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Die größte Aufgabe ist es wohl, seine gefühlsmäßige Glaubenszufriedenheit, welche sich aus selbst zugesprochenen Glaubensbekenntnissen speist, dem Focus Gottes gegenüber zu stellen und Konsequenzen aus diesem Erkennen zu ziehen. Seinen inneren Schweinehund zu bekämpfen und für sich selbst festzustellen, dass all das nur Stückwerk ist und eben nichts vor Gott bestand haben kann und wird, ist ein bitterer Gang der Selbstüberwindung.
Hallo absalom, Alef und andere :-),

dieser Thread ist schon eine Weile alt, aber zumindest für mich deshalb noch lange nicht veraltet ;-). Ich las hier mit Neugier und Interesse. Und nun krieg ich an dieser Stelle obiges und nachfolgendes nicht zusammen. Einerseits Selbstüberwindung... und...


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Doch diese ist nötig und wichtig, denn nur wer sich selbst annehmen kann, in all seinen Irrungen und Wirrungen, sich selbst als Bestandteil dieser Welt und ihrer Probleme versteht, wird zu dem Bekenntnis kommen, wie es Jesus schon erkannte und tat: Was nennst du mich gut, niemand ist gut außer Gott dem Einen“. Wenn wir das verstanden haben dann werden wir liebesfähig mit unserem Nächsten, denn in all dessen Schwachheit und Irrungen sind auch immer wir auffindbar und somit wird das Gute über das Böse erhoben, indem wir aufhören aufzurechnen und anzurechnen und nicht mehr wetteifern im Unrecht tun, sondern wetteifern im Tun von Rechtschaffenheit. Rabbi Nathan sagte einmal sehr treffend: „Gott spricht: Wenn du deinen Nächsten hasst, weil er so böse ist wie du, werde ich es dir vergelten. Liebst du ihn aber, weil er so gut ist wie du, so werde ich mich deiner erbarmen.“ (Abot de Rabbi Nathan II, 26)
... und dann Selbstannahme...

Ist es nicht wichtig sich selbst mit den Stärken und Schwächen anzunehmen, um mit beidem sinnvoll und angemessen umzugehen? Die Stärken können uns helfen mit den Schwächen umzugehen. Also, ist es nicht bedeutsam, dass wir beides in uns akzeptieren, um dann sinnvoll und angemessen damit umzugehen.

Mir ist Bescheidenheit sehr sympathisch, unbedingt. Dennoch sollte gutes Verhalten als gut bewertet werden dürfen. Ist es tatsächlich so, dass wir vor Gott die Haltung haben sollten, dass nur er gut ist und dass nichts vor ihm Bestand hat? Wir bestehen doch vor ihm und irgendwie habe ich die Vorstellung, dass es ihm gefallen könnte, wenn wir uns gut verhalten und dass dies dann auch so bezeichnet werden darf, ohne dabei sich zu überhöhen oder gottgleich zu empfinden.