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Interessant, Shomer, wenn auch für Laien sehr schwer prüfbar und verwirrend, wenn man alle Umstände bedenken möchte.

Um Jeshua besser zu verstehen, brauche ich die Tenach, das ist klar. Aber welche Schriften sagen mir eigentlich halbwegs wahrheitsgetreu, was dieser Rabbi wirklich lehrte? Als Christ könnte ich ja Massen von Versen im NT zitieren, die auf Jeshua zurückgehen sollen und habe dann möglicherweise doch etwas zitiert, was ihm nur in den Mund gelegt wurde.

Hast du da einen Vorschlag? Oder muß ich Religionswissenschaftler werden? ;-)

lg Dejan
Hallo Dejan
Was wichtig ist: Lass dir Zeit! Auch ich habe diese Erkenntnisse nicht innerhalb einer Woche bekommen, sondern im kommenden Oktober liegt der Beginn meines Umsinnens sieben Jahre zurück. Je länger ich mich mit der Materie befasste, desto mehr Ungereimtheiten fielen mir auf. Dann habe ich ungeachtet der mir entgegenschlagenden Opposition an das nächste christliche Dogma gemacht und es mit der Schrift in der Hand abgesägt. Hinzu kamen Führungen, auf die ich keinen Einfluss hatte - so z. B. wurde ich von YHVH durch ein Wunder aus meiner Freikirche heraus gerettet.

Ich stehe in Kontakt mit einem User aus einem anderen Forum, der mir kürzlich schrieb, es wäre ihm wohler, wenn er in einem christlichen Bücherladen ein Buch mit dem Titel "authentische Bibel" finden würde und alles wäre klar. Wie ich sehe, wäre es dir auch lieber, aber bis zum Erscheinen des Messias dürfte es wohl Wunschdenken bleiben. Es gibt zwar ein ewiges Evangelium, aber das ist nicht auf dieser Erde und es wird nie hier sein.

Also, wenn eine Aussage von Jeshua so jüdisch ist, dass sie unmöglich von Christen stammen kann und eigentlich nur sinnverdreht widergegeben wird, dann bin ich schon mal ziemlich sicher, dass es sich um eine Aussage von Jeshua und nicht um eine spätere Redaktion handelt.

Alles, was im Christentum bekannt ist, wie z. B. der Missionsbefehl, betrachte ich heute mit grösstmöglichem Argwohn. Ich versuche, dann in der Schrift eine Gegendarstellung zu finden. Im vorliegenden Fall ist mir das sogar gelungen. Da sagt nämlich "Jesus", dass die Pforte eng und der Weg schmal ist, der zum Leben führt und es sind wenige, die ihn finden. Eine Minute vor seiner Himmelfahrt wird Jesus aber grössenwahnsinnig und sagt zu seinen Jüngern: "Macht zu Jüngern alle Völker". Wenn mir so etwas auffällt, dann nehme ich meinen Taschenrechner und komme darauf, dass zwölf minus eins elf sind. Und ich sehe, dass YHVH das Kleinste unter den Völkern erwählt hat. Was hat das mit "allen Völkern" zu tun? Und wenn ich lese, dass man auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes zu taufen habe und ich sehe, dass in der ganzen Apostelgeschichte nicht ein einziges Mal auf diesen Namen getauft wurde, dann sehe ich auch schon, wo in etwa die Wahrheit liegt.

Dies ist ungefähr das System, wie man das NT prüft. Wenn mir aber beim Lesen der Bibel ein Vers auffällt, der in der Christenheit verschwiegen wird, weil zu unbequem, dann gilt es, ihn genauer zu betrachten. So weiss jeder Sonntagschüler, dass es nicht gut ist, ein Haus auf Sand zu bauen, ein Fels wäre da schon besser. Was da aber genau steht, weiss niemand:
Mat 7:21-27 Es werden nicht alle, die zu mir sagen: HERR, HERR! ins Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. (22) Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: HERR, HERR! haben wir nicht in deinem Namen geweissagt, haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben, und haben wir nicht in deinem Namen viele Taten getan? (23) Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle von mir, ihr Übeltäter! (24) Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, den vergleiche ich einem klugen Mann, der sein Haus auf einen Felsen baute. (25) Da nun ein Platzregen fiel und ein Gewässer kam und wehten die Winde und stießen an das Haus, fiel es doch nicht; denn es war auf einen Felsen gegründet. (26) Und wer diese meine Rede hört und tut sie nicht, der ist einem törichten Manne gleich, der sein Haus auf den Sand baute. (27) Da nun ein Platzregen fiel und kam ein Gewässer und wehten die Winde und stießen an das Haus, da fiel es und tat einen großen Fall.
Es geht hier also darum, das zu tun, was Jeshua lehrte. Angenommen, ein Christ, beginnt, den Willen des VATERS im Himmel von Jeshua zu tun, was meinst du, was der für Probleme bekommt! - Halten wir jetzt einmal die Werke und die Lehre auseinander und wenden wir uns der christlichen Lehre zu.

