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Fisch
04.08.2007, 13:28
Religiöse Schulverweigerer unterliegen vor Gericht

Stuttgart (epd). Strenggläubige Eltern dürfen ihre Kinder nach einem Gerichtsurteil nicht zu Hause unterrichten. Das Verwaltungsgericht Stuttgart wies die Klage einer Familie bibeltreuer Christen auf die Befreiung ihrer Tochter von der gesetzlichen Schulpflicht am Donnerstag ab. Nach dem Urteil ist auch der bisherige Hausunterricht für das zwölfjährige Kind der Schulverweigerer-Familie aus Windischenbach bei Öhringen (Baden-Württemberg) nicht gestattet (Az.: 10 K146/05).

Die Eltern haben sich dem Gericht zufolge auf ihre Grundrechte auf Glaubensfreiheit und religiöse Erziehung der Kinder berufen. Der Erziehungsauftrag der staatlichen Schulen fördere auch den Erwerb sozialer Kompetenzen, hieß es in der Begründung des Gerichts.

Die Allgemeinheit habe ein berechtigtes Interesse daran, der Entstehung von religiös oder weltanschaulich motivierten Parallelgesellschaften entgegenzuwirken und Minderheiten zu integrieren, hieß es. Die mit der Pflicht zum Besuch der staatlichen Grundschule verbundenen Eingriffe in die Grundrechte der Kläger sieht das Gericht als verhältnismäßig an.

Die Spätaussiedlerfamilie gehört einer Gemeinde von "Evangeliums-Christen Baptisten" an. Sie sieht die religiöse Erziehung an Schulen nicht gewährleistet. Die Eltern hatten ins Feld geführt, dass statt Schamhaftigkeit Sexualerziehung schon ab der zweiten Klasse, statt Keuschheit eine verfrühte sexuelle Aufklärung erfolge und das Recht eines jeden Jugendlichen auf sexuelle Betätigung vermittelt werde.

Statt vor Zauberei zu warnen würden Hexengeschichten empfohlen und esoterische Praktiken wie Mandala-Malen geübt, so die Familie weiter. Statt der biblischen Schöpfungsgeschichte werde die Evolutionstheorie nicht als Theorie, sondern als wissenschaftlich bewiesen gelehrt.

Das Erziehungskonzept der Eltern, in dem Gehorsam und die Achtung Gottes, der Eltern und der staatlichen Autorität von zentraler Bedeutung seien, kollidiert nach Ansicht des Gerichts nicht mit dem staatlichen Unterricht an öffentlichen Schulen. Die Tochter erfülle ihre gesetzliche Pflicht zum Besuch einer weiterführenden Schule auch nicht dadurch, dass sie seit Anfang 2005 eine nicht genehmigte "Christliche Grund- und Hauptschule" besuche, heißt es weiter.

Das Verwaltungsgericht hat auch den parallel gestellten Antrag der bibeltreuen Christen auf Genehmigung der von der Gemeinde gegründeten "Christlichen Grund- und Hauptschule" in Windischenbach abgewiesen. Die Lehrer der Schule hätten keine ausreichenden fachlichen Fähigkeiten, so das Gericht. Gegen das Urteil können die Kläger beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg Berufung einlegen. (09017/2.8.2007)


Quelle: http://www.epd.de/index_51196.html

Bettina2
16.09.2007, 23:32
Ich halte diese Gesetzgebung für eine Entmündigung der Bürger.
Sexualerziehung ist Sache der Familie. Sollte die Familie nicht in der Lage sein, ein Kind altersgemäß aufzuklären, mag es geboten sein, dass die Schule es tut. Doch sowas sollte Kindern und Eltern freigestellt bleiben. Auch ich habe meine Kinder nicht zugelassen zum Sexualunterricht. Ja, auch meine Kinder blieben statt dessen zu Hause.
Zu der Evolutiionstheorie sagte ich aber nur, dass sie den Blödsinn leider lernen müssen, am Ende der darauf folgenden Klassenarbeit ja anfügen können, daß sie das alles gar nicht glauben. Auf diese Weise haben die Kinder immerhin zugehört und wissen, um was es geht bei der Evolutionstheorie. Ist ja nicht verkehrt, wenn sie dann sowohl Lehrern als auch ihren Mitschülern die Unzulänglichkeiten der Evolutionstheorie erklären können.
Nun ja, mit Harry Potter sind wir ja nun bald durch. Vielleicht kann die Schule denn ja mal auch wieder übergehen zu Astrid Lindgren und Erich Kästner, oder gar Kirkegaard.
Übrigens gehören die Stadtbüchereien auch ausgemistet. Was dort den Kindern angeboten wird, ist alles andere als schicklich.

