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Jetzt wird es wirklich interessant! Was meint den Jesus hier bildlich mit Disteln und Dornenbüschen? Hier müssen wir in die Überlieferungsgeschichte seiner Zeit schauen und man wird nicht erstaunt sein, dass hinter diesen beiden Begriffen – nämlich Wildwuchs, auch klare Personengruppen bezeichnet werden. Es geht um fremde Früchte von Lügenpropheten und hier werden sie explizit benannt. Es sind heidnische Lehren damit gemeint. Eine regelrechte Seuche, die nicht erst durch die Römer ins Land kam (Hellenismus). Auf unsere Zeit umgemünzt bedeutet das, ihr könnt nicht von den Früchten heidnischer Lehre Gottes Früchte ernten. Nichts anderes versteckt sich hinter dieser so typischen Galiläischen Redewendung, welche auch andere Rabbinen z.B. Hillel benutzten. Hier erklärt sich auch der Verweis Jesu auf die Tora als alleingültiger Maßstab für seine Lehransichten.
So ich hoffe es ist jetzt etwas verständlicher.
Samu
Lieber Samu - es ist wirklich schlimm mit der bösen Heidenseuche - und keiner liest die Wahrheit aus der Bibel (freundlicher Sarkassmus) Ich bringe den Text nochmal rein, damit keiner zurückblättern muss (Übersetzung: KNT)
Matth 7,
15[Nehm]t euch [in] acht vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber räuberische Wölfe sind. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.
16Man liest doch nicht Weinbeeren von Dorn[büschen] oder Feigen von Sterndisteln.
17So trägt [auch] jeder gute Baum edle Früchte, der faule Baum aber trägt böse Früchte.
18[Ein] guter Baum kann nicht böse Früchte tragen, noch [kann ein] fauler Baum edle Früchte tragen.
19Jeder Baum, [der] nicht edle Früchte trägt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.
20An ihren Früchten werdet ihr sie demnach sicher erkennen.
21Nicht jeder, der [zu] Mir sagt: Herr! Herr! wird in das Königreich der Himmel eingehen, sonder [nur, wer] den Willen Meines Vaters in den Himmeln tut.

Meine Oma sagte immer: Gottes Garten ist sehr reichhaltig. Und das betrifft auch Pflanzen, die wir allgemein ablehnen oder nicht mehr verstehen.

Die Distel = Verwendung: Früher war die Pflanze allgemein beliebt als Gemüse. Wurzeln und Blätter für Salate geeignet, Frischpreßsaft, Gemüsebrühe. Die einjährigen Wurzeln trocknen und zu Mehl mahlen oder geschält als Gemüse verwenden. Die jungen Schößlinge (Stacheln entfernen) und die geschälten Stengel roh oder zu Kochgemüse. Kleinere Blätter zu Spinat oder Gemüse. Die Blütenböden zu Gemüse. Als Heilpflanze: Verdauungsschwäche, Kopfschmerzen, Gicht.
Unwahrscheinlich - dass die Distel von Nomaden nicht verwendet wurde.
Wie Weinbeeren verwendet wurden und werden bedarf wohl keiner Erläuterung.

