Ob die Roemer spinnen, weiss ich nicht. Die Roemisch-Katholische Kirche (RKK) tut es jedenfalls nicht.

Dass sie das gemeinsame Abendmahl mit Protestanten ablehnt ist fuer mich folgerichtig und ich kann es verstehen. Ich will versuchen, das zu begruenden.

Die Unterschiede zwischen Protestanten und Katholiken liegen darin, ob es Papst, Kardinaele oder Zoelibat gibt. Dieses sind lediglich Fragen der Kirchenverfassung. Der entscheidende Unterschied liegt im „allgemeinen Priestertum“, wie es die Protestanten kennen. Hierbei handelt es sich nicht um eine theologische Spitzfindigkeit, sondern um eine Frage von groesster, praktischer Bedeutung.

„Allgemeines Priestertum“ meint, dass jeder Glaeubige die Aufgaben oder das Amt des Priesters uebernehmen und ausfuellen kann, dies gilt natuerlich auch fuer Handlungen wie Taufe oder Abendmahl. Diese Auffassung steht in voelligem Gegensatz zur katholischen Auffassung. Dort kann eine gueltige Messe oder andere heilige Handlungen, nur von einem geweihten Priester durchgefuehrt werden.

Das allgemeine Priestertum ist gewissermassen die Geschaeftsgrundlage der Freikirchen, haetten doch viele Gemeinden gar nicht die Mittel, einen geweihten Priester oder ordinierten Pfarrer zu finanzieren. Dass umgekehrt die RKK am geweihten Priestertum festhaelt, ist aus ihrer Sicht verstaendlich. Und dahinter steht eine lange Tradition.

Ich jedenfalls moechte das allgemeine Priestertum keinesfalls aufgeben. Da verzichte ich lieber auf die Oekumene. Dabei bin ich mir bewusst, dass das allgemeine Priestertum unter Protestanten nicht besonders geschaetzt wird.

Soweit mein Gedanken.
Gruss Gerd