poetry
17.09.2007, 09:20
Wie immer sehe ich einiges anders ;)

Also: jeder Bürger diesen Landes hat das Recht eine Schule in privater Hand zu gründen. eine Voraussetzung ist, dass sie sich an den Schulplan des jeweiligen Bundeslandes hält. Ich denke, dass muss auch so sein, denn überlegt Euch, was passieren würde, wenn zum Beispiel Scientology eine Schule gründen würde, fände man das dan auch noch freiheitlich gut?

Ein Wort noch zu Büchern: Wenn ich "ausmisten" höre, gehen bei mir alle Alarmglocken an. Auch Harry Potter ist nichts weiter als ein Buch welches im Rahmen des Rechts veröffentlicht wurde - man kann es lesen oder lassen, doch ausmisten wirft um 65 Jahre zurück.

Poetry

Kerze
17.09.2007, 09:47
Ich finde auch, dass jedes Kind das Recht haben sollte, eine staatlich anerkannte Schule zu besuchen. Kinder sind sehr wohl in der Lage kontroverse Aussagen zu filtern oder für sich zu klären, wenn sie in einem gläubigen Eltrenhaus leben. Mein Sohn weiß, obwohl er die Evolutionsgeschichte in der Schule hatte, dass die so nicht zum Werk GOTTES passt.

Und hey der Sexualunterricht wird in der 4.Klasse zum ersten Mal so liebevoll und behutsam mit einem Film gezeigt, den wir Eltern vorher sehen konnten, Zeichentrick.

U n d manche Eltern sind auch mal zu spät mit der Sexualerziehung dran und haben nicht von den Gefahren gesprochen, die sehr wohl da hineingehören, denn im Falle eines Missbrauchs ist das Kind absolut hilflos. Wenn es nun früh genug gehört hat, vielleicht mit einer kindgerechten CD "Ich bin doch keine Zuckerpuppe" und mit den Hinweisen: sage es egal wem, und d u liebes Kind hast keine Schuld daran, dann hätte manches Kind vielleicht den Mut.

Ich denke, dass der Umgang mit Harry Potter nicht den Glauben hinwegschmelzt, und dass auch gläubige Kinder/Jugendliche da gut unterscheiden können. Wenn ich als Mutter stark verbiete, wirds auf Umwegen heimlich versucht. Kinder hören genau hin, wenn man sagt, Du kannst es lesen, aber es passt nicht zu einem GOTT gefälligen Leben.


Kerze

tanuki
17.09.2007, 09:53
Du kannst es lesen, aber es passt nicht zu einem GOTT gefälligen Leben.

Off topic - - - oh :cry: KlyX und ich lesen H.P. doch - ähm, ach so, ja, wir lesen Hewlett Packard :P

Tanuki - winke-winke

Kerze
17.09.2007, 12:04
Das kam krass, gell, meinte aber nur, dass unsere Kinder solche Literatur lesen dürfen sollten, auch wenn sie nicht mit dem christlichen Leben vereinbar ist.
Wenn ich den Kindern/Jugendlichen und mir das nicht zugestehe, fühle ich mich eingeengt und unfrei, und sie sich auch. Das Wichtigste ist das was wir den Kindern vorleben und nicht was sie lesen, dann müssten sie bei jedem Zeitungsstand wegen Nackten auf der Titelseite weggezerrt werden. Mein Sohn( der muss schon viel herhalten hier im Forum) sagte "Mama schau mal oh je"und ich darauf "ja ich finds nicht gut, dass Leute das machen, weil doch GOTT uns den Körper geschenk hat und das sicher nicht wünscht. Ich konnte den Einfluss der Presse nicht verhindern aber ich konnte wegweisend erklären.

