Lieber Rafi,
ich kann Deine Einwände und Deine Verweise auf "Religionsfreiheit" und "Gleichberechtigung" verstehen.
Die Einwände wären dann berechtigt, wenn die Muslime von sich heraus Sendezeiten gefordert hätten, und man ihnen diese mit Hinweis auf ihre Religion verweigert hätte. Wenn Du die Umstände um "Das Wort zum Freitag" jedoch etwas umgoogelst so wirst Du feststellen, daß dieses nicht von den Muslimen initiiert oder erwünscht war, sondern dem Hirn des "christlichen" Intendanten entsprungen ist. Im Gegenteil, das größte Hindernis für diese Sendung ist zur Zeit die Zerstrittenheit der Muslime, die plötzlich mit dieser Gelegenheit konfrointiert total überfordert und zerstritten zu sein scheinen.
Was mich an diesem Vorfall erschüttert ist das, was Alef schon ausführte:
Für mich ist dies in der Tat ein deutliches Beispiel des beängstigenden Werteverfalles in Europa, besonders in Deutschland.Zitat von Alef
Damit Du mich besser verstehst, will ich noch ein anderes Beispiel bringen.
Wir haben in Deutschland ca 2.600 muslimische Moscheen, davon ca 150 "richtige", mit Minarett. Ständig werden neue gebaut, es gibt so etwas wie einen Moschee- Bauboom.
Im September 2006 war Richtfest in Duisburg- Marxloh, wo die größte Moschee Deutschlands gebaut wurde. Sie hat
eine Kuppelhöhe von 23 Metern und ein 34 Meter hohes Minarett.
Sie bietet 1.300 Gläubigen Platz.
Euronews berichtet dazu:
Denn die Moschee ist das Projekt einer überraschend großen Allianz aus Kirchen, Parteien, Bürgern und
Gemeinde, die das Ganze so entschlossen über die Bühne gebracht hat, als hätten sie alle mal im Leitfaden
"Der Weg zur Moschee - eine Handreichung für die Praxis" geblättert, den Claus Leggewie, Angela Joost und Stefan Recht vor ein paar Jahren herausgebracht haben.
http://europenews.blogg.de/eintrag.php?id=790
:shock:
Die Kirchen werden bei der Aufzählung der Initiatoren an 1. Stelle genannt.
:shock:
Jetzt Frage ich Dich, lieber Rafi, kann es Auftrag für öffentlich rechtliche Fernsehsender und für christliche Kirchen
sein, islamische Predigten zu verbreiten und den Bau von Moscheen zu fördern, oder ist das (möglicherweise) eher, wie
von Alef angedeutet, ein Zeichen des Verlustes eigener Werte?
Zu echter Toleranz gehört immer ein eigener Standpunkt, aus dem heraus man den Standpunkt eines Gegenübers stehen lässt.
Unsere Gesellschaft spricht viel von Toleranz, hat aber keine eigenen Werte, keine eigenen Standpunkte mehr.
Die hier praktizierte "Toleranz" ist vielmehr blindes Akzeptieren jeder Form der Andersartigkeit, ist reine Beliebigkeit
geworden.
Das ist das, was ich bedauere und was mich veranlasst hat, diesen Thread zu eröffnen.
liebe Grüße
Rudi





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