Zitat Zitat von Shomer
Vor 40 Jahren predigte jemand: „Die Gnade ist zwar umsonst – aber sie ist nicht so billig wie Dreck“. Heute wird auch Teil 2 nicht mehr gepredigt. Und so wird das Opfer des Sohnes Gottes mit Füssen getreten – „wir haben ja die Gnade“.
Dies sind tatsächlich die Worte eines Wächters. Wichtig zu hören und zu befolgen. Auch Deine anderen mahnenden Worte möchte ich unterstreichen. Gott ist kein Automat, in den man oben eine "Bekehrung" hineinsteckt, um dann unten "Rechtfertigung vor Gott" sowie eine gehörige Portion "Heilsgewissheit" nebst Gutscheinen für die nächsten 20 Gebetserhörungen herauszunehmen. Bekehrung heisst für mich Erkenntnis der eigenen Sünde und Trennung von Gott, Hinwendung zu Gott und Beginn eines Lebens in der Nachfolge Christi.
Maththäus 16
24 Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir.
Hebräer 12
14 Jaget nach dem Frieden gegen jedermann und der Heiligung, ohne welche wird niemand den Herrn sehen.


Es liegt in der Natur des Menschen, alles "kaufen" oder "erarbeiten, verdienen" zu wollen. Er neigt dazu, auch seine "Rechtfertigung vor Gott" an Handlungen, Werken oder Geschehnissen festzumachen. An seinem eigenen Handeln, der Anzahl seiner guten Werke, dem Ausmass seiner "Heiligung", seinen Entscheidungen, seinen Bekehrungen. (bewußt plural, denn ich mußte mich in meinem Leben oft "bekehren"). Es wäre so einfach wenn man sagen könnte, betest Du täglich 24 Vater- Unser und 12 Ave Maria und gibst Du regelmäßig größere Spenden für gute Zwecke -
dann bist Du gerecht vor Gott.
Doch es ist alleine Gnade.
Die Erkenntnis von Gut und Böse, - Gnade
das Wissen um die Heiligkeit Gottes, -ein Gnadengeschenk
Sündenerkenntnis, _ Gnade
die Fähigkeit zur Liebe Gottes, - Gnade
Einsicht zur Busse, -Gnade
Rechtfertigung durch Jesus Christus, -Gnade
Leben in der Heiligung, - Gnade
alles ist Gnade, zu nichts von all diesem bin ich aus mir heraus in der Lage, nichts könnte ich als "meine Leistung" verbuchen.
Joh. 6,44:
Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat..


Auch Busse und ein Leben in der Heiligung ist Gnade, denn rechte Heiligung bzw. Nachfolge Christi (im Sinne von Selbsthingabe, Aufopferung an Gott) ist nur eine Frucht der Erfüllung des ersten Gebotes:
2. Mose 20
Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. ... Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, eder die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen, aber Barmherzigkeit erweist an vielen tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.

Markus 12:29
Jesus aber antwortete ihm: Das vornehmste Gebot vor allen Geboten ist das: "Höre Israel, der HERR, unser Gott, ist ein einiger Gott;
30 und du sollst Gott, deinen HERRN, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüte und von allen deinen Kräften." Das ist das vornehmste Gebot.
31 Und das andere ist ihm gleich: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." Es ist kein anderes Gebot größer denn diese.

Kein Leben in der Heiligung zwecks Rechtfertigung vor Gott, sondern Heiligung getrieben von dieser Liebe zu Gott und die Sünde hassend, weil sie mich von meinem Gott trennt.
Ich glaube, auch David hat in Psalm 51 nichts anderes empfunden als diese Ehrfurcht, aber auch diese Liebe.
Mein Lieblingspsalm, den ich ausschnittsweise mal eine Zeit in meiner Signatur führen werde.
Psalm 51 ab 12
12Schaffe in mir, Gott, ein dreines Herz, und gib mir einen eneuen, beständigen Geist. 13Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 14Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus. 15Ich will die Übertreter deine Wege lehren, daß sich die Sünder zu dir bekehren.
16Errette mich von Blutschuld, Gott, der du mein Gott und Heiland bist, daß meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme. 17Herr, tu meine Lippen auf, daß mein Mund deinen Ruhm verkündige. 18Denn Schlachtopfer willst du nicht, ich wollte sie dir sonst geben, und Brandopfer gefallen dir nicht. a 19Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist, ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.