Was ich für mich lese, dafür trage ich die verantwortung und merke, wenn es nicht gut tut. Beziehungsweise kann ich es unter christlichen Gesichtspunkten gefiltert lesen. Uff

Ich habe in den Ferien 2 Bücher über die RAF gelesen, Terrorismus ist 'unchristlich' und schlimm, aber ich wollte Bücher(eins zumindest) von einem dieser Leute, nämlich Bernward Vesper, um zu erfahren wie es im Umfeld direkt aussah. Ich dachte dann, schade, dass von der RAF niemand mit GOTT unterwegs war, auch nicht Gudrun Ensslin.

Kerze sendet ein Grüssle und wünscht Euch einen gesegneten Tag.

Stella
17.09.2007, 12:16
Ich teile die Meinung von poetry und kerze!!!!


Ich bin nämlich immer noch empört über diese Blaubeurer Gruppe, die im TV (hardliner des Herrn) zu sehen war!

Die isolieren nicht nur die Frauen: Kopftuch und ab in die hinteren Kirchenreihen und Klappe halten! Mehr als ein Mann ist hurenhaft (ein Mann im Leben ist gemeint).

Und die Kinder dort werden auch im Privatunterricht vollkommen isoliert von der Aussenwelt!!!! Schrecklich!!! Wie sollen die später in der Welt zurechtkommen???

Ganz abgesehen davon, dass Mädchen wohl wieder mit Kopftuch und unter der Fuchtel eines Mannes als Gebärmaschine degradiert dahinvegetieren....

-TV? nix da...

- Kino? nix da...

-weltliche Literatur? nix da....

-Freunde von draussen? nix da...

-Mode? nix da

-Schminke? verboten

-mal ne Frauen-Illustriete? verboten

-weltliche Musik? verboten

-mal ein Schluck Wein? verboten (ausser beim Abendmahl)

-eine eigene Meinung? was ist das??????????????????

Das ist doch Knast pur!

Solch einem Verhalten muss von Staats wegen der Riegel vorgeschoben werden!

Isolierung bringt weder Frauen noch Kindern etwas-ausser den Männern, die dann die Kontrolle haben!

tanuki
17.09.2007, 12:36
Ich kann mich nur meinen Vorschreibern hier anschließen, Poetry, Kerze, Stella.
Die Sendung, die du, liebe Stella, ansprichst, habe ich auch gesehen und war gleichermaßen erstaunt, was es da so gibt. Jeder religiöse Fundamentalismus ist mir unsympathisch.
Liebe Grüße,
Tanuki

Bettina2
17.09.2007, 15:47
überlegt Euch, was passieren würde, wenn zum Beispiel Scientology eine Schule gründen würde, fände man das dan auch noch freiheitlich gut?
Poetry

Da hast du natürlich total recht. Aber wer will die Maßstäbe festlegen? Auf der einen Seite Scientologen, auf der anderen Seite der Islam, noch eine andere Gruppe nöchte seine Kinder antiautoritär oder marxistisch erzogen haben, und wir möchten bei ihnen vielleicht lieber Christliche Werte vermittelt sehen. Eine allgemeine Rückbesinnung auf die Christlichkeit, was soll daran aber bitteschön falsch sein? Dass manche Eltern ihre Kinder nicht zur Unzucht erziehen lassen wollen, kann ich nur zu gut nachvollziehen.



Ein Wort noch zu Büchern: Wenn ich "ausmisten" höre, gehen bei mir alle Alarmglocken an. Auch Harry Potter ist nichts weiter als ein Buch welches im Rahmen des Rechts veröffentlicht wurde - man kann es lesen oder lassen, doch ausmisten wirft um 65 Jahre zurück.
Poetry

Ich meinte auch nicht, dass Harry Potter ausgemistet werden sollte. Den halte ich nur für eine Randerscheinung. Aber sieh doch in den Büchereien und schau mal, ob du auch nur ein einziges Buch findest ohne Bettgeschichte. Hier wird das Gebot der Keuschheit eklatant mit Füßen getreten.

tanuki
17.09.2007, 15:58
ob du auch nur ein einziges Buch findest ohne Bettgeschichte.

