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Hybrid-Darstellung

  1. #1
    luxdei Gast

    Standard

    Aber es ist doch komisch, Tomas, daß etwaige oder auch reale Misstände bei jemandem aus der muslimischen Welt dessen Religion, und nur dessen Religion zugeschrieben werden. Während wir andererseits bei jemand aus dem Okzident niemals auf die Idee kämen, einen etwaigen christlichen Faktor auszumachen. Es werden wie selbstverständlich die Ursachen woanders gesucht: Schichtzugehörigkeit, Bildung, Sozialisation in "Broken Homes", Alkohol und Drogen etc.
    Warum verfahren wir bei Muslimen anders? Warum sind wir bei Muslimen so undifferenziert in unserer Betrachtungsweise?
    Sind Ehrenmorde wirklich primär ein Problem des Islam? Oder vielleicht auch oder vor allem ein Problem von Kultur und sozialer Schicht?
    Würden wir uns ebenso pauschalisiert über Hindus oder Juden äußern?
    Würden wir jüdischen Gemeinden den Bau von Synagogen verwehren, nur weil uns eventuell einige jüdische Fundamentalisten nicht passen?
    George W. Bush jun. ist evangelikal. Wollen wir etwa wegen seiner Politik evangeliale Gemeinden sanktionieren?
    Hast Du mal über das Massaker von Srebrenica nachgedacht? Müßten wir danach nicht alle Kirchtürme niederreißen?

    Nein, Tomas, laß uns die Probleme bitte etwas differenzierter betrachten. Dann können wir auch sachlicherüber Minarete und Kirchtürme diskutieren.

    Nachdenkliche Grüße
    LD

  2. #2
    luxdei Gast

    Standard Off Topic

    Off Topic aber vielleicht entschließt sich der eine oder andere, "den" Islam etwas differenzierter wahrzunehmen. Zwei Beispiele, daß es durchaus Unterschiede gibt.

    Mehr als 50 000 islamische Gelehrte unterzeichnen die Fatwa gegen Terror

    Fatwa gegen Ganzkörperschleier?

  3. #3
    Tomas Gast

    Standard off topic

    Hallo lieber Luxdei,


    Aber es ist doch komisch, Tomas, daß etwaige oder auch reale Misstände bei jemandem aus der muslimischen Welt dessen Religion, und nur dessen Religion zugeschrieben werden. Während wir andererseits bei jemand aus dem Okzident niemals auf die Idee kämen, einen etwaigen christlichen Faktor auszumachen. Es werden wie selbstverständlich die Ursachen woanders gesucht: Schichtzugehörigkeit, Bildung, Sozialisation in "Broken Homes", Alkohol und Drogen etc.

    Ne ne, ich berücksichtige gewisse Umstände dazu schon, auch wenn es hier nicht so herüber kommt.


    Warum verfahren wir bei Muslimen anders? Warum sind wir bei Muslimen so undifferenziert in unserer Betrachtungsweise?
    Ich denke das Muslime leider in einem anderen Umfang negativ auffallen wie es z.B. Hindus machen oder Christen.. Auch wenn es von seitens der Hindus auch Übergriffe auf Christen gibt, geht von dem Oberflächlichen Islam eine wesentliche größere Aggressivität und Gewalt aus. Sehe dazu Iran und Menschenrechte, Afghanistan und Menschenrechte, Al Kaida, Hizbollah und die Hamas. Dann die Vertreibung und Bekämpfung der Kopten in Ägypten, die Vertreibung der Aramäer, die deportierten Armenier durch die Türken. Denkst du, wenn Kopten, Aramäer und Armenier Muslime gewesen wären, dass ihn das gleiche widerfahren wäre?


    Sind Ehrenmorde wirklich primär ein Problem des Islam? Oder vielleicht auch oder vor allem ein Problem von Kultur und sozialer Schicht?
    Sicherlich der Schichten und sozialen Umstände, aber genannte beziehen sich überwiegend dabei z-B. auf die Scharia und begründen es mit ihren Recht als Muslime so handeln zu dürfen.


    Würden wir uns ebenso pauschalisiert über Hindus oder Juden äußern?
    Nein, weil es in diesem Umfang auch nicht von Hindus und Juden zu erwarten wäre.


    Würden wir jüdischen Gemeinden den Bau von Synagogen verwehren, nur weil uns eventuell einige jüdische Fundamentalisten nicht passen?
    Nein, dass würde ich eher noch unterstützen.


    George W. Bush jun. ist evangelikal. Wollen wir etwa wegen seiner Politik evangeliale Gemeinden sanktionieren?
    Sanktionieren warum?? Aber sich kritisch mit auseinander setzen schon.