[Nehm]t euch [in] acht vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber räuberische Wölfe sind. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.Mal abgesehen davon, dass es in Kleinasien Mysterienspiele gab, wo in den Fellen der Tiere getanzt wurde und auch der Adoniskult mit seiner "Hirte - Schaf" Symbolik dies durch Menschen ausdrückte die Schaf- und Wolfsfelle trugen, geht es doch vor allem um die "äußere wahrnehmbare Wirkung". Wer ist "falsch"? Der nicht dass "in sich" ist, was er "äußerlich" darstellt. (Übrigens auch eine esoterik = exoterik Probelmatik)
16Man liest doch nicht Weinbeeren von Dorn[büschen] oder Feigen von Sterndisteln.
Hier geht es nicht gegen Disteln oder Dornbüschen, die abgeleht werden, sondern um die Zuordnung. Keiner geht zu einer Distel um Feigen zu pflücken. Und ein Schaf will er schlachten oder scheren - aber nicht von ihm gefressen werden.
17So trägt [auch] jeder gute Baum edle Früchte, der faule Baum aber trägt böse Früchte.18[Ein] guter Baum kann nicht böse Früchte tragen, noch [kann ein] fauler Baum edle Früchte tragen
Hier geht es nicht darum wieviele gute Früchte ein fauler Baum und wieviel faule ein guter Baum bringt, sondern die einfache Zuordnung "gut" und "nichtgut" (Bäume spielen übrigens nicht nur in der Bibel eine wichtige Rolle. Bäume wurden von unseren Vorfahren verehrt und in den Hainen die Gottesdienste abgehalten. Der Mensch stammte - nach dieser Götterlehre -von Bäumen ab = Ask und Embla, der Esche und der Ulme. Wer sich ein wenig mit Märchen auskennt, weis um die Bedeutung der Baumfrüchte in früheren Zeiten)
19Jeder Baum, [der] nicht edle Früchte trägt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.
So einfach ist das. Bringt der Baum nicht die Frucht, die er bringen soll, dann wird er verbrannt und mit seiner Asche der Boden gedüngt.
20An ihren Früchten werdet ihr sie demnach sicher erkennen.
21Nicht jeder, der [zu] Mir sagt: Herr! Herr! wird in das Königreich der Himmel eingehen, sonder [nur, wer] den Willen Meines Vaters in den Himmeln tut.

Es geht um das Handeln und die Früchte, die daraus entstehen.
Was folgt nach dieser Rede (der Bergpredigt)? das Gleichnis vom Hausbau(!)
Und was davor? Das Gleichnis von der engen Pforte. Was ist eine Pforte? Ein eingang. Durchaus vergleichbar mit dem Eingang eines Zeltes, nur dass zur Zeit Jesu kaum noch in Zelten gewohnt wurde:
1Mo 18, 1Und der HERR erschien ihm bei den Terebinthen von Mamre, als er bei der Hitze des Tages am Eingang des Zeltes sass. (dort saß man gewöhnlich)
2Mo 29, 11Dann schlachte den Jungstier vor dem HERRN, am Eingang des Zeltes der Begegnung, (der Eingang verband dass innere mit dem Äußeren)
2Mo 33, 9Und es geschah jedesmal, wenn Mose in das Zelt kam, dann stieg die Wolkensäule herab und blieb am Eingang des Zeltes stehen; und der HERR redete mit Mose. (Der Eingang ist ein Begegnungsort) Wer mag, kann ja mal mit seiner Konkordanz durch das AT "huschen" es geschieht viel an Eingängen und Pforten.
Was ist ein Prophet? = Das hebräische Substantiv נבי (nābī) wird meist mit προφητης (prophētēs), wörtlich „Sprecher/in (einer Gottheit)“, übersetzt. (Wikipedia)
Wenn ich das zusammenfassen darf:
An einem Eingang fand immer ein Austausch statt (In den Mittelmeerländern sitzen auch heute noch die menschen an den Eingängen ihrer Häußer, und das war hier im Norden zur entsprechenden Jahreszeit nicht anders.) Da es beim Pfortegleichnis um eine gottgewolltes Leben geht, spielt natürlich der "Specher" Gottes, der Prophet eine Rolle. Aber nicht, ob er nun eine Seuchenlehre oder etwas anderes verbreitet, sondern der Nachfolger soll auf die FRüchte achten - die von Jesus erwähnte Frucht ist dann dass feste Haus (wer kennt nicht die Geschichte von den drei Schweinschen und dem bösen Wolf), dass allen Gewalten trotzt.

Die Essenz lautet - für mich - wandle dein Innereres (durch die vorhergegange Bergpredigt) so, dass die Früchte deines Tuns bestand haben - und nicht: sei kein böser Heide.

LG

@liebe Fisch(in) um einiges zu verdeutlichen habe ich es genauer erklärt. Sollte ich wieder etwas dargestellt haben, von dem du nicht möchtest, dass es hier so geschieht, dann schreibe mir bitte eine pn und ich ändere dass. Deine Löschungen zerreißen meißt den Zusammenhang.

LG