Bereits im Alten Testament wurde der Verrat an dem Herrn Jesus prophetisch angekündigt: »Da wurde erfüllt, was gesagt ist durch den Propheten Jeremia, der da spricht: ›Sie haben die dreißig Silberlinge genommen, den Preis für den Verkauften, der geschätzt wurde bei den Israeliten‹ « (Mt 27, 9). Hatte der Verräter eine Chance?
Jeder Mensch hat einen freien Willen. Sicherlich hätte sich Judas auch anders entscheiden können, aber Gott sagte seinen Fall voraus, weil Er allwissend ist und genau um das Versagen Judas’ wusste. Einige behaupten (aufgrund der Irrlehre von der Prädestination [Vorherbestimmung]), Gott habe Judas zu diesem Verrat erwählt und er sei deshalb der heimliche Held des Christentums; doch die Bibel zeigt klar, dass Judas aus verkehrtem Motiv gehandelt hatte, und nachdem er den Herrn verraten hatte, wurde er von Gott verdammt. Gott erwählt keinen zur Verlorenheit; ein Mensch, der verloren geht, ist selbst schuld an seinem Los und hat selbst zu verantworten, was mit ihm geschieht.
Die Verfasser von bibelkommentare.de sagen zur Person des Judas:
»Er war ein falscher Jünger. Als der Herr zu seinen Aposteln sagte: ›Ihr seid rein‹, nahm er Judas mit den Worten ›aber nicht alle‹ davon aus. Er wurde mit den anderen ausgesandt zu predigen, und auch was das Vollbringen von Wundern im Namen des Herrn Jesus anging, wurde in seinem Fall keine Ausnahme gemacht. Als Maria den Herrn salbte, beklagte er sich über die Geldverschwendung, indem er die Bedürfnisse der Armen als Vorwand benutzte. Jedoch sorgte er sich nicht tatsächlich um die Armen. Er verwaltete die Kasse, und er war ein Dieb. Satan kannte Judas’ Begierde und gab es ihm ins Herz, den Herrn für Geld zu verraten, was dieser schließlich auch für 30 Silberstücke tat (u. a. Mt 26, 14-50; Lk 22, 3. 47. 48; Joh 13, 2; 18, 2-5). Anschließend ergriff Satan selbst, als der Widersacher, Besitz von ihm, um den Erfolg des Verrates sicherzustellen (Joh 13, 26. 27).«
Nachdem Judas den Herrn verraten hatte, wollte er sein schlechtes Gewissen betäuben, indem er das Geld, für das er den Herrn verraten hatte, den Schriftgelehrten zurückgab. Doch das geschah nicht aus aufrichtiger Reue (dann hätte er die Vergebung an der richtigen Stelle, bei Jesus, gesucht). Er wusste, dass er verkehrt lag, und er bereute nicht aus tiefstem Herzen seine Tat. Er hatte lediglich Angst vor der Verdammnis. Dem Urteil des Herrn Jesus über Judas ist zu entnehmen, dass Judas gegen den Heiligen Geist gesündigt, also in bösartiger Absicht wider besseres Wissen gehandelt hat: »Solange ich bei ihnen war, erhielt ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, und ich habe sie bewahrt, und keiner von ihnen ist verloren außer dem Sohn des Verderbens, damit die Schrift erfüllt werde.« (Joh 17, 12).
Judas hatte die Chance, seine bösen und abtrünnigen Gedanken von sich zu weisen und zum Herrn zu finden. Stattdessen hat er zugelassen, dass der Satan sich seiner bemächtigen konnte, und ging verloren. Nach seinem Fall gab es für ihn keine Vergebung mehr.



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