Da kein Prophet die Auferstehung und Himmelfahrt des Messias geweissagt hat, und da YHVH nichts tut, er offenbare denn zuvor Seinen Ratschluss Seinen Knechten, den Propheten, müssen wir von einer nachträglichen Redaktion ausgehen. War es eine? Ich habe mich entschieden, den Sauerteig auszufegen und selbst, wenn dabei Teig weg kommt, ist das weniger schlimm, als wenn ich Sauerteig behalten würde.

Jeshua warnte vor dem Sauerteig der Schriftgelehrten. Wenn eine Aussage vor dem jüdischen Hintergrund von Jeshua offensichtlich gegen die spätere christliche Religion gemünzt ist, muss sie von Jeshua sein, wie z. B. das sogenannte Gleichnis (ich nenne es Prophetie) vom Weib mit dem Sauerteig und den drei Scheffeln Mehl. Das, was dieses "Weib" da zurecht geknetet hat, das war für Pessach unbrauchbar. In drei Scheffeln biblischer Lehre befand sich ein kleines Päckchen Sauerteig. Aber zuletzt war alles ganz durchsäuert, weil die Mikroorganismen im Teig wuchsen. Und so musste ich sehen, wie alles, was ich als Christ glaubte, Sauerteig war. Wenn ich nun den alten (geistlichen, christlichen) Sauerteig ausfege, wie dies im Natürlichen vor Pessach in jüdischen Haushalten geschieht, dann hat YHVH nicht nur nichts dagegen, sondern er ist sogar hoch erfreut: Das ist Sein Wille. (Wer den Willen meines VATERS im Himmel tut....) Wenn ich etwas wegwerfen sollte, das ich für Sauerteig halte und es wäre, angenommen, kein Sauerteig, dann hätte Er sicherlich nichts dagegen. Aber Sauerteig zu behalten, weil da ja "was Gutes" drin ist, das kann im Geistlichen verheerende Folgen haben:
Exo 12:15 Sieben Tage sollt ihr ungesäuertes Brot essen; nämlich am ersten Tage sollt ihr den Sauerteig aus euren Häusern tun. Wer gesäuertes Brot ißt vom ersten Tage an bis auf den siebenten, des Seele soll ausgerottet werden von Israel.
Bekannt ist, dass die Erkenntnis Stückwerk ist. Also stresse dich nicht mit der vollkommenen Erkenntnis. Du bekommst vom VATER genau so viel, wie du vertragen kannst und wie es jetzt und heute für dich nötig ist.

Das Beispiel von den 2000 Schweinen in Gerasa beim Markus sollte eigentlich jedem Christen zeigen, dass die heilige Schrift nicht unfehlbar ist und das unfehlbar geoffenbarte Wort Gottes schon mal gar nicht. Das mit den 2000 Schweinen ist gewissermassen Anschauungsmaterial für etwas, das im Grund der Dinge noch viel tiefer geht. Dieses Beispiel ist so etwas wie die berühmte Spitze eines Eisbergs.

Um zu erkennen, was für dich dran ist, bleibst du am besten durch Ruach mit VATER verbunden. Lasse dir auf keinen Fall von Menschen drein reden bei dem, was du durch Prüfen erkannt hast. Ich habe vielleicht 1/2 Jahrhundert lang Ansichten von Menschen ungeprüft übernommen, die Trinitätslehre, die Sonntagsheiligung oder die Geburt des christlichen Jesus an Weihnachten z. B. Wer mich heute diesbezüglich wieder in diese Richtung umbiegen will, beisst bei mir auf Granit; oder ich höre ihm einfach nur noch zu und lasse ihm seinen "Glauben". Aber du, Dejan, lasse dich von VATER formen!

So erhielt ich meine Korrektur von Oben auf verschiedene Weise. Einen Abend war z. B. ein Amerikaner bei uns zu Hause. Er war ein führender Evangelist der Siebenten-Tags-Adventisten vom Hauptquartier in New York. Das Zeugnis, das er mir über das Halten des Sabbats gab und die biblische Lehre dazu überzeugten mich völlig - aber auch dazu mussten einige Wochen des Verdauens vergehen. Als Pfingstler, der ich damals war, musste ich das zuerst verarbeiten. Und um das zu verarbeiten habe ich darüber geschrieben was das Zeug hält und ebenso über anedre Erkenntnisse.

