Liber Sawi, ich bin zutiefst berührt von deinen Worten! Danke!
Absalom
Liber Sawi, ich bin zutiefst berührt von deinen Worten! Danke!
Absalom
Ist Gott oder ein göttliches Wesen nur innerhalb der Schöpfung zu finden oder glaubst du auch an eine personifizierte Existenz eines Gottes? Also, um bei deinem Bild zu bleiben: gibt es den Tischler als Person, oder ist er nur in seinem Werk zu finden?
Wenn ja, kommuniziert er mit dir ? Ist er an dir als Person interessiert ?
Geli
Sawi, ich hätte es nicht besser sagen können :)
das hast du sehr schön gesagt. ich kann dir eigentlich nur zustimmen :)
also, was ist Wicca für mich?
Also, zuerstmal ist es eine Naturreligion die (wenn ich da richtig informiert bin) ihre Wurzeln im Keltentum hat.
Man glaubt an einen Gott und an eine Göttin, als Dualitätsprinzip wurde mir das mal erklärt....das eine geht nicht ohne das andere. Ausserdem feiert man die 8 Jahreskreisfeste ( Samhain, Yule, Imbolc, Ostara, Beltane, Litha, Lughnasad und Mabon). Die Feste orientieren sich am Rhythmus der Natur.
Was ich so schön daran finde ist das man sich als "Teil des Ganzen" sieht. Alles hat seinen Platz und seine Rolle in der Natur, und dem Kreis des Lebens (also Leben-Tod- Wiedergeburt).
Wicca hat kein heiliges Buch, in dem alle Antworten auf den Sinn des Lebens stehen. Man geht auch nicht missionieren oder muss Geld bezahlen.
Auch das gefällt mir daran gut.
Alles in der Natur wird als heilig angesehen, und wie Sawel schon sagte, ist die Natur sozusagen "das Spiegelbild" der Schöpferkraft. Man ist ein Teil davon und zeigt das z.B. durch Rituale (so wie bei den Christen zum Beispiel das Abendmal ein Ritual ist).
Aber es ist Quatsch zu denken, das man den Teufel oder Dämonen anbetet. Denn es gibt ein Gesetzt in diesem Glauben und das sagt "Alles was du aussendest, fällt auf dich zurück"....das ist so wie der Spruch "du erntest was du säst".
Hm, ich kann es leider nicht so schön ausdrücken wie Sawi, aber ich hoffe ich konnte irgendwie erklären, was Wicca für mich ist.
bb Lily![]()
Was ist Inhalt meines Glaubens? Gute Frage. Ich bin ein Suchender und ich müsste Lügen wenn ich sagen würde, ich habe auf alle meine Fragen eine Antwort gefunden. Wer kann das schon sagen?
Sawel hat schon viel geschrieben, dass könnt ich so unterschreiben.
Ich sehe mich als Solitary Gotteskind (Wicca / der Name ist so was von abgedroschen), gehöre also keiner Richtung (Coven) an. Ich find Coven sind net mein Ding. Ich schließe mich net einer Richtung an, um dann nachzuplappern, was andere für richtig halten. Da kann ich auch in eine Kirche gehen. Meine Meinung!
Solitary sind sog. Freifliegende, d.h. sie lehnen jegliche menschliche Hierarchie in Glaubensfragen ab. Allein Göttin/Gott sind der Maßstab. Das setzt voraus, dass man einen ziemlich gefestigten inneren Glauben hat und eine innige Beziehung zu Gott/In erlebt.
Das bedeutet aber net, dass man keine menschlichen Lehrer anerkennt. Aber ich glaube, dass niemand besser oder schlechter ist vor Gott/In. Gott/In gibt wie sie möchte, dem einen mehr dem anderen weniger, aber daraus darf sich keine Hierarchie und besondere Macht ableiten lassen. Ich bin aber in einem Clan aktiv.
Was mir wichtig ist:
1.) Liebe zum Leben in all seinen Formen ist das ethische Grundprinzip. Gotteskinder achten und ehren alle Lebewesen, sie behüten die Kräfte des Lebendigen. Das bedeutet Schutz der Vielfalt im Leben der Natur, bedeutet Kampf gegen Machtmissbrauch, Umweltzerstörung, Kampf gegen die Mächte, welche die Schöpfung der Muttergöttin und unseres Vatergottes zerstören wollen.
2.) Das Wesen des Gotteskindes ist hell erleuchtet, denn sie/er soll ein Licht sein in unserer finsteren Welt. Sie behüten die Kräfte des Guten, sie sind nicht auf Eigennutzen aus, sondern sie sind Licht für andere. Sie behüten und bewahren die alten Traditionen und sie nutzen sie Weise und voller Erfurcht. Das eigene ich wird mit der Schöpfung der Göttin eins, mit dem Gott allen Seins vereint. Darin liegt die Magie, die Kraft, darin liegt unser Wesen.