    Hast Du mal über das Massaker von Srebrenica nachgedacht? Müßten wir danach nicht alle Kirchtürme niederreißen?
    Was hat das aber bitte jetzt alles damit zu tun?


    Nein, Tomas, laß uns die Probleme bitte etwas differenzierter betrachten. Dann können wir auch sachlicherüber Minarete und Kirchtürme diskutieren.

    Nachdenkliche Grüße
    LD
    Wie sieht für dich eine sachliche Diskussionen aus? Ich bin auch nur ein Mensch, welcher sich auf Grund seiner Erfahrungen zu einigen Dingen verändert hat.

    Alles Gute Tomas

  4. #4
    Isaak Gast

    Standard

    Hallo Tomas,

    Zitat Zitat von Tomas Beitrag anzeigen
    ... Vielleicht werde ich eines Tages ein besseren Zugang zum Islam finden ...
    Das wünsche ich Dir auch.

    Vielleicht könnte uns dazu tatsächlich Users lucdei's Beiträge helfen. Denn wenn einigen unter uns und zwar pauschal der Islam bedrohlich vorkommt, dann ist das auch deshalb möglich, weil wir uns vielleicht vor den fundamentalistische Terroranschlägen nicht mit dem Islam beschäftigt haben und ihn nicht in seiner Gesamtheit ausreichend kennen. Denn fundamentalistisch Terroranschläge kommen zwar auch aus der fundamentalistischen islamischen Ecke, aber diese Ecke nimmt nur einen verschwindend kleinen Teil des Islams ein, wenn auch einen gefährlichen, aber diese Ecke ist eben nicht typisch islamisch und nicht nur im Islam existierend.

    Somit kann man doch nicht, auf Grund von eigenen Ängsten und ungenügendem Wissen Türme verbieten.

    lehit

    Isaak

  5. #5

    Standard

    Denn fundamentalistisch Terroranschläge kommen zwar auch aus der fundamentalistischen islamischen Ecke, aber diese Ecke nimmt nur einen verschwindend kleinen Teil des Islams ein, wenn auch einen gefährlichen, aber diese Ecke ist eben nicht typisch islamisch und nicht nur im Islam existierend.
    Sicher, dass dies so richtig ist? Was ist mit den ganzen Gruppierung, die tatsächlich existieren, die hier von Tomas erwähnt wurden?

    Sehe dazu Iran und Menschenrechte, Afghanistan und Menschenrechte, Al Kaida, Hizbollah und die Hamas. Dann die Vertreibung und Bekämpfung der Kopten in Ägypten, die Vertreibung der Aramäer, die deportierten Armenier durch die Türken. Denkst du, wenn Kopten, Aramäer und Armenier Muslime gewesen wären, dass ihn das gleiche widerfahren wäre?
    Sind sie wirklich als verschwindend kleiner Teil zu sehen? Wieso haben sie dann einen solch großen Einfluss? Wieso haben sie dann so viel Macht? Wieso finden sie immer mehr Anhänger? Wieso gehen ihnen die Menschen nicht aus, die gewaltbereit, bereit sind ihr Leben zu opfern?
    Fast vergleichbar mit der Kirchen zur Zeit der Inquisition, eigentlich in der Minderheit und doch an der Macht.

    Ich kann schon nachvollziehen, warum die Menschen beim Anblick eines Minaretts eher an den Terror denken, als an friedliebende Muslime. Das Schreckliche, was durch den Terror geschieht, überwiegt einfach. Und ich weiß, dass es friedliebende Muslime gibt. Jahrelang lebte eine pakistanische Familie bei uns in Miete und die waren freundlich, zuvorkommend, hilfsbereit und in jeder Hinsicht friedliebend.

    Gruß
    Klaudi

  6. #6
    luxdei Gast

    Standard

    Zitat Zitat von Klaudili Beitrag anzeigen
    Sind sie wirklich als verschwindend kleiner Teil zu sehen? Wieso haben sie dann einen solch großen Einfluss? Wieso haben sie dann so viel Macht? Wieso finden sie immer mehr Anhänger? Wieso gehen ihnen die Menschen nicht aus, die gewaltbereit, bereit sind ihr Leben zu opfern?
    Oft sind es politische und vor allem soziale Ursachen. Wenn wir verstehen wollen, wieso der Westenfür viele einso eklatantesFeindbild ist, dürfen wir die Geschichte der letzten ca. 300 Jahre nicht vergessen. Unser Teil des Problems liegt u.a. in der Kolonialzeit. Zum einen, weil in dieser Zeit ein Bild Bild vom Islam entstanden ist, das viele Belange ausblendet. Zum anderen weil Europa zu dieser Zeit politische und soziale Fakten in der arabischen und sonstigen muslimischen Welt geschaffen hat.
    Diese geschichtliche Rolle Europas ist für Radikale recht gut auszunutzen.
    Wenn dann ein amerikanischer Präsident vom "Kreuzzug" spricht, tut das ein übriges.


