Es ist ruhig geworden und ich sitze an meinem Platz am Schreibtisch. Ein überaus strenger Tag mir vielen Herausforderungen liegt hinter mir. Ich erlebte heute von Freude bist Frust alles. Ich geniesse die Ruhe wie damals, als meine Kinder noch klein waren und es dann endlich Ruhe gab in den drei Kinderzimmern. Das war dann die Zeit wo ich aufatmete und über den Tag nachdachte. Wo ich mir Gedanken über jedes unserer Kinder machte. Nach einer Weile ging ich leise in jedes der Kinderzimmer, deckte nochmals zu, schaute ob alles gut ist. Und ich horchte bei jedem Kind wie seine Atemzüge sind. Jedes Kind schaute ich staunend an, ergriffen und dankbar für das wundervolle Werk was Gott da getan hatte. Ich streichelte jedes Kind über die Wange und küsste es, bevor ich das Zimmer wieder verliess. Abend für Abend machte ich das. Abend für Abend mit demselben Staunen, der selben Dankbarkeit und Liebe. Da konnte der Tag gewesen sein wie er wollte. Am Abend, wenn die Kindergesichtchen entspannt waren und die sanften Atemzüge die Bettdecke bewegten, da wurde mir bewusst, wie sicher sich meine Kinder fühlten und wie sehr sie darauf angewiesen waren, dass ich eine Mama war die sie liebte, so wie sie waren.
Warum sind mir heute diese Gedanken so nahe? Mir ist als wären die Kinderzimmer wieder gefüllt, als hörte ich sie atmen. Ich spüre die Liebe in mir zu meinen Kindern. Dabei war ich heute so traurig und gefrustet. Ich las diesen Thread, den wollte ich schon seit langem mir zu Gemüte führen und darüber nachdenken. Und heute, wo Ruhe einkehrte machte ich es. Und wie ich Zeile für Zeile las, ging mein Denken in die Vergangenheit. Aber ich blieb nicht in der Vergangenheit sonder sah mich plötzlich als Kind – als Gotteskind. Ich sehe mich, meinen Glauben in den Zeilen von Samu’s Posting. Wie viele Fragen habe ich noch an Gott. Unendlich viele. Heute bin selber verantwortlich, dass Gottes Worte in mein Herz geschrieben sind. Ich muss es zulassen, dass der Vater schreiben darf. Er zwingt mich nicht, ist freiwillig. Mich fragte heute jemand im Chat, wo ich Gott sehe. Ich gab dann eine Antwort musste aber nachher noch lange nachdenken. Mir wurde mit dem Nachdenken klar, ich sehe Gott überall dort wo ich es zulasse, Bestandteil in meinem Leben sein zu dürfen. Ich darf sagen, wie viel ich Kind sein will, wie nahe die Beziehung sein soll und was ich alles für Lebensgebiete völlig an Gott ausliefere. Das ist der Unterschied zu meinen Kindern muss ich denken. Die waren Kinder und hatten gar keine Wahl. Keines von ihnen wäre in der Kinderzeit auf die Idee gekommen nur teilweise Kind zu sein. Sie waren 100 % Kind und vertrauten auch zu 100 %.
Aber wie bin ich heute? Bin ich 100 % Kind meines himmlischen Vaters? Oder lebe ich noch einen Teil meines Lebens in Eigenregie? Auch bin ich zutiefst überzeug, dass auch als Erwachsener der Lernglaube keinen Bestand hat auf die Dauer. Da kann ich mich reinknien so viel ich will, die Bibel auswendig lernen und vieles mehr, wenn ich mich nicht berühren lasse und mein Leben nicht die von Samu genannte liebevolle Zuwendung, eine von Vertrauen geprägte Beziehung ist, ist alles eine leere Phrase und wird mich nicht tragen.
Mein ganzes Sehnen ist aber genau diese kindliche Beziehung. Nicht naiv, sondern prüfend, aber im Vertrauen, dass Gott mich nicht in die Irre gehen lässt wenn ich wieder mal einen Schritt wage. Sondern er ist da, wie ein liebender Vater eben da ist. Ich will bewusst voraussetzen, dass ER ist und da bleibt, will vertrauen egal was kommt. Auch wenn es schwer ist. So wie ich meinen Kindern auch nicht alles abgenommen habe, sondern sie bewusst Probleme lösen liess, damit sie stark werden, so will ich auch vertrauen, dass ER da ist wenn mir eine Aufgabe doch zu schwer werden sollte.
Zwei Kernsätze habe ich mir aus dem Thread rausgenommen:
1. Lebendiger Glaube nährt sich aus Gott und nicht aus Erlerntem. Das will ich mir merken, will einen lebendigen Glauben leben, einer der vertraut wie ein Kind.
2.Kindlicher Glaube ist ein aktiver - praktizierter Glaube. Auch wenn ich hin und wieder mutlos bin, will ich aktiv bleiben und nach oben schauen – denn dann sehe ich ins Gesicht meines Vaters – und der ist stark –ohne Frage. Oder frag mal ein Kind, wer der stärkste Mann auf der Welt ist. Da gibt es meistens nur eine Antwort: Klar, der Papa
Ich wünsche uns allen eine ganz nahe Beziehung zum himmlischen Vater und einen kindlichen Glauben.
Seid gesegnet
Popcorn
PS: sich mit Gott beschäftigen entfrustet - wer's nicht glaubt soll es selber testen :P bei mir war es jetzt auf jedenfall so!



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