritiker seinerseits gut mit Kritik umzugehen weiß. Das dem auch anders sein kann, darfst du gerne jederzeit unter Beweis stellen. Jedoch sollte die Kritik sachlich sein und sich nicht in Beleidigungen erschöpfen.
Nun hat Thalestris wie gesagt zwar eine provokante Frage gestellt, eine Frage jedoch, welche mir in ihrem Kern durchaus zulässig erscheint. Denn beantworte doch einmal konkret, wer deiner Ansicht nach mehr dem biblischen Beispiel Jesu entspricht. Der Soldat, der in einer Situation die plötzliche auftauchende Granate registriert und sich auf sie wirft, um die Umstehenden zu schützen, oder der Kämpfer für die Gerechtigkeit, der lautstark die staatliche Gewalt angreift und – im Wissen um die Reaktion – die entsprechenden Polizeikräfte zu einem tödlichen Schuss provoziert, um durch die folgende Kontroverse eine Auflösung der bedrohenden Staatsmacht zu erreichen. Ungeachtet dessen, dass der Zweite ebenso für seine Überzeugungen einstand und sich selbst zum Wohle aller opferte, würde man hier durchaus zugleich auch von einem Suizid durch Polizisten sprechen können. (Nicht müssen!!) Deshalb ist die Frage finde ich gar nicht so naiv.
Und diese Frage, greift auch in keinster Weise wie von dir dargestellt die Bibel an. (Auch wenn die Thalestris Skepsis diesbezüglich natürlich also aus anderen Post offensichtlich geworden sein dürfte) Wenn du nun davon sprichst, dass sie nur Produkt einer Gesellschaft ist, die Fremdkörper rauszuwerfen versucht, und eben dieses mokierst, dann muss ich mich offen gesagt wundern. Mal ganz davon abgesehen, dass es doch gerade die Schrift ist, die sich mehr als einmal gegen eine Gemeinschaft mit Ungläubigen ausspricht, bzw. deren Ausschluss aus der Gemeinschaft fordert, scheint es mir auch hier etwas … unterschiedliche Betrachtungswinkel bei uns beiden zu geben. Denn wie gesagt... sie stellt nur eine Frage. Du hingegen sprichst von dem (gesellschaftlich) zu erwartenden Respekt gegenüber der Bibel in diesem Forum und belegst sie mit wenig schmeichelhaften Äußerungen, weil du glaubst hier eine Kränkung zu erfahren. Sprichst weiter davon, dass Kindern klare Grenzen gesetzt werden müssen. ... Tja, auf mich wirkt das nun eher ausgrenzend.
Aber wo wir gerade von Grenzen sprechen... tatsächlich hat Thalestris wie gesagt bisher nur eine Frage gestellt. Eine provokante zugegeben, aber keine beleidigende. (Auch wenn ich verstehe, dass viele Christen hier Entsprechendes oft wittern, weil sie entsprechende Erfahrungen mit streitlüsternen Atheisten machen mussten) Selbst wenn sie die Schrift hinterfragt hätte, wäre dies meinem Empfinden nach keine Respektlosigkeit. Warum sollte sich die Wahrheit auch vor einer Prüfung scheuen? Hingegen sind deine Äußerungen zu ihrer Person in einem Bereich, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob man ihn nicht schon als ehrverletzend ansehen kann und der sich damit dann tatsächlich als Beleidigung strafrechtlich verfolgen lassen könnte. Da du ja den Wert bzw. die Notwendigkeit einer Warnung zu schätzen scheinst, mag dir dieser leise Hinweis am Rande vielleicht ebenso zusagen. Wenn du also Wert auf Grenzen und Respekt legst, wäre ein Beispielgeben vielleicht keine schlechte Idee, bevor du es einforderst - denkst du nicht?
Denn was du über Thalestris als das Produkt ihres Umfeldes gesagt hast, dass trifft sicherlich zu. Sie entstammt einem Umfeld, dass in ihrem Fall sich als fundamental-christlich verstand und (ich denke das darf ich sagen) sie oft mehr als herzlos behandelt hat, was sicherlich ihre manchmal vielleicht forsch wirkende Kritik bzw. ihre skeptische Fragen zum christlichen Glauben und der Bibel erklärt. Aber dieser Aspekt des „Produktes seiner Gemeinschaft“ trifft auf uns alle zu. Und das schließt dich mit ein. Folglich ist auch dein Verhalten ein Zeugnis für die Gemeinschaft, die du pflegst. Und ich bin mir nicht wirklich sicher, ob diese Art ein gutes Zeugnis für die Gemeinschaft mit einem liebenden und verständnisvollen Gott ist.... Aber auch das ist nur ein Gedanke am Rande....
Geändert von Lior (06.09.2014 um 23:15 Uhr)
Es sei bitte berücksichtigt, dass meine Besuche zeitweise durch lange Pausen unterbrochen werden. Sollte ich also eine an mich gerichtete Frage überlesen, bzw. nicht unmittelbar beantworten, dann ist dies bitte nicht als Ausdruck des Desinteresses zu werten - ggf. hilft auch mal eine Erinnerung.
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