Irgendwie stehe ich jetzt auf dem Schlauch ... bei uns gibts ne Kinderbuchbiblio innerhalb der Stadtbücherei...da sind so Lindgren, Preussler, Max Kruse etc. - alles genau nach Leser-Alter sortiert...

Liebes Grüßle,

Tanuki

poetry
17.09.2007, 18:46
Zu den Maßstäben: Die kannst Du selber festlegen, indem Du Deine Kinder in eine christliche Schule schickst - wir tun das und fahren damit bestens. Aber auch dort gibt es Sexualkunde - zum Glück, denn das senkt das Risiko, dass gestörte Kreaturen eine Chance haben unsere Kinder wegzulocken. Diesen Unterricht kann man auch kindgerecht gestalten und glaub mir, auch dabei christliche Werte vermitteln, sogar besser, als wenn man verschweigt, welche große Verantwortung auch vor Gott das Kinderkriegen bedeutet.

Zu den Büchern:
Bei uns gibt es ne Menge Bücher ohne Bettgeschichten, es gibt eine größere Abteilung zu Religion, Wissenschaften und Kunst als zu Belletristik.

Bettina2
18.09.2007, 06:56
dieses posting bitte löschen. Ich hab was doppeltes rausgenommen

Bettina2
18.09.2007, 07:17
Tja, Poetry, ich lade dich herzlich ein in unsere Stadtbibilothek in Bremerhaven. Ich hab bloß Gedichte gesucht. Über die Liebe. Dann habe ich so mal querbeet gesucht, was es sonst noch so gibt in der Bücherei. Es gibt sogar eine Kinderbuchabteilung. Ja, da gibts auch tatsächlich jugendfreie Bücher, aber nicht ohne, daß da irgendwo Schund rumsteht.

Da hast du auch Recht, wenn du sagst, daß Kinder vor Übergriffen geschützt werden müssen. Wenn man DAVON in den Schulen erzählen würde, anstatt 9jährigen sexuelles Verlangen zu erklären, ...
Nun weiß ich aber von einem Fall, daß eben dieses Thema in der Schule zu lange diskutiert wurde, und dieses Kind dadurch in arge seelische Nöte geriet, bis die Eltern des Mädchens es endlich aus dem Unterricht genommen haben.
Außer katholischen Schulen gibts hier kaum christliche Schulen. Die haben sogar einen guten Ruf, weil die Kinder dort zu Fleiß angehalten werden. Die nehmen aber nicht jeden.
Bei meinem großen Sohn bin ich ganz gut damit gefahren, wie ich es gemacht habe. Seinerzeit gab es kein Harry Potter, und er hat sich eher für Star Wars interessiert, wo ich so total dagegen war - bis ich seine Bücher selber gelesen habe, als er auf Mssion war. Manche Aversion gegen Bücher beruht tatsächlich auf Vorurteilen.
Was ich z.B. an den Harry Potter-Büchern gut finde, ist daß da vielleicht über Liebe, aber nicht über Sexualität geschrieben wird, daß es trotz aller bedenklichen Kriterien und dem permanenten Okkultismus um Gerechtigkeit geht. Und irgendwie weiß ja wohl jeder, daß es sich um eine reine Phantasiewelt handelt, ebenso irreal wie Star Wars.
Solange die Menschen nicht anfangen zu glauben, es gäbe UFOs und Weltraumfahrer, die von Planet zu Planet reisen, solange die Kinder nicht glauben, es gäbe funktionstüchtige Zauberstäbe und Leute, die der Magie tatsächlich kundig wären, sehe ich da kein Problem. Da sind dann natürlich Eltern und Schulen gefordert, die Kinder darauf hinzuweisen.
Tatsache aber ist, daß ein Haufen Geld in diese Literatur investiert wird, daß sicherlich sinnvoller hätte verwendet werden können, zumal die Eltern teilweise auch noch genötigt werden, diese Bücher ihren Kindern zu kaufen.
Und erzähl mal russischen Baptisten, sie mögen ihre Kinder auf eine katholische Schule schicken! Das Problem bei solchen Privatschulen ist die Gethoisierung. Wie gut, daß sich die Moslems das nicht erlauben! Die haben sowieso wenig Chancen, sich zu integrieren, aber mit Privatschulen... Das halte ich sogar für bedenklich, ebenso wie Scientology Schulen.
So. Und da sind wir als Gesellschaft alle gefordert. Dann sollten die Schulen eben mal die Bedenken der Eltern berücksichtigen. Das wäre sowieso für alle das beste, und Kerze berichtet ja auch, daß das schon teilweise geschieht. Meine Kinder sind der Schule entwachsen, und der übertriebene Aufklärungsunterricht war ein echtes Problem. Wenn sich die Zeiten geändert haben, liegt das an mutigen Eltern, die denn mal gesagt haben, also NCHT MIT MEINEN KINDERN, so wie z. B. die Baptisten, von denen Fisch hier gepostet hat.

