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  1. #21

    Standard

    Hallo zusammen,

    Zitat Zitat von Sarandanon Beitrag anzeigen
    Die Protestanten sehen sich bereits durch den Glauben an unseren Erlöser allein gerechtfertigt.
    Mir scheint, so ganz einfach ist das auch für Protestanten nicht: de.wikipedia.org/wiki/Sola_fide

    Obwohl der Artikel kurz ist, sind da mehrere hochinteressante Stellen drin:

    Zitat Zitat von Wikipedia
    Es ist dem Menschen nach lutherischer Auffassung nicht möglich, sich aus eigenen Stücken für den Glauben an Christus zu entscheiden, da der Glaube allein durch Gottes Gnade (sola gratia) zustande kommt bzw. durch das ihn erreichende Wort Gottes (solus Christus) überhaupt erst geweckt wird. Damit ist eine autonome Glaubensentscheidung, also ein Akt des freien Willens seitens des Menschen für Luther völlig undenkbar
    Also eben nicht: "Ich entscheide mich für Jesus" und schwupps ist alles gut, sondern man kommt nicht zum Glauben ohne Gottes Zutun.

    Weiter geht's: "Allein durch den Glauben" ist sogar Luthers eigene Erfindung:
    Zitat Zitat von Wikipedia
    Allerdings kommt im griechischen Urtext von Röm 3,28 das Wort „allein“ nicht vor. Es wurde von Luther verdeutlichend hinzugefügt ...
    ... als Absage an die damals gängige Praxis, seine Sünden durch Kauf eines Ablasses loszuwerden. An die Stelle des Ablasses die bloße Annahme des Glaubens zu setzen (ohne Manifestation durch entsprechende Verhaltensweisen) hätte doch nur bedeutet, einen Formalismus durch einen anderen zu ersetzen. Aus Sicht Luthers wäre das völlig sinnlos gewesen.

    An anderen Stellen in der Bibel wird gesagt, dass auch andere Dinge Bedeutung haben:
    Zitat Zitat von Wikipedia
    ... dass bei Jesus Christus ein Glaube zählt, „der durch die Liebe tätig ist“ (Gal 5,6),
    Hört, hört, hier ist auf einmal von tätiger Liebe die Rede.

    Ich denke nicht, dass ich Luthers Ansichten bezüglich des freien Willens teile, aber der Rest, der hier steht, bestätigt mich in meinem Gefühl, dass Gott eben nicht nur angebetet werden will und dass es ihm nicht wurscht ist, was die Menschen einander antun.

  2. #22

    Standard

    Zitat Zitat von Sarandanon Beitrag anzeigen
    Lieber Ed,

    zunächst mal möchte ich Dich bitten, keine neuen Begrifflichkeiten zu erfinden. Den Begriff "Gerechtfertigung" gibt es nicht. Es gibt natürlich "sich rechtfertigen" und "gerechtfertigt werden". Das richtige Substantiv, auch bzgl. der verschiedenen christlichen Glaubensauslegungen, heißt Rechtfertigung. Und innerhallb der Glaubenslehren zieht der Begriff der Rechtfertigungslehre, und die Frage, wodurch wir vor Gott gerecht werden.
    Mit disem Wort wollte ich wie die Rechtfertigung vor Gott, so auch dem Anspruch Gottes gerecht werden, zum Ausdruck bringen.
    Denn sich rechtfertigen, oder gerechtfertigt werden muß jemand, der angeklagt wurde/ist.
    Dem Anspruch Gottes aber gerecht zu sein, ist etwas anderes.
    Und beides gibt Gott uns in Christus. Aus Gnade.

    Das Angebot Gottes ist, dass jeder durch die Erlösungstat SEINES Sohnes und durch SEINE Gnade das Heil, das ewige Leben, erlangen kann. Dazu muss man sich in einem gerechten Stand befinden. Die Protestanten sehen sich bereits durch den Glauben an unseren Erlöser allein gerechtfertigt.
    Weil es so geshrieben steht:
    "Ihr sollt also wissen, meine Brüder: durch diesen (Jesus) wird euch die Vergebung der Sünden verkündet, und in allem, worin euch das Gesetz des Mose nicht gerecht machen konnte,
    wird jeder, der glaubt, durch ihn gerecht gemacht." (Apg. 13:38-39)
    "Gerecht gemacht aus Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn." (Röm. 5:1)