    Fast vergleichbar mit der Kirchen zur Zeit der Inquisition, eigentlich in der Minderheit und doch an der Macht.
    An dieser geschichtlichen Parallele scheint viel dran zu sein.


    Ich kann schon nachvollziehen, warum die Menschen beim Anblick eines Minaretts eher an den Terror denken, als an friedliebende Muslime. Das Schreckliche, was durch den Terror geschieht, überwiegt einfach.
    Eher eine Frage der Berichterstattung?
    http://www2.kommunikationswissenscha..._2005_2006.pdf


    Gruß
    LD

  7. #7

    Standard

    @luxdei
    Es ist doch wie immer.
    Es hat politische und soziale Ursachen und hat nichts mit dem Islam zu tun.
    Dass aber der Islam unteranderem großen Einfluss auf die Politik und das Gesellschaftsleben hat, wird wohlwollend ausgeblendet.
    Stattdessen arbeitet man sich am Wort "crusade" ab, dass im englischen deutlich unterschiedlichere Bedeutungen hat als das deutsche Wort Kreuzzug. (Worauf die Kreuzzüge eine Reaktion waren, lassen wir mal lieber aus, es könnte peinlich werden). Das Wort hat der US-Präsident übrigens "weggezogen", da ihm erklärt wurde, dass es missverständlich verstanden werden kann.
    Hat der iranische Präsident seine Aussagen dass Israel komplett zerstört gehört und von der Landkarte gepustet werden soll, wieder zurückgezogen?
    Ferner erklärst du den Hass auf den Westen mit der Kolonialisierung.
    OK, wenn das für dich so plausibel ist, dann gewähre dem Westen die Meinung über den Islam anhand aktueller Fakten und spreche bitte nie wieder von Verallgemeinerung, wenn im Westen über den Islam berichtet wird.
    Hierzu empfehle ich die Doku: "Islam-What the west needs to know", gibts auch auf youtube und wird einige nachdenklich stimmen und hoffentlich dazu bewegen den Koran zu lesen.
    Gleich aber kommt der Zensor Isaak :-) und wird sich über meinen Text aufregen, da dieser mit dem Threadtitel so nichts zu tun haben scheint. Und ob er das hat, denn die Minarette wurden verboten aus Angst vor dem Islam und seinem Einfluss über das private Leben eines Gläbigen hinaus.

    Shalom

  8. #8
    luxdei Gast

    Standard

    Lieber Nitro,

    Du hast nicht gründlich gelesen. Ich habe geschrieben, daß
    Unser Teil des Problems liegt u.a. in der Kolonialzeit.
    liegt.
    Wohl gemerkt: "unser Teil des Problems" und "u.a. in der Kolonialzeit" Insofern war es keineswegs eine Verallgemeinerung, sondern lediglich das Bestreben, einen Teil unserer Verantwortung zu beleuchten. Denn nur dort, wo wir Verantwortung haben, haben wir auch Einfluß, etwas zu ändern. Und das sollte in unserem eigenen Interesse sein.

    Das Problem Iran-Israel hat wohl kaum was mit dem Islam zu tun. Wohl eher mit dem Populismus eines Ahmadinedschads, der es versteht, das israelisch-palestinensische Problem für sich zu nutzen.

    Auch Deine Ansicht bezüglich Bush und Deine Englischkenntnisse kann ich nicht teilen. Für viele konservative Christen in den USA war und bleibt es ein Kreuzzug. Aber da sei Dir Deine Meinung belassen.

    In einem Punkt kann ich Dir Recht geben, die in vielen muslimisch geprägten Ländern fehlende Trennung von Religion und Staat. Das sehe ich in der Tat als ein Problem. Auch hier wird es auf Dauer eine arabische, muslimische oder wie auch immer geartete Aufklärung geben müssen.
    Aber alles mit Religion erklären zu wollen, und soziale, politische Aspekte auszuklammern, geht fehl. Den Orient nur auf seine Religion zu reduzieren ist ein Fehler, der von Orientalisten schon im 19. Jahrhundert begannen worden ist. Es war nicht ihr einziger, aber einer der nachzuwirken scheint. Denn schon damals sahen Kolonialbeamte Widerstände (infolge der fälschlichen Reduktion auf das Religiöse) als religiösen Fanatismus an.Irgendwie scheint sich die Brille nicht geändert zu haben.

    Gruß
    LD

    PS:Kannst Du eigentlich Arabisch?


 

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