Dieser Verrat ist unter anderem in Ps 55,13-15 dargestellt, wo uns auch inbesondere die Empfindungen des Herrn Jesus dargestellt werden:

"Denn nicht ein Feind ist es, der mich höhnt, sonst würde ich es ertragen; nicht mein Hasser ist es, der gegen mich großgetan hat, sonst würde ich mich vor ihm verbergen; sondern du, ein Mensch wie ich, mein Freund und mein Vertrauter; die wir vertrauten Umgang miteinander pflegten, ins Haus Gottes gingen mit der Menge."

In Sach 11,12 werden dann auch noch die dreißig Sekel Silber erwähnt.

Dann zu der Problemfrage: Ich bin überzeugt, dass Judas eine Chance hatte. Natürlich war prophezeit, dass er den Herrn Jesus verraten würde, aber nicht deshalb beging er diese Tat. Gott ist allwissend und wusste mit hundertprozentiger Gewissheit, was Judas tun würde. Nehmen wir z. B. die römischen Soldaten, die unter dem Kreuz um die Sachen des Herrn Jesus losten. Glaubst du, dass diese heidnischen Leute die Prophezeiung aus Ps 22,18-19 kannten und deshalb diesen Akt vollzogen, damit die Schrift erfüllt würde? Ich glaube nicht. Auch Judas hatte einen freien Willen und konnte sich für den Herrn entscheiden. So ist Judas ein Bild von einem Namenschristen, d. h. von jemand der sagt er sei Christ, in Wirklichkeit aber keine Vergebung seiner Sünden empfangen hat. 2. Tim 3,5 redet von Menschen, die eine Form der Gottseligkeit haben, deren Kraft aber verleugnen. Genau solch ein Mensch war Judas Iskariot.


@Isaak

Ich finde es höchst interessant, dass du als Jude das neue Testament liest. Paulus sagt in 2. Kor 3,12-18, dass die Juden eine Art Decke über ihren Augen haben und es somit schwerer haben als andere Menschen die Heilsbotschaft anzunehmen. Erkennst du, dass das gesamte alte Testament auf Christus hinweist? Beispielsweise die fünf Bücher sind voll von Bildern, die Christus darstellen. Versteh mich bitte nicht falsch, aber wie empfindest du das?


Gruß

Bastian