Zitat Zitat von mediotutissimusibis Beitrag anzeigen
Kasper, können wir uns darauf einigen anstelle von "fanatisch oder fundamentalistisch gläubig" "stark gläubig" zu verwenden? Die beiden von Dir gebrauchten Wörtchen sind mir doch ein wenig zu negativ belegt.
Lieber medio
Ich habe über deinen Vorschlag nachgedacht, aber die Verwendung des Terminus „stark gläubig“ anstelle der von mir benutzen Begrifflichkeiten wäre in meinen Augen nicht ganz meinem Gedanken entsprechend. Bei meinen Zweifeln an der Funktionalität einer Beziehung eines Menschen mit einem fanatischen oder fundamentalistischen Partner anderen Glaubens, beziehe ich mich auf den Aspekt des unbedingten und für alle verbindlichen Fürwahrhaltens einer Ansicht bzw. einer inhaltlichen Grundlage, die über dieses unbedingte Fürwahrhalten hinaus auch eine Intoleranz gegenüber anderen Ansichten und eine teilweise radikale Umsetzung fordert. Anders gesagt geht es mir nicht um die Stärke des eigenen Glaubens, sondern um die Frage, inwiefern der Mensch bereit ist seine Ansicht zum Maßstab und zur Vorgabe aller zu machen und dabei jeden Kompromiss ablehnt.
Allein stark gläubig zu sein ist für mich hingegen kein grundsätzliches Argument, um an der Funktionalität einer Beziehung meine Zweifel zu haben. (Auch mir selbst gelingt es bisher ganz gut^^)
Außerdem würde die von dir vorgeschlagene Änderung der Formulierung implizieren, dass Menschen mit einer unproblematischen und erfüllten Beziehung zu einem Andersgläubigen nicht stark (und damit nicht "richtig") gläubig sind. Es würde also indirekt bedeuten den Glauben eines anderen in seiner Qualität zu beurteilen – und das will ich mir nicht anmaßen.

Zitat Zitat von mediotutissimusibis Beitrag anzeigen
Und noch ein kurzer Zusatz Kasper. Wenn jemand echten biblischen Glauben hat, so hat er eine reale Beziehung zu einem lebendigen Gott nämlich Jesus Christus und möchte mit diesem auch regelmässig Zeit verbringen. Ich glaube nicht dass jeder dafür Verständnis aufbringt und selbst wenn er es für eine Zeitlang tut, dann wird er vielleicht doch irgendwann vom Partner verlangen dass derjenige sich für Ihn oder Jesus entscheidet. Der Christ der rettenden Glauben an einen lebendigen Gott hat setzt Jesus Christus an die Stelle Nr. 1 und dafür wird ein nichtbekehrter Mensch nur wenig Verständnis aufbringen. Wahres Christsein hat eben nicht mit religiösen Uebungen wie bspw. bei den Muslimen zu tun die man einfach nur "erledigt" sondern mit einer Beziehung zu dem einen und wahren Gott der sich in Jesus Christus offenbart.
Was deinen anderen Einwand betrifft, da kann ich dir zum Teil zustimmen. Sicherlich gelingt es nicht jedem auf Dauer das nötige Verständnis für den Glauben des anderen aufzubringen und dann kann es auch zu einer solchen Entweder-oder-Situation kommen. Aber diese Entfremdung ist in meinen Augen eine Gefahr in jeder Beziehung, in der man nur mangelhaft kommuniziert. Und ich sehe das nicht als ausschließliches Problem unterschiedlicher Glaubensansichten. Es kann auch z.B. die Mitgliedschaft in der Fangemeinde eines Fußballvereins oder auch ein Suchtproblem sein, dass – sofern es in seiner Priorität vor die Beziehung gestellt wird – zu einem Problem für den Partner werden kann. Ob man aber von den potentiellen Problemen, die eine Beziehung mit sich bringen kann von derselben abbringen lassen sollte?
Die oben genannte Einschränkung „zum Teil“ habe ich übrigens deshalb betont, weil ich einem Muslim eben sowenig wie einem Christen unterstellen würde eine bloße religiöse Übung abzuhalten. Ganz davon abgesehen scheint es mir nicht plausibel, wenn ich „wahres“ Christentum mit Muslimen vergleiche – wenn schon dann Christen mit Muslimen oder „wahre“ Christen mit „wahren“ Muslimen. Das aber nur am Rande.....