Nun, als Alternative zum Beitrag über die Alternative:
http://gnadenkinder.de/board/showthr...e-Weisheiten#9
hier etwas anderes, was auch vom Huhn und Ei spricht…
Rabbi Chajim aus Zans erzählt ein weiteres Gleichnis:
Eine arme Bäuerin hatte mehrere Kinder. Die Kinder verlangten Essen, doch die Bäuerin war so arm, daß sie den Hunger ihrer Kinder nicht stillen konnte.
Eines Tages fand die Bäuerin ein Ei. Da rief sie ihre Kinder zusammen und sprach zu ihnen: «Kinder, ab jetzt brauchen wir uns nicht mehr zu sorgen. Ich habe ein Ei gefunden, und da ich eine Frau mit Sinn für das Praktische bin, werden wir das Ei nicht essen, sondern den Nachbarn bitten, es zum Ausbrüten unter eine Henne zu legen, damit ein Küken daraus entschlüpft. Wir werden aber das Küken nicht verspeisen, sondern es zu einer Henne heranwachsen lassen, damit diese weitere Eier legen und ausbrüten kann, so daß zusätzliche Hennen aus diesen Eiern schlüpfen. Die Hennen werden wiederum Eier legen und Küken ausbrüten, so daß wir viele Hennen und Eier haben werden. Und da ich eine geschäftstüchtige Frau bin, werden wir die Hennen und die Eier nicht verzehren, sondern sie verkaufen und uns für den Erlös ein Kalb kaufen. Aber auch das Kalb werden wir nicht verspeisen, sondern es aufziehen, bis es eine Kuh wird, und die Kuh werden wir solange nicht essen, bis sie Kälber wirft. Auch die neugeborenen Kälber werden wir nicht verzehren, sondern warten, bis wir zahlreiche Kühe und Kälber haben. Diese werden wir dann verkaufen und mit dem Erlös ein Feld kaufen. So werden wir Kühe, Kälber und Felder besitzen, und es wird uns an nichts mehr fehlen.»
Und während die Bäuerin sprach und sich an ihren Plänen ergötzte, fiel das Ei zu Boden und zerbrach.
Genauso sind wir, die Menschen. Wenn die heiligen Tage - die hohen Feiertage - herannahen, nimmt jeder Mensch es auf sich, Buße zu tun und hat die Absicht, in Zukunft besser zu handeln. Doch die Tage verstreichen und es bleibt bei den Gedanken und den guten Vor¬sätzen. Die Absichten führen nicht zu Taten, und mehr noch, der Mensch strauchelt und fällt. Daher muß der Mensch vorsichtig sein, daß er nicht strauchle, falle und Sünden begehe.
Aus rabbinische Weisheiten zu den Sprüchen der Väter
Alef



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