3.) Es geht nicht in meinem Glauben darum Macht über andere zu haben, sondern darum mein Handeln so zu lenken, dass es sich zum Guten auswirkt! Das ist das ganze Geheimnis meines Weges. Denn wir alle sind verantwortlich für unser Tun und Handeln.
4.) Wir sind die Menschen, wir haben die Macht Gutes zu tun oder Schlechtes zu tun. Diese Entscheidung müssen wir täglich neu treffen! Wir werden ernten, was wir aussäen! Das soll uns Mahnung zur Vorsicht sein! Vorsichtig mit der uns anvertrauten Macht und Kraft umzugehen!
Tu was Du willst, solange es niemandem schadet, das gilt besonders dir selbst!
Mein Glauben basiert auf dem Grundsatz, dass alles eins ist. Alle Menschen, Tiere, Pflanzen, Berge, Ozeane, Kontinente, Wolken, Planeten, Sterne, ganze Galaxien, sind eine Einheit. Wir alle zusammen sind Eins, und dieses Eins spiegelt zugleich Göttin und Gott wieder. Alle anderen Götter und Göttinnen der Welt sind nichts anderes als einzelne Aspekte der Gottes, verschiedene Manifestation der Kraft im Bewusstsein der Menschen. An dieser Stelle teilen sich natürlich die Meinungen. Das ist aber nicht mein Problem. Was mein Problem ist, dass manche sich den zerstörerischen Kräften des göttlichen mehr zuwenden als den friedlichen und liebenden. Das kritisiere ich an allen Religionen, ihre überaus kriegerischen und gewalttätigen Lehren.
Da diese Gott/In alles ist, trägt jeder einzelne von uns, jedes Tier und jede Pflanze, jeder Stein und jeder See das Göttliche in sich. So lässt sich auch das Gesetz verstehen, schade niemandem, denn dadurch schadest Du der Gesamtheit und letztlich Dir selbst.
Neulich habe ich mal über die Solitary folgendes gelesen: Sie hinterfragen jederzeit alles und bedenken auch die möglichen Folgen.
Selbst eine gute Tat, kann weitreichende Ereignisse nach sich ziehen,
deren Risiken man so umfassend wie möglich abschätzen muss.
Sie leben im festen Glauben, dass jeder Reaktion auch eine Gegenreaktion folgt.
Das fand ich echt passend, denn es stimmt schon. Also für mich. Also leicht mache ich es mir sicher net und der Weg wird auch als sehr schwer von Wiccas angesehen.
Ich glaube, dass Gott/In alles aus Liebe geschaffen hat und wir Menschen in diese Ordnung gestellt wurden. Net über sie gestellt wurden, net unter sie gestellt wurden, sondern wir sollten gleichberechtigt neben allen anderen Wesen unseren Platz einnehmen. Würde man das bedenken, dann sehe unsre Welt anders aus! Aber der Mensch spielt sich als Herrscher auf und tritt damit Gott/In in das liebende Herz. Macht alles kaputt, was sie/er aus Liebe geschaffen hat. Das ist das Böse in der Welt.
Gott/In bezeichne ich deshalb so, weil ich denke Das Gott net nur Vater ist, sondern auch Mutter. Der Mutteraspekt behagt mir deutlich mehr! Ich bin kein Pagangläubiger! Deswegen glaube ich auch net an die drei Christengötter. Ich glaub aber, dass Gott alles in allem ist. An einen Satan glaub ich net, weil ich nur an Gott/In glauben soll. Ich bete auch keine Tiere oder Pflanzen an, oder verneige mich wie andere Leuts vor Kreuzen oder Figuren. Ich find so was komisch. Ich achte und ehre sie, weil sie Gott/In aus Liebe geschaffen hat.
Zur Magie. Magie bedeutet für mich mit den natürlichen Ressourcen, die Gott/In geschaffen hat zu arbeiten, sie zu nutzen und damit Dinge zu bewegen. Das können Kräuter sein, das können Steine sein, das können Räucherungen sein, das kann alles Mögliche sein. Wichtig ist mir dabei, dass ich dies immer im Einklang mit meinem Gewissen und meiner Gottes/In Erkenntnis tue. Ich denke Magie ist nichts böses, sondern Menschen machen Magie zu bösen zwecken! Das geht aber ist mir verboten. Zauberei gibt’s nur in Märchen und auf dem Besen fliegen kann ich auch net!
So, das war`s mal von mir. Wer Fragen hat, der Frage mich einfach.
BR
Zuerst möchte ich euch danken, dass ihr erklärt, was Wicca ist und was ihr glaubt. Nun ist mir einiges klarer geworden.