    Der Stand der Gerechten wird uns aus Glauben zuteil. In der Vereinigung mit Christus.
    "Wißt ihr nicht, daß diejenigen von uns, die eingetaucht sind in den Messias Jeschua, in seinen Tod eingetauch sind?
    Durch die Eintauchung in seinen Tod wurden wurden wir mit ihm begraben; damit auch wir so, wie der Messias durch die Herrlichkeit des Vaters wieder von den Toten auferweckt wurde, ein neues Leben haben mögen.
    Denn wenn wir mit ihm in einem solchen Tod vereint waren, werden wir auch in einer solchen Auferstehung mit ihm vereint sein.
    Wir wissen, daß unser altes Selbst mit ihm am Pfahl hingerichtet wurde, damit der ganze Leib unserer sündigen Neigungen vernichtet werde und wir nicht länger Knechte der Sünde seien.
    Denn wer gestorben ist, ist von der Sünde gereinigt.
    Da wir nun aber mit dem Messias gestorben sind, vertrauen wir darauf, daß wir auch mit ihm leben werden.
    Wir wissen, daß der Messias von den Toten auferweckt wurde, um niemals wieder zu sterben; der Tod hat keine Vollmacht mehr über ihn.
    Denn sein Tod war ein einmaliges Ereignes, das nicht wiederholt zu werden braucht; sein Leben aber lebt er für Gott.
    So erachtet auch ihr euch als der Sünde gestorben, aber lebendig für Gott durch eure Vereinigung mit dem Messias Jeschua." (Röm. 6:3-11)

    Es ist genau so, wie mit der standesamtlichen Eheschließung.
    Wenn eine Bauerstochter einen König heiratet, dann ist sie fortan eine Königin. Sie bekommt seinen Namen und seinen Titel.
    Wir, die wir mit Christus verbunden sind in der Gleichheit seines Todes (Taufe), haben seinen Namen (Christen) und seinen Titel (Kinder Gottes) bekommen, und seinen Stand, den Stand der Gerechten, der Heiligen. Daran mussen wir festhalten.
    Dann müssen wir entsprechen diesem Namen handeln. Das ist Glaube. Handeln aus dem Vertrauen heraus. Dem Vertrauen auf Gott, auf sen Wort.

    Und diesbzgl. ist auch meine Überzeugung, dass der Glaube allein nicht ausreicht.
    Handeln aus dem Vertrauen heraus genügt nicht?

    Man muss das eigene Leben bzgl. der Nachfolge Christi so gut man es vermag anpassen, insbesondere wenn es um wirklich schwere Sünden geht. Wirkliche Reue und Umkehr sind wichtige Bestandteile. Und das Vortäuschen derselben nützt natürlich gar nichts, da ER die Wahrheit in uns erkennen wird.
    Münchhausen Syndrom. Ihr steht vor der offenen Tür, und geht nicht rein. Weil ihr nicht glaubt dem, was geschrieben steht.

    Das ist eben aus meiner glaubentechnischen Sicht ein Unterschied zwischen unseren Auffassungen. ER hat uns durch die Erlösungstat SEINES Sohnes nicht generell und vor allem individuell für unschuldig erklärt sondern uns durch die Hinwegnahme "der Sünde der Welt" die Möglichkeit gegeben, wieder in den Stand der Gnade zu gelangen.]
    Durch eigene Werke?

    ER hat uns damit nicht von unserer eigenen Verantwortung freigesprochen und keine "Generalamnestie" verliehen.
    O doch! das hat Er!
    "Als aber die Güte und Menschenliebe Gottes , unseres Retters, erschien,
    hat er uns gerettet - nicht weil wir Werke vollbracht hätten, die uns gerecht machen können, sondern aufgrund seines Erbarmens - durch das Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung im Heiligen Geist." (Tit. 3:4-5)
    "Wenn jemand also in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung: Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden." (2Kor. 5:17)
    "Ihr seid alle durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus.
    Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus (als Gewand) angelegt." (Gal. 3:26-27)
    Geändert von ed (28.08.2014 um 14:25 Uhr)

