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  1. #1

    Standard

    Ob die Roemer spinnen, weiss ich nicht. Die Roemisch-Katholische Kirche (RKK) tut es jedenfalls nicht.

    Dass sie das gemeinsame Abendmahl mit Protestanten ablehnt ist fuer mich folgerichtig und ich kann es verstehen. Ich will versuchen, das zu begruenden.

    Die Unterschiede zwischen Protestanten und Katholiken liegen darin, ob es Papst, Kardinaele oder Zoelibat gibt. Dieses sind lediglich Fragen der Kirchenverfassung. Der entscheidende Unterschied liegt im „allgemeinen Priestertum“, wie es die Protestanten kennen. Hierbei handelt es sich nicht um eine theologische Spitzfindigkeit, sondern um eine Frage von groesster, praktischer Bedeutung.

    „Allgemeines Priestertum“ meint, dass jeder Glaeubige die Aufgaben oder das Amt des Priesters uebernehmen und ausfuellen kann, dies gilt natuerlich auch fuer Handlungen wie Taufe oder Abendmahl. Diese Auffassung steht in voelligem Gegensatz zur katholischen Auffassung. Dort kann eine gueltige Messe oder andere heilige Handlungen, nur von einem geweihten Priester durchgefuehrt werden.

    Das allgemeine Priestertum ist gewissermassen die Geschaeftsgrundlage der Freikirchen, haetten doch viele Gemeinden gar nicht die Mittel, einen geweihten Priester oder ordinierten Pfarrer zu finanzieren. Dass umgekehrt die RKK am geweihten Priestertum festhaelt, ist aus ihrer Sicht verstaendlich. Und dahinter steht eine lange Tradition.

    Ich jedenfalls moechte das allgemeine Priestertum keinesfalls aufgeben. Da verzichte ich lieber auf die Oekumene. Dabei bin ich mir bewusst, dass das allgemeine Priestertum unter Protestanten nicht besonders geschaetzt wird.

    Soweit mein Gedanken.
    Gruss Gerd

  2. #2

    Lächeln

    Hey Gerhardt,

    schön dich zu lesen.

    Du hast natürlich recht, auch ich möchte keine Ökumene um jeden Preis. Eigentlich spielt es auch nicht wirklich eine große Rolle, ob sie überhaupt kommt,

    So wie du bin ich Befürworter des allgemeinen Priestertums, wie du es nennst, der Dienstlegitimation durch Gnadengaben und Berufung.

    Für unsere Gemeinde spielt Gott sei Dank ohnehin keine Rolle, was Menschen in Rom an Vorschriften erlassen und zum Abendmahl ist jeder herzlich Willkommen.

    Liebe Grüße
    MaKo
    Ich lade dich in meine Gemeinde ein.
    www.christenmitmission.de

  3. #3
    poetry Gast

    Standard

    Lieber Gerhardt,

    rechtfertigen diese Unterschiede eine gemeinsame Abendmahlsfeier als schwere Straftat zu deklarieren?


    poe

  4. #4
    Obertonmusik Gast

    Standard

    Zitat Zitat von poetry Beitrag anzeigen
    Lieber Gerhardt,

    rechtfertigen diese Unterschiede eine gemeinsame Abendmahlsfeier als schwere Straftat zu deklarieren?


    poe
    Mich macht die katholische Kirche einfach nur noch
    sprachlos . . .

  5. #5
    poetry Gast

    Standard

    Och, bei den Evangelischen fehlen mir auch oft die Worte :-)

  6. #6
    Obertonmusik Gast

    Standard

    Zitat Zitat von poetry Beitrag anzeigen
    Och, bei den Evangelischen fehlen mir auch oft die Worte :-)
    Bin Protestant, grins


  7. #7
    luxdei Gast

    Standard

    Zitat Zitat von poetry Beitrag anzeigen
    rechtfertigen diese Unterschiede eine gemeinsame Abendmahlsfeier als schwere Straftat zu deklarieren?
    Protestanten sind aus der Sicht der RRK Häretiker. Wenn ein Priester sich nun mit Häretikern zusammenschließt ...

    Das mit dem allgemeinen Priestertum spielt hier vielleicht auch rein, ist aber noch mal ein anderes Thema. Denn so wie die Freikirchen es sich vorstellen, war es meines Wissens nach von Luther nicht gemeint.

