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Hybrid-Darstellung

  1. #1
    Geli71 Gast

    Standard

    Geli71, ich möchte, um himmel’s Willen nicht von deiner Vernunft sprechen
    Hihi, ja, lass das man lieber, da gibt es nicht viel zu besprechen...

    Nun im Ernst, auch wenn du mich natürlich nicht direkt angesprochen hast, fühle ich mich schon angesprochen. Zwar ist für mich der Gedanke neu, dass Glaube etwas mit "Vernunft" zu tun hat. Glaube ist für mich Herzenssache. Glaube hat für mich etwas mit Glaubenserfahrungen und Beziehung zu tun. Naürlich glaube ich letztlich auf einer Grundlage, in meinem Fall die Bibel. Dennoch ist es kein Glaube vom "Kopf" her - denn dann wäre es aufgrund der vielen Dinge, die ich nicht verstehe und die ich anzweifle, kein Glaube mehr.

    Und wo Gefühle im Spiel sind, teilweise durchaus sehr starke Gefühle, hat die Vernunft kaum eine Chance.

    Geli

  2. #2
    Registriert seit
    20.12.2006
    Beiträge
    281

    Standard

    Hallo zusammen

    Nun Vernunft scheint ja ein sehr dehnbarer Begriff zu sein. Angefangen beim Verstand, dem Geschenk einer guten Auffassungsgabe, klug zu sein, selbst Witz gehört in diese Kategorie, Und wenn ich mir so die Begriffe laut Duden anschaue, dann hat jemand mit Vernunft eine Begabung, auch Erfahrung und geschärfte Sinne gehören dazu.

    So kommt mir leicht der Gedanke auf, wenn ich so auf deine Beispiele schaue Isaak, dass Vernunft, wenn es sich um Glaubensdinge handelt eher bedeutet: Den andern in seinem Glauben zu besiegen oder dem andern seine eigene Gewissheit aufzudrängen und doch bitte, bitte, endlich mal zur Einsicht zu kommen, halt eben vernünftig zu werden. Ja vielleicht möchte man ja den andern auch aufrütteln. Vielleicht ist das Ganze ja auch ganz gut, denn würden wir nicht herausgefordert, wer weiss, würden wir wohl in unserem Leben still stehen.

    Nun Geli, wenn mein Glaube nur Herzenssache wäre, dann hätte ich wohl schon längst keinen mehr und wenn ich die Gefühle noch einbeziehe, dann stünde es noch schlimmer. Das Einzige was mich bisher in meiner Beziehung zu Gott durchgetragen hat ist das, was ich mit meinem Denken, meiner Vernunft verarbeiten konnte und ER mir gerade in schwierigen Situationen einen klaren Verstand oder auch Durchblick schenkte. Für mich kommen aber alle diese Dinge vom Ewigen, sei es Vernunft, Wille, Gefühle und was sonst noch alles. Aber weshalb es dann kein Glaube mehr wäre, wenn ich meinen Kopf dazu benötige kann ich nicht verstehen.

    Gruss

  3. #3
    Geli71 Gast

    Standard

    Nun, dann ist das wohl bei jedem Menschen unterschiedlich. Bei mir ist es halt gerade umgekehrt. Ich kann nicht logisch begründen, warum ich glaube. Das ist so, also wolle ich erklären, warum ich meinen Mann liebe. Das ist einfach so. Wenn ich darüber nachdenke, fallen mir viele Gründe ein, weshalb mein Mann vielleicht gar nicht liebenswert ist. Und unsere Beziehung ist oft sehr anstrengend, kostet Kraft und Zeit. Die Vernunft würde hier sagen: ohne ihn wärst du besser dran.

    Aber das Herz sagt das Gegenteil. Unerklärbar, unvernünftig. Und so ist auch meine Beziehung zu Gott.

    Geli

  4. #4
    Isaak Gast

    Standard Die Reife der Vernunft

    Möglich, dass wir die Begriffe schon verschieden verstehen.

    Was wäre eine vernünftige Herzenssache? Vielleicht dem zu folgen was das Herz wünscht?
    Was wäre eine vernünftige Verstandssache? Vielleicht nicht allem zu folgen, was das Herz verlangt.

    Vernünftig scheint vielleicht einem Einlenken zu entsprechen, einem Einlenken zu dessen was den Kern ausmacht.

    Im Glauben seinem Herz zu folgen, kann sein wie eine Jungfrau, welche sich in einen jungen, wunderschönen Bettler verliebt und nicht davon ablässt, oder welche einem mächtigen Edelmann verfallen ist, welcher sie in einer Nacht erkennt und am Morgen nichts mehr von ihrer weiß.

    Wenn du einen Mann liebst und wenigstens die Hälfte ist für dich Gut an ihm und mit ihm, dann ist dieser deine Herzenssache. Ist aber kaum etwas Gutes an und mit ihm, wird sich dein Herz von ihm abwenden und du könntest vielleicht dein eigenes Herz überwindend bei ihm bleiben oder ihn verlassen.