  3. #23

    Standard

    Zitat Zitat von ed Beitrag anzeigen
    Mit disem Wort wollte ich wie die Rechtfertigung vor Gott, so auch dem Anspruch Gottes gerecht werden, zum Ausdruck bringen.
    Denn sich rechtfertigen, oder gerechtfertigt werden muß jemand, der angeklagt wurde/ist.
    Dem Anspruch Gottes aber gerecht zu sein, ist etwas anderes.
    Und beides gibt Gott uns in Christus. Aus Gnade.
    Ja stimmt. Dazu braucht es aber kein neues Wort. Die Rechtfertigung und mit dieser die Rechtfertigungslehre sind die Begrifflichkeiten, die theologisch für die Erlangung des Gnadenstandes benutzt wird. Eine Unterscheidung zu jemandem, über den irdisch "Recht gesprochen" wird ist unnötig. Ein Letzterer wird sich vor Gericht sicherlich rechtfertigen müssen, letztlich wird er allerdings nicht gerechtfertigt (das kann er nur selbst tun) sondern wird aufgrund der Beweislast per Urteilsspruch entweder freigesprochen oder verurteilt. Es gibt keine generelle irdisch juristische Gnade. Im Übrigen bedeutet ein menschlich irdisches Urteil nicht immer Gerechtigkeit, ein göttliches schon.

    Für den Rest Deines Postings gilt für mich, dass Du das vermutl. aus protestantischer Sicht erläutert hast. Das kann ich nachvollziehen, teile diese Anschauung allerdings nicht.

  4. #24

    Standard

    Hallo Ed :-)

    Deine Beiträge bisher lesen sich ja fast schon wie Paulus selbst :-)

    Beim lesen weiß ich allerdings nie so recht wo ich nun dran bin. Einmal liest es sich so daß "der Glaube allein" ausreiche. Und dann wiederum liest es sich so daß dann doch die Werke hinzugehören. Wie halt bei Paulus... da weiß man auch nie so recht in welche Richtung er nun wollte :-)

    Falls Du mir Antworten möchtest und es Dir möglich ist... könntest Du Dich deswegen vieleicht rein auf die Evangelien beziehen? Also alles einfach mit den Worten Jesus und auch den passenden Kapiteln/Stellen in den Evangelien unterstreichen?

    Danke schon mal herzlichst im Voraus und schöne Grüße
    Net.Krel :-)

  5. #25

    Standard

    Zitat Zitat von net.krel Beitrag anzeigen
    Hallo Ed :-)

    Deine Beiträge bisher lesen sich ja fast schon wie Paulus selbst :-)

    Beim lesen weiß ich allerdings nie so recht wo ich nun dran bin. Einmal liest es sich so daß "der Glaube allein" ausreiche. Und dann wiederum liest es sich so daß dann doch die Werke hinzugehören. Wie halt bei Paulus... da weiß man auch nie so recht in welche Richtung er nun wollte :-)
    Weil du den Glauben als eine bloße Meinung, Vermutung verstehst.
    Das deutsche Wort Glaube wird in dem hier behandelten Sinn verwendet als Übersetzung des griechischen Substantivs pistis mit der Grundbedeutung „Treue, Vertrauen“. Das zugehörige Verb lautet pisteuein („treu sein, vertrauen“). Ursprünglich gemeint war also: „Ich verlasse mich auf ..., ich binde meine Existenz an ..., ich bin treu zu ...“. Das Wort zielt demnach auf Vertrauen, Gehorsam (vergleiche: Gelöbnis, Verlöbnis), Treue.[2]
    Das lateinische Wort credere (vgl. Credo und Kreditor) von cor dare: "das Herz geben/schenken" - ist direkt verwandt mit der altindischen Wurzel sraddha- („glauben“) und ist eine sehr alte (indogermanische) Verbalkomposition. Die Bestandteile bedeuten: „Herz“ und „setzen, stellen, legen“, zusammen also etwa „sein Herz (auf etwas) setzen“. Das unbestimmte „ich weiß nicht“ entspricht hingegen dem lateinischen Wort putare ("glauben, dass").

    Im Hebräischen gibt es die Vokabel aman: sich an etwas festmachen. Die Vokabel aman mit der Schreibung „Aleph-Mem-Nun“ wird nur in der Stammesmodifikation des Hif'il (Aussprache „hä'ämin“) mit dem Wort „glauben“ übersetzt. Diese Stammesmodifikation drückt im Allgemeinen einen kausativen Aspekt der Grundbedeutung aus. Die Grundbedeutung, die auch im ursprünglich hebräischen Wort Amen erscheint, ist „fest“ oder „unerschütterlich“, die Bedeutung im Hif'il ist also „jemanden fest sein lassen“.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Glaube

    Dieser Glaube ist keine bloße Meinung, sondern ein Handeln aus dem Vertrauen heraus.
    Moses streckte den Stab aus im Vertrauen auf Gott. Daß der das Meer teilen wird. Das Ausstrecken des Stabes, war Glaube.
    Israeliten gingen sieben Tage um Jericho herum im Vertrauen auf Gott. Daß der die Mauern Jerichos zerstören wird. Das um Jericho Herumgehen, war Glaube.
    "Der Glaube aber ist eine Verwirklichung dessen, was man erhofft ..." (Hebr. 11:1) Eine Handlung, eine Tat.

