Das ist der ideale Traum des Individualisten: auf keinen Mensch angewiesen zu sein. Auf diese Weise würden wir nie Gemeinschaft lernen.
Zu dieser Haltung steht im Koran: "... Sie leugneten die Offenbarung, weil sie aus Neid nicht annehmen konnten, daß Gott dem Seiner Diener Seine Gunst erweist, wem immer Er will. ..." (2:90)
"Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und urteilte wie ein Kind. Als ich ein Mann wurde, legte ich ab, was Kind an mir war (das Kindische)." (1Kor. 13:11)Die Bibel ist nunmal kein derart eindeutiges Werk, dass es in der Auseinandersetzung mit ihr nicht zu unterschiedlichen Interpretationen kommen könnte. Und ich halte dies auch nicht für einen Mangel, sondern finde im Gegenteil, dass der Reichtum der Schrift gerade darin begründet liegt, dass sie im Kopf des Lesers/der Leserin, unterschiedlichste Bilder hervorzurufen vermag, die dann übertragen auf die jeweils individuelle Lebenssituation des einzelnen Menschen, ganz persönliche Assoziationen hervorzurufen vermag, die den Menschen ganzheitlich, in seinem individuellen Sein, Weisheit und Lehre, Trost und Mut zuzusprechen versteht.
"Wenn ihr Mose glauben würdet, müßtet ihr auch ihr auch mir glauben; denn über mich hat er geschrieben.Nur wenn die Bibel als absolut gesetztes und unmissverständlich und eindeutiges Wort Gottes, als keinen Interpretationsspielraum zulassendes Werk betrachtet wird, das für jeden auf gleiche Weise verbindlich ist, müsste man hier einen Mangel erkennen ...
Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie könnt ihr dann meinen Worten glauben?" (Joh. 5:46-47)
"Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben, sondern um zu erfüllen.
Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes (alle fünf Bücher Mose) vergehen, bevor nicht alles geschehen ist." (Mt. 5:17-18)
"... alles in Erfüllung gehen soll, was in der Schrift steht." (Lk. 21:22)
"Dadurch ist das Wort der Propheten für uns noch sicherer geworden, und ihr tut gut daran, es zu beachten; denn es ist ein Licht, das an einem finsteren Ort scheint, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen." (2Pet. 1:19)
"Jede von Gott eingegebene Schrift ist auch nützlich zur Belehrung, zur Wiederlegung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit." (2Tim. 3:16)
"Denn lebendig ist das Wort Gottes, kraftvoll und schärfer als jedes zweischneidiges Schwert; es dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist, von Gelenk und Mark; es richtet über die Regungen und Gedanken des Herzens." (Hebr. 4:12)
Die Bibel ist das absolut gesetzte und unmissverständlich und eindeutiges Wort Gottes.
"Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit." (Koh. 3:1)... und sich zudem noch sehr darüber wundern, dass es ganz einfach eine derart gestaltete eindeutige Interpretation noch nicht gibt und das nach vielen tausend Jahren biblischer Exegese.
"... was beschlossen ist, muß ausgeführt werden." (Dan. 11:36)
"Am Ende der Tage wird es geschehen: Der Berg mit dem Haus des Herrn steht fest gegründet als höchster der Berge; er überragt alle Hügel. Zu ihm strömen alle Völker.
Viele Nationen machen sich auf den Weg; sie sagen: Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn und zum Haus des Gottes Jakobs. Er zeige uns seine Wege, auf seinen Pfaden wollen wir gehen. Denn von Zion kommt die Weisung des Herrn, aus Jerusalem sein Wort.
Er spricht Recht im Streit der Völker, er weist viele Nationen zurecht. Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen. Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, und übt nicht mehr für den Krieg." (Jes. 2:2-4)
Und jeder bleibt für sich selbst allein in der "Einheit" mit seinem eigenen Gott. Die Einheit untereinander wird nicht gesucht. Individualismus.Nur in einer negativen Theologie, in der keine positive Aussage über Gott möglich ist und keine positive Aussage seiner Transzendenz gerecht wird, kann die Erkenntnis der Einheit nicht nur vollzogen werden, sondern ist sie bereits substantiell vollzogen, nämlich in Gott, der diese Einheit ist.
Hier wird der Blick nämlich nicht nach außen, auf die Vielfalt, die Unterschiede gelenkt, sondern er geht nach innen, in die Einheit, die bereits substantiell in Gott vollendet ist.




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