poetry
18.09.2007, 07:40
Liebe Bettina,

Schund ist immer eine persönliche und rein subjektive Definition. Ich finde vielleicht gut, was andere als Schund abtun. Wenn Du in Deiner Stadtbücherei was ändern willst, dann rede doch mal mit den Leuten die das Einkaufen.

Gruß,
Poe

Stella
18.09.2007, 10:20
anstatt 9jährigen sexuelles Verlangen zu erklären, ...

Ehrlich gesagt, ich finde es sehr gut, dass das den Kindern rechtzeitig erklärt wird, bevor sie unversehens später schwanger werden und die Eltern noch entsetzter.

Wie war es denn früher, als wir alles unter dem Deckel gehalten haben? Die Leute haben Kinder gezeugt, ohne zu wissen, wohin ihre "Bewegungen" führen. War das etwa besser?

Wenn ein Mädchen ihre Regel bekam und dachte, es verblutet. Wenn Jungen nächtliche Erektionen mit feuchten Träumen bekamen und gar nicht wussten-woher? und wohin? mit ihren Gefühlen?

Das konnte doch nicht ernsthaft besser gewesen sein...

Zu einem späteren erfüllten Partner-und Sexualleben gehört eben, dass man weiss, was einen in etwa erwartet. Dass eine Kindsgeburt kein Schock mit traumatischen Erfahrungen wird usw....

Liebe Bettina2, ich möchte Dir nicht zu nahe treten, aber wir leben nunmal nicht mehr im Mittelalter und unsere Kinder (mein Kind ist inwzischen erwachsen) müssen nun einmal in dieser Welt zurecht kommen und nicht in einer Traumwelt, die den Eltern vorschwebt.

Ich bin glücklich, dass wir in einer Demokratie leben, wo Kinder den Geist der Freiheit atmen können. Wo sie sich frei entscheiden können, wie sie leben möchten.

Ich bin auch froh, dass wir in einem säkulären Staat leben, wo Religion eine Privatsache ist. Alles andere führt nur zu Religionskriegen und zu einer Diktatur.

Viele Vorteile wurden hart erkämpft und ich möchte auf keinen Fall ins Mittelalter zurück.

Die Eltern haben die ergänzende Erziehungsaufgabe, d.h. sie müssen, wenn sie ihr Kind nach gewissen Werten erziehen wollen, ergänzend aufbauen. Angenommen, ein Kind erfährt, wie sexuelles Verlangen entsteht, dann ist es Aufgabe der Eltern hinzuzufügen, dass das auch mit Liebe zu tun haben kann, aber nicht muss. Verlangen ist auch liebesunabhängig.

Alle diese Dinge sollte man Kindern nicht verschweigen, damit sie einen Umgang mit ihrer Sexualität erfahren.

Meist führt eine sexualfeindliche Erziehung zur Verklemmung, so dass ein unglücklicher Mensch daraus erwächst.

