Nun, was Unsinn ist und was nicht, dass ist Ansichtssache. Für mich zählen hier nur belegbare Fakte. Und Fakt ist eben, dass es so manche Gottessöhne in der religionsgeschichte der Menschheit gab, die sich "freiwillig" opferten und damit Menschen erlösen wollten, man denke da nur an den Attiskult, Dionysioskult, etc. Und dass diese Gottessöhne dann auch auferstanden und gen Himmel gefahren sind, gehört scheinbar zur göttlichen Familientradition. Warum auch nicht? Wie sagte doch schon einst Justin um 160 n.Chr.: „Wenn wir (Christen) behaupten, der Logos, nämlich Jesus Christus, unser Paidagogos (Lehrer/Erzieher), sei gekreuzigt worden, gestorben, wieder auferstanden und in den Himmel aufgestiegen, so bringen wir doch im Vergleich mit euren Zeussöhnen nichts befremdliches vor. Wenn wir sagen, Jesus sei der Logos Gottes aus Gott geboren, so ist das doch etwas, was wir mit euch (Griechen und Römern) gemeinsam haben, die ihr doch auch den Hermes, den von Gott Kunde bringenden Logos nennt. Und sollte man daran Anstoß nehmen, dass Jesus gekreuzigt worden ist, so hat er auch das mit euren erwähnten Zeussöhnen gemeinsam, die doch auch gelitten haben." (Dionysios, Herakles, Osiris, Attis, etc). (Justin I. Apol. 21 + 22)Zitat von Absalom: Lieber Digido, wenn man die Erlösungsbotschaften inkl. Opfer (auch Menschenopfer) der letzten 5000 Jahre gelten lassen will, dann sind wir schon zig Male erlöst.
Zitat von Digido: Das ist Unsinn. Nur das freiwillige Opfer Jesu Christi konnte uns erlösen. Nur er ist in Herrlichkeit auferstanden und hat alle Zwänge überwunden.
Digido, es ist doch völlig in Ordnung, wenn du solche Lehren für deinen Glauben zu Gott brauchst. Es ist deine Privatsache. Ich kann lediglich in einem Punkt deinen Aussagen nicht nachfolgen, nämlich, wenn du von Erlösung sprichst. Sage das einmal einem verhungernden Kind, welches sich vor Schmerzen nach dem Tode sehnt, sage das einmal den politischen Gefangenen der Welt, die unter Folter und Pein elendig zu Grunde gehen, sage dass einmal den Menschen, die schon in jungen Jahren dem Tode entgegen siechen ohne je richtig gelebt zu haben. Das Elend unserer Welt ist so groß und du sprichst von Erlöst sein, welch ein Hohn.
Ich sehe, dass Jesus in den Worten der Feldrede (auch Bergpredigt genannt), sehr klar darüber spricht, wie der Zustand unserer Welt ist und wie wir dieser Welt begegnen könnten und vor allem wie Gott diesen Zuständen begegnet. Das gibt mir Hoffnung und Zuversicht und nicht irgendwelche hypothetischen Opfertheologien. Die gab es schon lange vor Jesus, dass wusste selbst Justin um 160 n. Chr.
Würden wir uns wirklich als Bestandteil göttlicher Natur verstehen, dann würden wir uns nicht über die göttliche Natur erheben. Das hat nichts mit einem personellen Glauben an einen Gottessohn zutun, sondern etwas, wie wir Gott und seine Schöpfung – inkl. den Menschen – verstehen. Was du da sagst ist nichts anderes als das, was andere Religionen auch einst lehrten, sich nämlich auf Grund eines besonderen Glaubens außerhalb der Schöpfung Gottes zu definieren und dann über diese zu erheben, was letztlich Gott sogar darin einschließt. Das lehrten schon die alten Ägypter.Ja, und wir können z.B. durch den Glauben an Jesus Christus erkennen, dass wir ebenfalls göttlicher Natur sind. und diese göttlich Natur befreit uns zur Herrlichkeit des Lebens!
Wenn der Mensch sich als Bestandteil der göttlichen Schöpfung verstehen würde, bedürfte es weder eines Erlöserglaubens noch blutiger Opferrituale, um sich besonderer göttlicher Zuwendung zu versichern. Der Mensch würde nämlich begreifen, dass Leben und Sterben zu der schöpferischen Idee Gottes gehören und wir auf dieser Erde eigentlich alles in Hülle und Fülle hätten, so dass wir die wenigen Jahre unseres irdischen Hier seins recht gut leben könnten.
Was wir bedürfen ist nicht das Opferblut von Tieren und Menschen und Gott bedarf solcher Gräueltaten noch weniger, sondern wir bedürfen der Einsicht, dass der Mensch zu seinen Wurzeln, zu seinem Dasein, zu seiner Quelle des Lebens, zu Gott höchst persönlich sich umkehren muß. Davon sprach einst Jesus und nicht von Opferkulten, wie sie in anderen „Zeusreligionen“ gang und gebe waren.
Absalom



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