    Gruß
    LD

  8. #8

    Lächeln

    Zitat Zitat von luxdei Beitrag anzeigen
    Protestanten sind aus der Sicht der RRK Häretiker. Wenn ein Priester sich nun mit Häretikern zusammenschließt ...

    Das mit dem allgemeinen Priestertum spielt hier vielleicht auch rein, ist aber noch mal ein anderes Thema. Denn so wie die Freikirchen es sich vorstellen, war es meines Wissens nach von Luther nicht gemeint.

    Gruß
    LD
    Hey LD,

    auch für die Freikirchen ist Luther nicht unbedingt das Maß der Dinge. Wie gesagt, ich kann und möchte es nur an meiner Gemeinde fest machen, aber wir versuchen, Gottes Wort als Grundlage unseres Glaubens und Handelns zu nehmen. Insoweit ergibt sich die Eignung zum Dienst und Amt durch Gnadengabe und Berufung von Gott (Römer 12). Wem nützt Studien-Abschluss und Predigt eines ggf absolut talentfreien Priesters? Ich halte es für streitbar, einen weltlichen Abschluss über Gottes Willen (Gabe und Berufung) zu stellen bzw einen Abschluss als Bedingung zur Erfüllung einer Berufung zu stellen.

    Wie gesagt, vermutlich ist es meiner Sichtweise geschuldet, aber Katechismus (gleich welcher) und Kirchengesetz sind für mich nicht Gottes Wort. Und mein Gott verbietet mir nicht, mit einem Katholiken Abendmahl zu halten.

    Hatte eigentlich einer der Apostel ein Diplom? Sagte Jesus, gehet hin und machet sie zu meinen Jüngern oder sagte er, gehet hin und studiert?

    Wie gesagt, aus meiner Sicht sind beide großen Kirchen sehr weit entfernt vom Wort, was aber nichts daran ändert, dass ich in jedem Christen Jesus sehe - also ihn als Bruder bzw Schwester betrachte.

    Liebe Grüße
    MaKo
    Geändert von mako (22.07.2010 um 00:47 Uhr)
    Ich lade dich in meine Gemeinde ein.
    www.christenmitmission.de

  9. #9
    luxdei Gast

    Standard

    Zitat Zitat von mako Beitrag anzeigen
    Wem nützt Studien-Abschluss und Predigt eines ggf absolut talentfreien Priesters?
    Anders herum könnte man fragen, was ein talentierter Prediger nützt, der nicht weiß, was er redet.
    Nein, Mako, Bildung und Talent sind keine Gegensätze, sondern sinnvolle Ergänzungen.

    Hatte eigentlich einer der Apostel ein Diplom? Sagte Jesus, gehet hin und machet sie zu meinen Jüngern oder sagte er, gehet hin und studiert?
    Sagt er irgendwo, daß der Mensch dumm bleiben soll? Die Bibel drückt eher das Gegenteil aus. Denn die Dialoge des biblischen Jesus und die Briefe von Paulus zeugen sehr deutlich von Bildung.
    Und wollen Christen ihrem Jesus denn nicht nacheifern. Warum tun sie es dann nicht?

    Gruß
    LD

  10. #10
    Tuttifrutti Gast

    Standard

    Zitat Zitat von luxdei
    Anders herum könnte man fragen, was ein talentierter Prediger nützt, der nicht weiß, was er redet.
    Nein, Mako, Bildung und Talent sind keine Gegensätze, sondern sinnvolle Ergänzungen.
    Ich brauche weder einen talentierten Prediger (sind meistens gute Schauspieler), noch noch einen studierten Prediger. Ich würde mir einen ehrlichen leidenschaftlichen Menschen wünschen der nicht nur seine Erfahrungen anderen Menschen aufdrückt, sondern offen bleibt für alles und keine Angst hat über den Tellerrand hinauszuschauen auch wenn es deswegen Aufschreie geben könnte. Ein Mensch der sich ehrlich Gott zuwendet der wird forschen und alte Lehren über Bord werfen, wenn es notwendig ist. Leider findet man immer weniger solche Leiter in Gemeinden, denn die Angst hemmt viele Leute.


 

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