Wie sagte ein älterer Nachbar einmal: früher war Sex tabu-merkwürdigerweise hatten aber alle Leute Kinder, also müssen sie ja Sex gehabt haben!

Stella

tanuki
18.09.2007, 10:27
Ich bin auch froh, dass wir in einem säkulären Staat leben, wo Religion eine Privatsache ist. Alles andere führt nur zu Religionskriegen und zu einer Diktatur.
Viele Vorteile wurden hart erkämpft und ich möchte auf keinen Fall ins Mittelalter zurück.

Liebe Stella,
an anderer Stelle im Forum hatte ich mich neulich ähnlich geäußert.
Ich kann dir nur zutiefst zustimmen!
Beste Grüße,
Tanuki

Stella
18.09.2007, 10:48
danke. :)

Bettina2
19.09.2007, 19:22
Tja, liebe Fisch. Auch mir fehlen die Worte angesichts dieser Beiträge hier. Die Leute haben offensichtlich einfach kein Gefühl mehr für richtig und falsch. Die Eltern, die da geklagt haben, sind einfach zu bedauern. Da ihr Anliegen auf keinerlei Verständnis stößt, ist die logische Konsequenz, daß man in Deutschland besser keine Kinder mehr bekommen sollte. In einem Land, wo es unverständlich ist, sein Kind vor der sexuellen Sünde zu bewahren, daß man sein Kind zu Keuschheit und Schamhaftigkeit erziehen möchte, in solch einem Land Kinder zu bekommen, ist ja gradezu verantwortungslos.

poetry
19.09.2007, 19:38
Angesichts mancher Beiträge frage ich mich, wie manche hier Kinder bekommen haben ....

tanuki
19.09.2007, 20:05
Ihr Lieben,
ich möchte doch mal ganz sanft auf etwas hinweisen - ähm - also: auch die katholische Kirche ist bekannt für christliche Schulen von guter Qualität bei Vermittlung von Werten. Die Position der katholischen Kirche zur Evolutionstheorie ist aber nicht gleich der evangelikaler Christen (Kreationisten), sondern wesentlich differenzierter bei grundsätzlicher Anerkennung wissenschaftlich beweisbarer Erkenntnisse.
Ich finde - der Fairness halber - sollte hier mal darauf hingewiesen sein.
Nachzulesen überall im Net, resp. Reden Kardinal König, Wien, zur Forschung von Konrad Lorenz.
Liebe Grüße,
Tanuki

Stella
20.09.2007, 13:11
Ich glaube, Bettina, Du hast etwas nicht verstanden! Mein Kind ist sehr wohlgelungen, gerade, weil wir ehrlich mit dem Kind waren. Es treibt sich nicht herum, trinkt nicht, raucht nicht.

Es ist ein kluges Kind, welches zur Reflexion fähig ist. Es ist fähig, Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, hat einen tollen Job, eine eigene Wohnung und ist anerkannt.

Fehlgeschlagen-Deine These!

Du möchtest Menschen verbiegen und zu verklemmten Leuten heranziehen, die sich später im Leben kaum zurechtfinden, weil sie weltfeindlich erzogen wurde.

Wir leben aber nunmal alle in dieser Welt!

tanuki, Dein Beispiel finde ich gut!

@poetry was meinst Du genau?

Stella

poetry
20.09.2007, 13:20
Stella, ich meine genau dieses keusche Gerede. Mir kommt es so vor, als ob Sex sowas von tabu ist, dass es selbst zum Kinderkriegen verboten werden sollte ;)

Morgenrot
20.09.2007, 13:27
Ihr Lieben,

ich bin katholisch aufgewachsen und habe eine katholische Volksschule besucht. Später habe ich dann auf dem 2. Bildungsweg mein Abitur nachgemacht - in einem katholischen Abendgymnasium, obwohl ich da schon aus der katholischen Kirche ausgetreten und bei den Baptisten gelandet war.
Unsere Tochter hat eine Freie Evangelische Schule (Integratives Modell - Baptistische Gründung) besucht - und hat dort alles mitgekriegt, was von manchen "Christen" angeprangert wird.
Im Bio-Unterricht wurden Evolutions-Theorie und Schöpfungsglaube durchgenommen. Sexualkunde war ebenfalls Thema, obwohl unsere Tochter auf dem Gebiet schon alles wusste, was sie wissen sollte.
Andererseits, wenn Schule und Elternhaus auf dem Gebiet der Sexualkunde sich verweigern, dann holen sich die Kids ihr "Wissen" schon auf der Straße - was besonders auch für die Kinder von den so genannten Schulverweigerern gilt.