    Weil du aber am allgemeinen Verständnis von Glaube festhälst, in Sinne: "Das unbestimmte „ich weiß nicht“ entspricht hingegen dem lateinischen Wort putare ("glauben, dass")", kannst du Paulus nicht verstehen.
    Wirf dein Verständnis von Glaube über Bort, und übernimm das biblische, das jüdische, dann wirst du Paulus verstehen, der durch und durch ein Jude war.

    "Da fragten sie ihn: Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen?
    Jesus antwortete ihnen: Das ist Werk Gottes, daß ihr an den glaubt, den er gesandt hat." (Joh. 6:26-27)
    Glaube ist ein Werk, eine Handlung.

    "Der Beamte bat ihn: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt.
    Jesus erwiderte ihm: Geh, dein Sohn lebt! Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte, und machte sich auf den Weg.
    Noch wärend er unterwegs war, kamen ihm seine Diener entgegen und sagten: Dein Junge lebt.
    Da fragte er sie genau nach der Stunde, in der die Besserung eingetreten war. Sie antworteten; Gestern in der siebten Stunde ist das Fieber von ihm gewichen.
    Da erkannte der Vater, daß es genau zu der Stunde war, als Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er wurde gläugig mit seinem ganzen Haus." (Joh. 4:49-53)
    Aber das war auch dieselbe Stunde, in der der Vater dem Wort Jesu geglaubt, und sich auf den Weg gemacht hat. Das "sich auf den Weg machen" war Glaube. Wieder eine Handlung aus dem Vertrauen heraus.

    "Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt." (Mt. 7:21)
    Wenn jemand auch behauptet an Jesus zu glauben, aber nicht nach seinem Wort handelt, der glaubt nicht! Würde er glauben, dann würde er handeln.
    Eine bloße Meinung ist noch kein Glaube, auch wenn die Menschen es so verstehen.
    Nur eine Handlung im vertrauen auf das Wort Gottes, ist Glaube.
    Geändert von ed (28.08.2014 um 17:09 Uhr)

  6. #26

    Standard

    Zitat Zitat von Renate Beitrag anzeigen
    Ich stell mir das gerade mal vor:


    Ein Mensch beschließt an Gott glauben zu wollen. Warum? Wenn nicht aus Liebe, dann wohl aus egoistischen Grundmotiven. Das ist wohl auch in Ordnung so? Er glaubt dann halt mal an Gott, den er auch nicht lieben muss. Die Einstellung: „Ich kann Gott nicht leiden, aber es gibt ihn wohl“, genügt, um Gerecht zu sein.
    Danach kommt dann automatische die Liebe, oder wie? Ich muss mich dann gar nicht weiter bemühen, ich bin gerecht und mit der Zeit auch voller Nächstenliebe.
    Nein, so ist das natürlich nicht :) Man kann nicht "beschließen" an Gott zu glauben, wenn man ihn "nicht leiden kann". Mit der Liebe zu und der Entscheidung für Gott, das sehe ich ein bisschen wie im praktischen Leben, wenn man sich verliebt und irgendwann heiratet: Irgendwo läuft man sich erstmalig über den Weg. Es kommt zu ein paar ungewollten, aber interessanten Begegnungen. Man wird auf den anderen aufmerksam und beginnt, die Begegnungen ganz bewusst zu suchen, irgendwann gemeinsam zu genießen. An diesem Punkt kann man dann natürlich auch für den Rest des Lebens stecken bleiben. Ist ja auch schön. Man hat einander ja; man spürt einander ja. So kann ich natürlich auch mit Gott leben. Aber als mittlerweile glücklich verheiratete Frau kann ich dir sagen: Die Ehe ist schöner als die Zeit der schönen Begegnungen. Die gegenseitige Annahme ist tiefer. Das war natürlich nicht von Anfang an so. Ganz im Gegenteil: Ich habe mein Ja-Wort gegeben ("Ja, ich will dich annehmen") und dann kam der Prozess des echten Annehmens überhaupt erst richtig in Gang. Je genauer ich mir meinen Mann angesehen habe mit dem Wissen, dass ich mich ihm lebenslang verschrieben habe, desto wahnsinniger wurde ich an den scheinbar unvereinbaren Unterschiedlichkeiten. Und mit Gott läuft´s doch genauso: Man begegnet ihm hier und da im Leben, irgendwann dann öfter und bewusster, dann genießt und sucht man die Begegnung, und irgendwann entscheidet man sich für den Bund und sagt: "Ja, ich will dich annehmen". Aber dann geht´s los: Die darauf folgenden Wortgefechte ("Wort-Gottes-Gefechte" ;)), die entstehen, wenn man Gott wirklich annehmen will (oder die halt nicht entstehen, wenn man der Auseinandersetzung ausweicht, weil der Kampf zu hart ist und man sich dann lieber arrangiert), sind h-e-f-t-i-g. Zumindest meiner Erfahrung nach. Und das gilt in meinem Fall sowohl für meine Beziehung zu Gott als auch für meine Beziehung zu meinem Mann. Deshalb sind bei mir auch Bibel wie Ehering anfangs häufiger durch die Gegend geflogen. ;) Mittlerweile ernähre ich mich aber von den guten Früchten dieser mühseligen Saat und behaupte deshalb: Die Liebe der Ehe ist nicht dieselbe, wie die Liebe, mit der man sich entscheidet. Weil im Bund mit Gott leben auch einfach nicht dasselbe ist wie ohne Bund mit Gott leben. Es ist sicher möglich, auch ohne Bund mit Gott zu leben - vielleicht ist es sogar trotzdem derselbe Gott. Aber dann ist man eine von Davids Nebenfrauen und nicht seine Braut!
    Geändert von FrauShane (28.08.2014 um 17:40 Uhr) Grund: Ergänzung

  7. #27

    Standard

    Zitat Zitat von net.krel Beitrag anzeigen
    Also gehört, in meinen Augen, aufjedenfall zur Nachfolge Jesus dazu, daß man seine "Oberpriesterschaft" und "Schriftgelehrten" unbedingt auf "Schlangenbefall" immer diagnostizieren muss. Und wenn man das nicht kann dann muss man es lernen.
    Net.Krels Rede an Renate gefällt mir ausnahmsweise mal. ;) Zu obigem Satz fällt mir allerdings noch eine kleine Ergänzung ein: Wir können die "Oberpriesterschaft" und "Schriftgelehrten" immer sowohl außerhalb von uns selbst als auch innerhalb von uns selbst identifizieren. Denn die ganze Bibel lässt sich in uns selbst finden: Nicht nur der weise Führer Mose, sondern auch das unbewusste, starrsinnige Volk. Nicht nur der gerechte König David, sondern auch sein Verfolger Saul. Nicht nur der vorausschauende Prophet Samuel, auch der Okkultprophet Bileam, der sich selbst in seiner Irreführung im Dienste Gottes begriff. Nicht nur der zu unrecht gekreuzigte Jesus, sondern auch der fromme Pharisäer, der andere richtet, obwohl er selbst unperfekt ist. Ach ja, und natürlich der Hohe Rat, der immer hin und her überlegt und beobachtet und nichts als beeinflusste Entscheidungen trifft. Und sogar Judas, der Jesus verrät, obwohl er ja glaubt, dass Jesus der Erlöser (von der römischen Besatzungsmacht) ist, weil er eine soooo feste Vorstellung davon hat, WIE die Erlösung durch Jesus im Hier und Jetzt praktisch auszusehen hat, dass er auch dann noch bei seiner Vorstellung bleibt, wenn der Erlöser selbst längst andere Wege einschlägt, um einen viel größeren Plan zu verwirklichen ... Diese ganzen Figuren sind in uns, und diese ganze Geschichte spielt in uns.

    Deshalb ist es in meinen Augen sinnvoll, die Bibel nicht nur zu benutzen, um die böse Geschichte des Christentums und die bösen Intentionen von anderen Menschen zu identifizieren, sondern vor allem dazu, das Böse in sich selbst zu erkennen und den auferstandenen Jesus in sich zur Herrschaft zu bringen.