Ihr sprecht von Göttin und Gott, aber wenn ich es recht versteh, ist es auch nur einer mit 2 Seiten, der männlichen und weiblichen Seite.
Wie ist es, habt ihr auch eine persönliche Beziehung zu diesem Gott/Göttin?
Betet ihr zu ihm/ihr?
Es gibt den Tischler. Er ist nicht selbst der Tisch sondern hat ih geschaffen und damit ein Stück von sich dort hineingelegt.
Natürlich kommuniziert er/sie mit mir und ist an mir als Person interessiert. So wie eine Mutter oder ein Vater an ihren/seinen Kindern interessiert ist.
Wenn nicht an mir als Person, auf welche Weise sollte Gott/Göttin denn sonst an mir interessiert sein?
@Mirjamis:
Diese von Christen gern so bezeichnete "persönliche Beziehung" (was wäre denn eine unpersönliche Beziehung?) ist natürlich vorhanden. Ohne dieses "Feedback" würde ich gar nicht an Gottes Existenz glauben.
Das Beten ist bei mir so eine Sache für sich. Ich bete eher im Sinne von Gespräch suchen oder um Beistand ersuchen und wenn mir diese Hilfe oder der Beistand gegeben wurde, zu danken.
Ich bin aber kein Fan von "großer Gott, wir loben dich, du bist ja so toll und wir sind nichts, und wir preisen dich und bla" Lobpreis. Ich danke dann wenn Anlaß besteht, aber mein Gott ist keine(r), der so ein kleines Ego hat daß er ständig gelobt und gepriesen werden will. Was wäre das für ein Gott der es nötig hätte, sowas zu verlangen.
Geändert von Sawel (05.11.2008 um 16:57 Uhr)
Alle sinnlichen Genüsse regen bei edlen Naturen den Geist an. Bei unedlen Naturen jagen sie ihn davon. - Waldemar Bonsels
Von der Natur aus gibt es weder Gutes noch Böses. Diesen Unterschied hat die menschliche Meinung gemacht. - Sextus Empiricus
)O(
Das sind sehr starke Glaubensbekenntnisse, die man hier vernimmt. Kann es sein, dass es sehr viele Paralellen zum Unitarismus gibt?
Was mir am besten gefällt, ist das absolute Bekenntnis zur Gewaltfreiheit, zu Offenheit und Toleranz. Leider lassen die großen monotheistischen Buchreligionen einiges davon vermissen.
Vielen Dank für aufschlussreichen Erläuterungen.
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Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.(Art. 4 Abs. 1 GG)
Mmm, klingt alles recht schwammig. Im Prinzip glaubt jeder das was er will und interpretiert sein persönliches Wunschdenken in Gott hinein.
Das könnte man allerdings auch jedem Andersgläubigen - auch Christen zum Vorwurf machen, denn die Gefahr besteht immer.
Wie sieht für euch euer Glaube praktisch aus? Wie wird er im Alltag gelebt? Wie steht ihr zu ehtischen Fragen: ist Familie eine Wert, den es zu erhalten gilt? Und weil wir Christen das auch immer gefragt werden: wie steht ihr zur Frage "Schwangerschaftsabbruch" und "Homosexualität" (wobei ich mir ziemlich sicher bin, die Antwort auf Letzeres schon zu wissen...)
Oder sieht das auch jeder von euch anders? Gibt es nichts, was "allgemeingültig" ist?
Geli
Ach, mir fällt da noch etwas ein: wenn die Natur von euch so hoch gehalten wird, müsstet ihr doch alle ganz aktiv im Umweltschutz sein, oder?
Fahrt ihr dennoch Auto? Nutzt ihr die Errungenschaften der modernen Technik?
Wie steht ihr zum Töten von Tieren? Esst ihr Fleisch?
Geli
Wir fahren schon mit dem Auto, müssen wir auch weil wir relativ ländlich leben. Aber wir achten zum Beispiel Zuhause auf Mülltrennung, auf Strom und Wasserverbrauch usw. Aber ich finde ja, dafür muss man kein Wicca sein, um umweltschonend zu leben/handeln.
Ansonsten fahre ich fast überall mit dem Fahrrad hin (wenn ich darf) oder sitze mit meinem Hintern auf Bonny *gg* (das ist mein Pferd).
Ich esse Fleisch, aber nicht jedes. Schwein esse ich z.B. nicht. Aber eigentlich nur aus dem Grund weil es mir nicht schmeckt.
Ich finde Fleisch essen nicht schlimm, der Körper brauch das ja auch.
Ich würde aber niemals ein Tier schlachten können, ihm leid zufügen und geopfert werden sie von uns auch nicht.
Ich bemühe mich eben alles Leben, Menschen, Pflanzen und Tiere und auch alles andere mit Respect zu behandeln.
bb Lily
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