Liebe Grüße
Morgenrot

P. S. Mit "Baptisten" sind nicht die russischen Spätaussiedler (sog. Evangeliumschristen) gemeint, von denen in der Presse immer wieder als Baptisten die Rede ist.

Morgenrot
20.09.2007, 13:30
Stella, ich meine genau dieses keusche Gerede. Mir kommt es so vor, als ob Sex sowas von tabu ist, dass es selbst zum Kinderkriegen verboten werden sollte ;)

Ähem, räusper .... :oops:

(Ich finde Sex immer noch toll :D )

Stella
20.09.2007, 13:31
Danke, dann habe ich Dich richtig verstanden. :) Ich habe auch das Gefühl, dass Sexualität für Bettina etwas ist, was bekämpft werden muss!
Sex gehört aber nunmal zum Menschen mit dazu, natürlich am Besten im Rahmen der Ehe.

Liebe Bettina, auch wenn du noch soviel kämpfst, wirst Du nicht verhindern können, dass, falls Du einen Sohn hast, er ab einem bestimmten Alter hormonbedingt nächtliche Erektionen bekommt, auch wenn Dir das nicht gefällt.

Auch Mädchen machen eine sexuelle Entwicklung durch, weil es eben zur Menschwerdung gehört.

Kann es sein, dass Du selbst Probleme mit Deinem Sexualleben hast und deshalb Sexualität aus Deinem und aus dem Leben Deiner Kinder verbannen möchtest?

@Morgenrot ich schliesse mich an :oops: lächel...

und aufgeregt mit dem Finger schnipp, weil auch Abi nachgeholt in Erwachsenenbildung-können wir stolz sein!

Morgenrot
20.09.2007, 13:59
@Morgenrot ich schliesse mich an :oops: lächel...

und aufgeregt mit dem Finger schnipp, weil auch Abi nachgeholt in Erwachsenenbildung-können wir stolz sein!

Superfrauen hat das Land .... :D





:11

Popcorn
20.09.2007, 14:38
Wir hatten zwei unserer Kinder einige Jahre an einer privaten christlichen Schule. Ich war auch einige Jahre in der Schulkommission und arbeitete mit. Ich sah grosse Vorteile aber auch einige Nachteile.


Die Nachteile begannen dort, wo es "weltfremd" wurde. Das ist natürlich je nach Blickrichtung für den einen früher für den anderen später. Ich selber bin der Meinung, dass wir unsere Kinder zu mündigen Bürgern erziehen sollten, dass sie zu Hause alles fragen dürfen, alles erklärt bekommen sollten, auch wenn es mal peinlich wird für die Eltern. Denn Kinder, die wir durch Erziehung zu Nichtwissern machen, oder zu Menschen mit blindem Gehorsam, werden weltfremd und so ins Abseits gestellt. Dann muss nur jemand kommen der Einfluss auf sie übernehmen kann und die Sache läuft schief. Ein Kind kann sich nur abgrenzen wenn es erahnen kann, was das Gegenüber im Schilde führt. Ein Kind muss auch zu Hause lernen NEIN sagen dürfen. Wenn es das nicht zu Hause lernt, wird es das womöglich nie lernen oder es auswärts lernen auf eine Art und Weise die auch nicht gut ist.

Genauso mit der Sexuellen Erziehung. Wenn es zu Hause auf eine saubere Art informiert wird, muss es nicht auswärts an Infos suchen. Und wie wir als Eltern die Sexualität vermitteln, so kann es Auswirkungen auf die spätere Ehe des Kindes Auswirkungen haben. Sexualität kann nicht etwas "Schlimmes" sein und ab dem Tag der Hochzeit sollte es grösstes Vergnügen bereiten.