    Der Glaube ist vielleicht wie ein Ehemann. Und wie viele Ehefrauen formen sanft und auch sehr grob ihren Ehemann?

    Der Ewige ist der Einzige, welcher sich vielleicht binden kann ohne sich selbst anzubinden und den im Bund Lebenden nicht zu verformen.

    Eine Gnade der Vernunft in G“tt könnte sein reif in Herzenssachen zu werden und dem jungen schönen Bettler nur nachzuträumen, dem mächtigen Edelmann aus dem Weg zu gehen und zu lernen was nicht allein seinem eigenen Herz, sondern dem Ganzen, der Schöpfung gut tut zu tun. Das könnte sein, Liebe geben zu können wo es Not tut und Liebe anzunehmen wo sie ehrlich und frei ist.

    Herzensangelegenheiten sind vielleicht vernünftige Herzensangelegenheiten wenn sie die Herzen anderer mit erwärmen und somit auch das Eigene niuch vergessen.

    Vernünftiger Glauben scheint Reife und Größe zu sein, zu spüren wie unendlich der Ewige ist und keinen der Geringsten, unter uns, ausschließt, oder den Weg zu IHM verweigert, oder behindert, nur weil dieser seinem Herz folgt, einer bestimmten Religion angehört, oder einen Mangel an Vernunft hat.

    Die Gnade der Vernunft kann fast nicht sein, Bibeln auswendig zu können und Zitate daraus immer und jeweils, zur Situation passend, als Maß der Wahrheit und der richtigen, gerechten Glaubensausrichtung, predigend zu erheben. Dies wäre eher nur eine dem Versand angepasste Glaubenslehre, welche so unvernünftig ist, wie eine Abwesenheit, der reifen und vernünftigen Vernunft, entspricht. Soll heißen, lebensfremd texttreu, trocken und leer ist

    lehit
    Isaak
    Geändert von Isaak (27.11.2008 um 15:56 Uhr)

  5. #5
    Geli71 Gast

    Standard

    Ja, da kann ich grundsätzlich nur zustimmen. Reife in Herzensangelegenheiten ist ein lobenswertes Ziel.

    Die Gnade der Vernunft kann fast nicht sein, Bibeln auswendig zu können und Zitate daraus immer und jeweils, zur Situation passend, als Maß der Wahrheit und der richtigen, gerechten Glaubensausrichtung, predigend zu erheben. Dies wäre eher nur eine dem Versand angepasste Glaubenslehre, welche so unvernünftig ist, wie eine Abwesenheit, der reifen und vernünftigen Vernunft, entspricht. Soll heißen, lebensfremd texttreu, trocken und leer ist
    Und das hier möchte ich fett unterstreichen.

    Dennoch:

    von mir selbst ausgehend muss ich sagen, ich bin eine Lernende. Und ich denke, in Herzensangelegenheiten ist es allgemein schwer, nur aus der Vernunft heraus zu handeln. Wenn Leidenschaft eine Rolle spielt, werden die Grenzen des Vernünftigen schnell überschritten.

    Wobei ich gar nicht sicher bin, ob der Andere immer überzeugt werden soll. Streiten kann auch dazu beitragen, die eigene Meinung zu überdenken und ggf. zu reformieren. Oder eben zu festigen. Aus diesem Grund streite ich gerne und viel - auch über Fragen des Glaubens. Vernünftig? Da kommt es wohl auf die Art und Weise an. Und da kann ich nur wieder deinen og. Satz zitieren.

    Geli

  6. #6
    Isaak Gast

    Standard

    Okay,

    Streit, andere zu überzeugen und Leidenschaft sind dann schon weiterführende Theman und sollten, nach meiner bescheidenen Meinung, bei Bedarf in neuen Threads behandelt werden.

    Lernende sollten wir alle vieleicht bleiben und das bis zum letzten Tag unseres Lebens.

    lehit
    Isaak

  7. #7
    halbnomadin Gast

    Idee

    Hallo,

    Vernunft bedeutet für mich, meine Entscheidungen möglichst auf Fakten zu stützen - wobei ein eindeutiges Gefühl neurologisch auch ein Fakt ist, mit der Einschränkung: Gefühle sind Auswertungen teils unbewusst registrierter Fakten - dabei kann es immer zu Fehlinterpretationen kommen.

    In Glaubensdingen: Mein Gefühl hat mir deutlich gezeigt, dass es Gott gibt. Rational betrachtet sind andere Menschen mit völlig anderen Menschen genau so überzeugt - oder noch mehr - ohne dass bisher nachgewiesen werden konnte, dass es Gott gibt oder nicht und wenn ja wie viele.

    ergo halte ich es für vernünftig: bei meinem Glauben bleiben, da für mich Gott existiert, aber gleichzeitig akzeptieren, dass andere das anders sehen.

    Was letzendlich stimmt, weiß ich nach dem Tod-spätestens.


 

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