    Mit diesem Ziel vor Augen verbessern sich dann auch die Taten ganz automatisch ... man sieht einfach weniger den Splitter im Auge des anderen und mehr den Balken im eigenen. ;) Dann klappt das vielleicht auch irgendwann mit der besseren Welt.

    Viel Spaß beim Bibellesen euch allen und auch mir selbst.

    Frau Shane

  8. #28

    Standard

    Zitat Zitat von Sunigol Beitrag anzeigen
    Mir scheint, so ganz einfach ist das auch für Protestanten nicht: de.wikipedia.org/wiki/Sola_fide

    Obwohl der Artikel kurz ist, sind da mehrere hochinteressante Stellen drin:


    Also eben nicht: "Ich entscheide mich für Jesus" und schwupps ist alles gut, sondern man kommt nicht zum Glauben ohne Gottes Zutun.

    Weiter geht's: "Allein durch den Glauben" ist sogar Luthers eigene Erfindung:
    Ich habe mir das für die Prtestanten auch gar nicht einfach vorgestellt. Ehrlich gesagt kann ich mir auch nicht vorstellen, dass es eben so simpel gemeint war, wie viele Protestanten es auffassen.

    Außerdem müsste man sich auch mal genauer mit der Begrifflichkeit "Glaube" befassen. Was beinhaltet dieser denn? Handelt es sich nur um ein Annehmen oder Übernehmen einer Anschauung? Ich meine nein, es geht darüber hinaus. Ich bin fest überzeugt, dass in Bezug auf den Glauben an Jesus Christus die Liebe zu IHM in diesem zwingend enthalten ist. Ebenfalls ist enthalten, was insgesamt mit seiner Erlösungstat und seinen sonstigen Taten und Worten in Zusammenhang steht. Da kann mMn auch ein Protestant nicht umhin einzugestehen, dass auch die von IHM geforderten Taten zur Rechtfertigung dazugehören.

  9. #29

    Standard

    FrauShane FrauShane... was muss ich da lesen :-) Schmunzelnd :-)

    Zitat Zitat von FrauShane Beitrag anzeigen
    Je genauer ich mir meinen Mann angesehen habe mit dem Wissen, dass ich mich ihm lebenslang verschrieben habe, desto wahnsinniger wurde ich an den scheinbar unvereinbaren Unterschiedlichkeiten.
    :-) ja das kann ich mir gut Vorstellen :-) daß diese Kombination aus "bis daß der Tod euch Scheidet" und "unvereinbare Unterschiedlichkeiten" einen durchaus Wahnsinnig werden lassen kann :-) :-)

    Die Fetzen sind ja anscheinend auch recht geflogen... Ehebruch kam glaub ich auch vor wie Du letztens erwähntest...
    Zitat Zitat von FrauShane Beitrag anzeigen
    Deshalb sind bei mir auch Bibel wie Ehering anfangs häufiger mal durch die Gegend geflogen. ;)
    Der Arme... :-D ich kanns mir so richtig gut Vorstellen werte @FrauShane :-D

    Ist natürlich eine mir nicht zustehende Frage aber interessieren würd mich an dieser Stelle wie lang ihr euch eigentlich kanntet bis ihr auch das "Ja" Wort gegeben hattet... aber es hört sich nach "unter 1 Jahr" an... oder?

    Und dann halt erkannt daß ihr "scheinbar unvereinbare Unterschiedlichkeiten" habt...

    Ist Dein Mann eigentlich auch Christ so wie Du?

    Zitat Zitat von FrauShane Beitrag anzeigen
    mittlerweile glücklich verheiratete Frau
    Ach aber dann is ja alles Super... "mittlerweile"... das freut mich.

    Zitat Zitat von FrauShane Beitrag anzeigen
    Es ist sicher möglich, auch ohne Bund mit Gott zu leben - vielleicht ist es sogar trotzdem derselbe Gott. Aber dann ist man eine von Davids Nebenfrauen und nicht seine Braut!
    ijo... die habens auch schön gehabt :-)

    Humorvolle Grüße
    Net.Krel :-) :-)

  10. #30

    Standard

    Zitat Zitat von FrauShane Beitrag anzeigen
    Net.Krels Rede an Renate gefällt mir ausnahmsweise mal. ;)
    Zu obigem Satz fällt mir allerdings noch eine kleine Ergänzung ein [...]
    Deine Ergänzung mir überigens auch :-) Nee echt hat was. Da gibt's nix zu mosern.
    lg Net.Krel :-)


 

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