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Nun, wenn du schon „historisch bemessen“ willst, kommst du nicht darum herum, Jesus als Juden zu erkennen. Jesus war nun mal kein Christ, sondern ein „waschechter“ Jude, der gemäss der Torah lehrte. Ja, ich „messe“, respektive versuche Jesus aus der Sich der damaligen Zeit zu verstehen, denn dies ist wohl dem Wirklichen am nächsten.
Natürlich war Jesus Jude - aber eben nicht ein durchschnittlicher jüdischer Prediger, sondern ein Reformer. Und natürlich muss man die damalige Zeit mitberücksichtigen, wenn man Jesus verstehen will.

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Araber und Palästinenser (welche ja Israel nicht anerkennen
Ägypten und Jordanien schon.

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Ja, Israel hat inzwischen einen Staat, aber man kann ja wohl kaum von Frieden sprechen. Und wenn du die Schriften, respektive die Propheten etwas kennen würdest, geht es nicht um ein Abschlachten der Araber und Palästinenser (welche ja Israel nicht anerkennen, aber es soll hier jetzt keine Nahostdebatte entstehen), sondern um ein friedvolles zusammenleben mit den Völkern, mit dem „Messias“ wahrscheinlich als der Fürst Israels in Jerusalem. Und was sich dann mal gegen diesen Gesalbten Gottes erheben wird, steht auf „verlorenem“ Posten.
Ich glaube nicht, dass diese Vision den Palästinensern und Arabern gefallen wird. Dieses "friedvolle" Zusammenleben unter einem jüdischen Fürsten wird der Messias mit Waffengewalt erzwingen bzw. aufrechterhalten müssen. Womit wir bei der Frage wären, ob Gott die gewaltsame Unterdrückung von Minderheiten und Oppositionellen gutheißt. Mit dem im AT vermittelten Gottesbild ist das problemlos vereinbar, mit dem des NT nicht.

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Der Mensch muss nicht für die Ewigkeit erlöst werden, denn diese trägt er schon in sich. Es ist eine christliche Version, dass der Mensch grundsätzlich verdammt und in die Hölle kommen sollte. Nur, solches gibt die Tenach nicht her, aber darüber kann man auch verschiedener Ansicht sein.
Das AT kennt aber auch keine Erlösung, sondern eine Unterwelt (Scheol), wie sie eher heidnischen Religionen wie der griechischen entspricht: als freudlosen Ort, an dem die Seelen öde dahinvegetieren.
Nur das Buch Daniel lehrt ein Jenseitsbild im christlichen Sinn: Dan. 12,2: "Von denen, die im Land des Staubes schlafen, werden viele erwachen, die einen zum ewigen Leben, die anderen zur Schmach, zu ewigem Abscheu."

Zitat Zitat von Shomer Beitrag anzeigen
In unserem Rechtssystem muss ein Delinquent etwas verbrochen haben, um bestraft (bisweilen sogar exekutiert) werden zu können. Im christlichen "Rechtsempfinden" ist das aber völlig anders: Hier musst du geboren werden, um verdammt werden zu können. Im christlichen "Rechtsempfinden" ist das aber völlig anders: Hier musst du geboren werden, um verdammt werden zu können. Du musst also gar nichts verbrochen haben, sondern du musst nur leben, um schuldig zu sein. Dass du lebst, ist deine (verdammenswürdige) Sünde; denn schliesslich wurdest du ja in Sünden empfangen.... Mit dieser Argumentation sind natürlich alle Menschen Sünder.
Das ist im Judentum aber auch nicht viel anders: Dort werden auch noch Kinder und Kindeskinder bis zur 4. Generation von Gott für die Verbrechen ihrer Vorfahren bestraft. Was können sie für die Verbrechen ihrer Vorfahren?
Mit der Lehre von der Erbsünde habe ich aber auch nichts am Hut. Den Evangelien lässt sie sich nicht entnehmen, den Apostelbriefen auch nicht wirklich. Im Wesentlichen ist sie ein Konstrukt verschiedener Kirchen. In verschiedenen Varianten kommt sie in allen großen Konfessionen vor.

Zitat Zitat von Shomer Beitrag anzeigen
Dies wäre eigentlich eine unverhohlene Warnung davor, die "Ungläubigen" in die Hölle zu richten; denn mit diesem Mass werden Christen wieder gerichtet werden.
Das Matthäus-Zitat ist eine Aufforderung an die Menschen, nicht an Gott.