Lieber Gerhardt

Leider hat sich die charismatische Bewegung von der Opfertheologie verabschiedet. Wir haben ja heute die Gnade, deshalb brauchen wir weder das Gesetz noch das Opfer. Diese neue Liebesdoktrin, dass jedem, der irgendwo an einer heidnischen Evangelisation seine Hand erhebt, um zu dokumentieren, dass er nun "Jesus angenommen" hat, hat die Seelen vieler Gläubigen getötet - und sie haben den Namen, dass sie leben. Es steht geschrieben: "Tut Busse!", nicht: "Nehmt Jesus an!"

Ich stelle leider fest, dass Menschen, die sich aus dem charismatischen oder evangelikalen Umfeld heraus bekehren, aber auch abgesprungene Katholiken und ZJ noch gewisse Altlasten mit in das neue Leben im Ruach nehmen. Mir ist leider auch aufgefallen, dass derartige Altlasten auch bei messianischen Juden vorhanden sind. Das Opfer von Golgatha war dem Widersacher schon immer ein Dorn im Auge, weshalb er aus dem Pfahl auch ein Kreuz konstruiert hat, den Buchstaben "t" - das Symbol für sein eigenes Pseudonym "Thammuz", wohl bemerkt. Kommt hinzu, dass Jesu Tod am Karfreitag exzessiv gefeiert wird und dies, obwohl er nachweislich am Mittwoch angepfahlt wurde - am Auferstehungstag, dem ersten Tag der Woche aber werden heidnische Fruchtbarkeitsriten gefeiert und der Auferstehung Jesu nur noch in wenigen evangelikalen (und charismatischen) Kreisen gedacht.

Wer die Bedeutung des Lammes Gottes verstehen will, der muss so denken, wie die Apostel: Sie waren "Vollblutjuden" mit dem Evangelium, der guten Botschaft. Diese gute Botschaft kann aber nur annehmen, wer den Talmud aber auch gewisse andere jüdische Traditionen hinter sich lässt.

Das Blut des Lammes wird heute geleugnet. Der exkommunizierte kath. Priester Gregor Daillard begann irgendwann einmal, das Evangelium zu predigen und dann das Unfassbare: er leugnete später das Blut - jetzt ist er Allversöhner geworden und für die kath. Kirche keine Gefahr mehr.

Wir können dem Samu dankbar sein für seine Inputs in diesem Forum - ich verübel es ihm auf keinen Fall, dass er nicht alle Erkenntnis hat, die ja ohnehin nur Stückwerk sein kann. Das Gute an seinen Fragen ist immerhin, dass wir uns einmal kritisch vom Wort her mit dem befassen müssen, was wir meinen, dass es zu unserem (christlichen) Selbstverständnis gehört.

Joh 1: 29 Des andern Tages sieht Johannes Jesum zu ihm kommen und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt!

Auch der liebe Samu wird sich früher oder später damit befassen müssen, was in puncto Lamm Gottes Wahrheit und was jüdisches Dogma ist. Geben wir ihm Zeit!

Shalom vom Shomer