Du wirst bei deinen "neuen" Erkenntnissen das vermissen, was christlicherseits als "Freude" und "Friede" bekannt ist. Lasse dich nicht ins Boxhorn jagen; denn das ist völlig biblisch:
Jes 66:2 (....) Ich sehe aber an den Elenden und der zerbrochenen Geistes ist und der sich fürchtet vor meinem Wort.
Wenn bei Christen die Freude am HERRN ihre Stärke ist, dann ist es heute meine Freude an YHVH. Im Original steht nämlich dieser Name und nicht "HERR". Heute ist nicht mehr der HERR mein Hirte, sondern YHVH ist es. Wenn ich mich vor dem Wort von YHVH fürchte, dann schliesst das die Furcht vor Menschenwort aus. Früher hatten wir "Geistliche", die uns halfen den "rechten Weg" zu finden, heute sind wir auf uns allein und auf YHVH gestellt. Vielleicht finden wir den einen oder anderen Bruder, der ähnlich geleitet wird, aber das ist dann ein Glücksfall.

Es könnte sein, dass du versehentlich etwas als "christlich" erkennst, das authentisch von Jeshua war und du wirfst diese Lehre irrtümlich über Bord. Dies sind ja deine Bedenken. Aber was macht's? Wenn du den Willen von YHVH tust, wie du ihn erkannt hast, hast du nichts zu befürchten. Halte die Gebote, das ist alles. Was macht's, wenn du am Sabbat einen Lichtschalter betätigst? Hast du das Sabbatgebot gebrochen? Wohl kaum! Bei religiösen Juden ist das aber etwas völlig anderes. Wenn ein verlorener Sohn zum VATER zurück kehrt, dann stinkt er nach Huren und Schweinen - das ist so. Dass der grosse Bruder darüber die Nase rümpft, ist nur allzu verständlich. Bedenke aber, was der VATER machte!

Jeshua lehrte, dass der Sabbat um des Menschen Willen geschaffen wurde und nicht umgekehrt. Gewisse Adventisten oder Juden würden sich nie am Sabbat an ihren PC setzen, um eine Bibelarbeit zu schreiben - was macht's? Pharisäer hätten auch zu Jeshuas Zeit am Sabbat keinen Menschen geheilt; denn es war ein "verbotenes Werk".

Mir geht es heute darum, den Sabbat zu halten und nicht darum, den Sabbat nicht zu brechen. Wem die Torah "auf die fleischernen Tafeln des Herzens" geschrieben wurde, der hält die Torah ganz unverkrampft und ohne menschliche Vorstellungen, weder Vorstellungen des Talmud noch Vorstellungen des Neuen Testamentes. Das ist das, was ich bei Jeshua erkenne und das ist das, was ich zu leben versuche.
Joh 14:21 Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist es, der mich liebt. Wer mich aber liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.
Wenn du die Gebote von Jeshua hast und sie hältst, dann erkennst du die Torah vom VATER dahinter und du wirst ganz automatisch dem weihnachtlichen, österlichen und sonntäglichen Götzendienst absagen und auch nicht mehr zum "HERRN" beten, sondern zu YHVH. Du beginnst, Sukkot, Pessach und Shavuot zu halten und wirst von YHVH gelehrt sein und nicht mehr von einem christlichen Würdenträger, der vor Menschen eine Lizenz erworben hat, sich allsonntäglich von einer Kanzel äussern zu dürfen, um damit Spenden zu generieren. Es wäre alles ganz einfach, aber auf das Nächstliegende kommt man nicht; denn die Gewöhnung sitzt ach so tief.

Wer die Gebote hält, der erkennt im Laufe der Zeit, dass alles irgendwie anders ist, als es in der christlichen Religion gelehrt wird. Dort hinein zu wachsen, ist ein Prozess, aber du wächst dort nur hinein, wenn du Signale in die unsichtbare Welt sendest, dass du die (bittere) Wahrheit erkennen willst, auch wenn's weh tut. Und wenn du dort hinein wächst, dann - siehe oben - sehr, sehr langsam und behutsam. Aber du wirst dennoch hin und wieder einmal "im roten drehen"; denn durch das Umsinnen wirst du öfter mal feststellen, dass du wieder einmal knapp an der Psychiatrie vorbei gerutscht bist. Das hängt aber nicht damit zusammen, dass das "neue" schlecht ist, sondern damit, dass du mit Irrlehre vergiftet warst und nun durch das "Wasserbad im Wort" rein wirst. Sicher, es wirft dich aus den gewohnten Bahnen, aber wer zur Wurzel zurück will, muss sich von seinem Ast verabschieden, auf dem er - vermeintlich sicher - sitzt.

Wenn du an die "Bibel" glaubst, an die Henoch, Noah, Abraham, Melchisedek oder Moses beispielsweise geglaubt haben, dann machst du nichts falsch. Ich versuche nämlich auch, mich nach dieser "Bibel" zu richten. Diese Männer waren Gerechte, aber keine Christen. Abraham wurde durch Werke gerecht, warum sollten Christen durch Glauben ohne Werke gerecht werden? Kann ein toter Glaube gerecht machen? Im Christentum ist wichtig, was man "glaubt", aber bei YHVH ist wichtig, was man tut.

Shalom, Shomer