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Baum-Darstellung

  1. #11

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    Zitat Zitat von Provisorium Beitrag anzeigen
    Weil er in der Galaterstelle aus einer anderen Perspektive heraus auf das Gesetz blickt, als in den Stellen, die ich in meinem Eingangspost im Kopf hatte. Namentlich Römer 7, 6-10a:

    Jetzt aber sind wir von dem Gesetz losgemacht, da wir dem gestorben sind, worin wir festgehalten wurden, so dass wir in dem Neuen des Geistes dienen und nicht in dem Alten des Buchstabens. Was sollen wir nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Auf keinen Fall! Aber die Sünde hätte ich nicht erkannt als nur durchs Gesetz. Denn auch von der Begierde hätte ich nichts gewusst, wenn nicht das Gesetz gesagt hätte: "Du sollst nicht begehren!" Die Sünde aber ergriff durch das Gebot die Gelegenheit und bewirkte jede Begierde in mir; denn ohne Gesetz ist die Sünde tot. Ich aber lebte einst ohne Gesetz; als aber das Gebot kam, lebte die Sünde auf; ich aber starb.

    In beiden Fällen spricht Paulus von Gesetz, nur das er es in der Galaterstelle zuvorderst mit dem Liebesgebot in Verbindung bringt und in der beispielhaften Stelle aus Römer 7 dann z.B. mit Begierde, respektive dem Gebot nicht zu begehren.

    Und genau auf diese unterschiedlichen Blickwinkel wollte ich mit meinem Post ja nur aufmerksam machen. Das Gesetz besteht nicht einfach nur aus"Begierde erweckenden" und "die Sünde in mir wachrufenden" Geboten, sondern man kann es auch unter dem Blickwinkel betrachten, dass es zusammenfassend dem Gebot entspricht, Gott und seinen Nächsten zu lieben.
    "Von Abraham wird gesagt: Er glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet.
    Daran erkennt ihr, daß nur die, die glauben, Abrahams Söhne sind.
    Und da die Schrift vorhersah, daß Gott die Heiden aufgrund des Glaubens gerecht macht, hat sie Abraham im voraus verkündet: Durch dich sollen alle Völker Segen erlangen.
    Also gehören alle, die glauben, zu dem glaubenden Abraham und werden wie er gesegnet.
    Alle aber, die nach dem Gesetz leben, stehen unter dem Fluch. Denn in der Schrift heßt es: Verflucht ist jeder, der sich nicht an alles hält, was zu tun das Buch des Gesetzes vorschreibt.
    Daß durch das Gesetz niemand vor Gott gerecht wird, ist offenkundig; denn : Der aus Glauben Gerechte wird leben.
    Das Gesetz aber hat nichts mit dem Glauben zu tun, sondern es gilt: Wer die Gebote erfüllt, wird durch sie leben. ...
    Abraham und seinem Nachkommen wurde die Verheißung zugesprochen. Es heißt nicht: und den Nachkommen, als wären es viele gemeint, sondern es wird nur von einem gesprochen: und deinem Nachkommen; das aber ist Christus. ...
    Warum gibt es denn das Gesetz? Wegen der Übertretungen wurde es hinzugefügt, bis der Nachkomme käme, dem die Verheißung gilt." (Gal. 3:6-19)

    Ich sehe hier keinen wiederspruch zum Römerbrief, und auch keinen anderen Blickwinkel.
    Wegen der Übertretungen des Liebesprinzip wurde das Gesetz gegeben. Und es deckt die Lieblosigkeit der Menschen auf. Die bösen Neigungen werden durch die Gebote/Verbote geradezu aufgerüttelt.
    Daß Begehren war im Mensch auch früher. Und er lebte es aus ohne viel darüber nachzudenken.
    Jetzt aber, wo das Gebot sagt: Du sollst nicht begehren, erwacht das Begehren in ihm mit neuer Kraft.

    Ein ganz simmpler Beispiel: Versuch eine Stunde lang nicht über den Rosaelefanten zu denken.
    Wenn du bis dato es nicht getan hast, dann wirst du es jetzt mit Sicherheit.
    So wirkt das Gesetz auf einen Sünder, auf einen Menschen mit bösen Neigungen.
    Darum sagte Jesus, daß aus dem Herzen kommt das Böse.
    Das Gesetz deckt es nur auf.

    Bei Paulus entsteht nun aber hin und wieder der Eindruck (ge- und befördert durch die Theologie des Augustinus und Martin Luthers), dass der Glaube allein ausreicht, dass man also nur an Jesus glauben müsse und schon sei man vor Gott gerechtfertigt, was im Umkehrschluss dann natürlich bedeutet, dass der Gläubige, der nicht an Jesus glaubt, vor Gott nicht gerecht werden könnte. Diese Lehre begründet also den Absolutheitsanspruch des Christentums und den lehne ich persönlich vollständig ab!
    Die lutherische Lehre vom Glauben, im Sinne ausschließlich persönlicher Einstellung, Meinung, hat die Vorstellung vieler zunehmend geprägt.
    Der paulinische Glaube ist aber etwas ganz anderes.
    Das hebräische Wort dazu wäre richtiger mit "Vertrauen" zu übersetzen.
    So heißt es im Hebräerbrief: "Der Glaube aber ist eine Verwirklichung dessen, was man hofft, ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht." (11:1)
    Der Glaube ist also keine bloße Meinung, sondern eine Handlung aus dem Vertrauen heraus.
    Das ganze elfte Kapitel ist voll von Beispielen solcher Handlungen. Ohne welcher der Glaube (laut Jakobus) nutzlos, tot ist.
    Genau so hat auch Paulus den Glauben verstanden: "Denn wir wandeln durch Glauben, nicht durch Schauen." (2Kor. 5:7)
    Wandeln, vollbringen immer wieder neue Handlungen aus dem Vertrauen.

    Wer also sich auf Jesus verläßt, ihm vertraut, in Sachen Gerechtvertgung, und sie nicht in eigene Hände nimmt, dem wird sein Glaube als Gerechtigkeit angerechnet. Genau so wie Abraham.
    Wer aber seine Gerechfertigung nicht Jesus anvertraut, sondern sie in eigene Hände nimmt, soll sehen wie er zurechtkommt.
    Denn Gott hat uns die Gerechtfertigung angeboten. Im Glauben an Jesus. So wie Er den Israeliten in der Wüste die Heilung von Schlangenbissen angeboten hatte, im Blick auf die kupferne Schlange.
    Wenn jemand das Angebot Gottes damals mißachtet hat, mußte sterben.
    Wer das Angebot Gottes heute mißachtet, bekommt das Leben nicht.

    Denn mann muß sich dessen bewußtwerden, was es heißt: Gerechtfertigung.
    Wenn heute im Gericht jemand gerechtfertigt wird, dann bedeutet das, daß er unschuldig ist.
    Genau in diesem Sinn muß auch die Gerechtfertigung Gottes verstanden werden. Alle, die an Jesus glauben, b.z.w. ihm vertrauen, hat Gott für unschuldig erklärt.
    Die aber, die unter dem Gesetz sind, werden vom Gesetz angeklagt, für schuldig erklärt.

    Jetzt kann jeder entscheiden, will er sich selbst verteidigen, oder lieber seine Verteidigung dem göttlichen Anwalt überlassen.
    Geändert von ed (28.08.2014 um 12:54 Uhr)


 

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