2. Die Philosophien und Religionen des Hellenismus


Ich möchte auf Grund der Fülle dieses Kapitel in 2 Teile aufteilen (1. Philosophie und 2. Religionsgeschichte im Hellenismus)

Teil 1 Philosophie

Das philosophische Denken Griechenlands beginnt in seinen Sternstunden unter schlechten Vorzeichen, die sich gegen eine allzu archaische Frömmigkeit und trotz des Bemühens um die Einführung sehr fortschrittliche Regierungsmethoden (Demokratie), nur langsam durchsetzen kann. Zu kühn scheinen die Philosophen in ihren Ansichten dem alten Götterglauben und dem daraus hergeleiteten Weltbild zu widersprechen. Als Anaxagoras verkündete, die Sonne sei lediglich ein glühender Stein, da schien die alte Götterwelt Griechenlands zu erbeben und mehr denn je wurde den Großen Geistern der Antike, Gottlosigkeit vorgehalten. Schwer tat sich der „Gottesstaat“ Athen mit der Physik und der Naturphilosophie und doch gelang es ihr um die Mitte des 5. Jahrhunderts v.d.Z. in Athen, der griechischen Metropole Fuß zu fassen. Zu drängend waren die Fragen nach dem menschlichen Dasein, der Umwelt in der Menschen leben und dem Wieso und Warum allen Seins. Die Philosophen schafften es durch ihre Fragestellungen, die Menschen damaliger Zeit davon zu überzeugen, nach den Hintergründen des Daseins zu suchen. Nicht mehr das Dasein als akzeptiertes Faktum steht im Mittelpunkt, sondern die Frage nach dem Warum ist man in diesem Dasein, wird zur Wendemarke des griechischen Denkens und auch Handelns. Damit wird die Philosophie zur entscheidenden Wendemarke in der Geschichte Griechenlands, welche dem hellenistischen Weltreich seine überragende Größe gegenüber anderen Kulturen verdankt. Die Erforschungen auf den Gebieten der Naturwissenschaften und Technik, der Geisteswissenschaften und Soziologie, bescherten Griechenland nicht nur die militärische und ökonomische Vormachtsstellung, sondern auch eine Gesellschaftliche und Kulturelle und stellten zugleich einen entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte Europas, Kleinasiens bis nach Persien und Nordafrika dar.

Da ich hier nicht den Raum habe um auf die Entwicklungsgeschichte der Philosophie einzugehen, möchte ich es erstmal damit bewenden lassen.

Griechenland brachte eine ungeheure Anzahl an überragenden Geistesgrößen hervor. Wer kennt nicht solche Namen wie Sokrates, Platon, Perikles, Aristoteles, usw., usw. Begünstigt durch den ökonomischen Aufschwung Griechenlands und den politischen freiheitlichen Bürgerrechten, die seines Gleichen in der ganzen Welt einmalig waren, wuchsen und gediehen die Philosophenschulen. Neben der intensiven Erforschung in Natur und Technik, stellte besonders die Geisteswissenschaft neue Dimensionen des Denkens auf. Dabei ging es nicht so sehr um die Frage des Weltganzen, sondern viel mehr um die ganz praktische Suche nach Lebensführung in der Umwelt, dem Staat und der Gesellschaft (Stoa). Hieraus erklären sich auch die politischen Stellungen der Philosophen und zugleich auch die religionsgeschichtliche Bedeutung der Philosophie, die zunehmend alle gesellschaftlichen Bereiche erfasste.

Am Beispiel der der Stoa, die einen wesentlichen Einfluss auf das Christentum hat und bereits reichlich im neutestamentlichen Schriftgut zitiert wird (Johannes und besonders Paulus), zeigt sich die Bedeutung dieser in der Antiken Welt.