2. Sprachen

Sprachen waren - und sind - ein einzigartiges und fortwährendes Zeichen der Taufe im Heiligen Geist.
Sie waren einzigartig, weil einfach niemand vor dem Pfingstgeschehen je in Sprachen gesprochen hatte. Und sie waren ein Zeichen, weil sie auf die Erfüllung der Verheißung des Heiligen Geistes hindeuteten.
Weshalb Sprachen? Alle anderen Manifestationen, die in 1. Kor. 12, 7-11 aufgezählt werden, kommen im AT vor, außer der Sprachenrede und ihre Auslegung.
Hätte Gott irgendeine andere Manifestation des Geistes gegeben, dann hätte jene dramatische Ausgießung zu Pfingsten kaum einen Unterschied erkennen lassen.
Gott hielt die Gabe der Sprachen aus souveräner Entscheidung zurück, da er von Ewigkeit her einen Tag vorgesehen hatte, an dem er auf einzigartige Weise seinen Geist auf alles Fleisch ausgießen würde. Er wusste auch, dass er mit dieser einzigartigen Ausgießung ein ebenso einzigartiges Zeichen verbinden würde.
Das Wunder der Sprachen erzielte den gewünschten Effekt (Apg. 2, 5-12) und ließ die erstaunten und bestürzten Passanten ausrufen: "Was mag dies wohl sein?" (V. 12), worauf Petrus es ihnen bereitwillig erklärte (V. 14 ff). Und das Ergebnis? An jenem Tag wurden 3000 Menschen von neuem geboren. Preis sei Gott!
Die Tatsache, dass Sprachen ein Zeichen darstellen, wird auch von Paulus betont:

1. Kor. 14, 22 Darum dienen die Sprachen als ein Zeichen, und zwar nicht für die Gläubigen, sondern für die Ungläubigen; die Weissagung aber ist nicht für die Ungläubigen, sondern für die Gläubigen.

Für den Nicht-Christen ist die Sprachenrede ein übernatürliches Zeichen, das ihn zu verschiedenen Schlussfolgerungen veranlasst. Er folgert vielleicht sogar, dass die so Redenden verrückt sein müssen!

1. Kor. 14, 23 Wenn nun die ganze Gemeinde am selben Ort zusammenkäme, und alle würden in Sprachen reden, und es kämen Unkundige oder Ungläubige herein, würden sie nicht sagen, daß ihr von Sinnen seid?

Sie beschuldigten Petrus und die anderen am Pfingsttag, sie seien betrunken, doch stellten sie auch die Frage: "Was mag dies wohl sein?" Es kam nicht darauf an, welche Schlussfolgerungen diese Menschen zogen. Auf jeden Fall konnten sie nicht leugnen, dass es etwas zu bedeuten hatte - es war ein Zeichen, das auf etwas noch Bedeutenderes hinwies.
Die Sprachenrede half den Aposteln auch festzustellen, ob jemand im Heiligen Geist getauft war (vgl. z. B. Apg. 10, 1-48). Im Haus von Kornelius musste Petrus, als der Heilige Geist seine Zuhörer noch während seiner Predigt erfüllte, die Schlussfolgerung ziehen, dass das Unglaubliche tatsächlich eingetreten war: Die Heiden hatten den Geist genauso empfangen wie die jüdischen Gläubigen. Aber diesen Schluss konnte Petrus nur aufgrund der Tatsache ziehen, dass er sie in Sprachen reden hörte.

Apg. 10, 45 Und alle Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petrus gekommen waren, gerieten außer sich vor Staunen, daß die Gabe des Heiligen Gei-stes auch über die Heiden ausgegossen wurde.
46 Denn sie hörten sie in Sprachen reden und Gott hoch preisen. Da ergriff Petrus das Wort:

Die Kraft, auf die sie im Auftrag Jesu warten sollten, war nun gekommen. Sie waren tatsächlich mit Kraft aus der Höhe "angetan" worden (Lk. 24, 49), und zum ersten Mal in ihrem Leben waren sie völlig vom Heiligen Geist und mit Kraft erfüllt. Gott hatte sie mit Vollmacht gekleidet, und diesmal war das Gewand keine Leihgabe für eine begrenzte Zeit; es gehörte ihnen ganz.
Jeden Tag aufs neue erfreuten sie sich an den Auswirkungen dieser Versorgung. Die Bevollmächtigung aus der Höhe war das Tor zu einem Leben in der Salbung geworden.