Nun, die Frage der Beschneidung hat Gott selbst zugunsten der Heiden entschieden (Apg. 10), sonnst hätte Petrus im Hause des Kornelius erst alle beschnitten. "Die gläubig gewordenen Juden, die mit Petrus gekommen waren, konnten es nicht fassen, daß auch auf die Heiden die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen wurde." (Apg. 10:45)
Nach seiner Rückkehr wird Petrus auf den Teppich geholt, und muß sich verantworten, daß er bei den Unbeschnittenen war. Seine Rechtvertigung lautet: "Wenn nun Gott ihnen, nachdem sie zum Glauben an Jesus Christus, den Herrn, gekommen sind, die gleiche Gabe verliehen hat wie uns: wer bin ich, daß ich Gott hindern könnte?" (Apg. 11:17)
Gehörst du auch zu denen, die die Handlungweise Gottes nicht fassen können? Oder vieleich sogar zu denen, die Gott hindern wollen, nach seinem Ermessen zu handeln?
Damit war die Frage der Beschneidung aber noch nicht endgültig vom Tisch. Jahre später wird sie noch einmal behandelt (Apg. 15). Das Urteil lautete: "Der Heilige Geist und wir haben beschlossen, euch keine weitere Last aufzuerlegen als diese notwendige Dinge: Götzenopferfleisch, Blut, Esticktes und Unzucht zu meiden." (Apg. 1:28,29)
Damit werden alle Eiferer des mosaischen Gesetzes, wie auch alle Verfasser und Verfechter jedweder kirchlichen Gesetzen, als nicht vom Heiligen Geist, b.z.w. nicht von Gott bewegt, eingestuft.
Obwohl die Heiden vom mosaischen Gesetz frei waren, hatten sie ihre eigenen Götter und Gesetze, von denen sie jetzt lassen, b.z.w. für die sie jetzt sterben sollten. Man kann zwar das Gute, das in dieser oder jener Religion war, beibehalten, aber nur als kulturelles Erbe. Für die Zugehörigkeit zur Gemeinde Christi ist es irrelewant. Und es darf anderen Völkern nicht aufgezwungen werden. Was zählt ist der Glaube an Jesus und die Liebe untereinander.
Die Definizionen des Glaubens finden wir im Hebräerbrief 11:1, und der Liebe in Kolosserbrief 3:14.
Der Mensch muß glauben daß er in Christus ist und Christus in ihm. Denn in diesem Glauben, b.z.w. in diesem Gedanken liegt die Kraft, darin sind sich die Aposteln einig (1Pet. 4:1; Röm. 6:3-11; 1Joh. 3:6).
Und um so zu handeln wie der barmherzige Samariter muß man nich beschnitten sein.
Als Staatsman wußte Noses, daß ein Volk ein Gesetz braucht, b.z.w eine allgemeingültige Definition davon, was gerecht und was ungerecht ist. Denn im Buch "Richter" lesen wir: "In jenen Tagen war kein König in Israel. Jeder tat, was recht war in seinen Augen." (17:6) Und das lange nach Mose. Denn das mosaische Gesetz, und zwar das einzige Exemplar, war bei den Priestern in der Stiftshütte. Wer von den Menschen kannte das wirklich?
Wenn aber dieses "recht in seinen Augen" bei verschiedenen Menschen grundverschieden ist, dann kommt es zu Problemen und die Einheit des Volkes ist gefährdet. So gibt Moses dem Volk ein Gesetz um möglichst allgemeingültige Rechtsansichten zu erziehen und so die Einheit des Volkes zu bewahren (bis zu dem Zeitpunkt wo der Same Abrahams kommt, in dem alle Völker der Erde gesegnet werden sollten). Aber auch um leichtfertige Gerechtfertigungen übler Taten im Volt auszutilgen, denn ein Ungerechter handelt gegen sein Gewissen, und rechtfertigt dann sein Handeln.
Ein Gerechter aber, der nach bestem Wissen und Gewissen lebt, und dessen Anliegen das Wohl anderer ist, braucht das Gesetz nicht.



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