Wir haben also sehr grosse Verantwortung als Eltern. Zum Glück korrigiert Gott oft die Fehler der Eltern aus. Das ist Gnade, dass nicht jeder meiner Fehler für meine Kinder Auswirkungen hatte.

Gott kann auch auf krummen Linien gerade schreiben - sagt man.


Liebe Grüsse

Popcorn

Stella
20.09.2007, 16:15
*michanschliess*

Morgenrot
20.09.2007, 18:44
....
Wir haben also sehr grosse Verantwortung als Eltern. Zum Glück korrigiert Gott oft die Fehler der Eltern aus. Das ist Gnade, dass nicht jeder meiner Fehler für meine Kinder Auswirkungen hatte.

Gott kann auch auf krummen Linien gerade schreiben - sagt man.

Liebe Grüsse

Popcorn

Ja, das ist auch meine Ansicht.
Es ist auch Gnade, dass unsere Kinder nicht jeden unserer Erziehungsfehler ausbügeln müssen, genau so wie wir Eltern für jeden Fehler unserer Kinder verantwortlich sein müssen.
Unsere Kinder sind nämlich viel kreativer auch im Sch....bauen als uns manchmal lieb ist.
Was Sexualität betrifft, so haben wir unsere Tochter frühzeitig aufgeklärt. Weil mein Mann und ich Sexualität auch schön finden, haben wir ihr positives Bild vermittelt.
Wenn Kleinkinder "an sich herumspielen" ist das immer eine Art Entdeckungsreise, sie wollen ihren Körper entdecken und das geht dann manchmal auch recht lustvoll zu. Hier ist das Geschick der Eltern gefragt, die "Exkursionen" in die richtige Spur zu lenken, ohne gleich mit dem Zeigefinger zu drohen und "du du" zu sagen.

Laezar
20.09.2007, 22:26
Ja, das liebe Thema Sex (gäll Mami :mrgreen: )

Problematisch ist ja diese Schul-Geschichte bloss, wenn Kinder zu religiösen oder andersweitig spirituellen Praktiken gezwungen werden, die sie nicht ausüben wollen.

Aber hey, Sexualkunde erachte ich persönlich als ein Schulfach, das wichtig ist - auch für überzeugte Christen. Und wenn die Eltern an diesem Prozess teilhaben und zusätzlich zur Theorie in der Schule den Kindern auch noch ihre Werte, ihre persönliche Auffassung von gelebter Sexualität vermitteln, noch besser.

Es geht einfach darum, dass dieses Thema nicht verteufelt wird. Wenn man seine Kinder so isoliert und Sex zum Tabu macht, wie soll man sich fallen lassen können, wenn es einmal so weit sein soll. Unter solchen Umständen sehe ich nur Hochzeitsnächte voller Schmerzen bei Frauen und Erektionsprobleme bei Männern (obwohl beides gleichzeitig anatomisch schwer machbar ist :lol: ); man kann ja nicht entspannt und gelassen mit der Thematik umgehen, denn nie wurde einem Sex als etwas Wertvolles, das zu uns gehört, weitervermittelt.

Und dann dieses "Sex vor der Ehe"-Ding. Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass man sich einfach bewusst sein sollte, was man da tut. Ein Mensch, der keinen ausserehelichen Sex hat, einfach weil es in der Bibel steht oder es die Eltern so wollen und sich somit auch nicht bewusst ist, was er tut oder warum er etwas nicht tut, ist in meinen Augen keinen Schritt weiter, als jemand, der "unbewusst" Sex praktiziert. Geschweige denn als jemand, der dies bewusst tut, reflektiert, sich hinterfragt und dann unter gegebenen Umständen sein Verhalten korrigiert.

Ich bin seit nunmehr acht Jahren mit meiner Freundin zusammen. Aus der Sicht von manchen von Euch, haben wir den Fehler begangen, schon vor der Ehe Geschlechtsverkehr zu haben. Die Konsequenz aus diesem "Fehler" ist inzwischen vier Jahre alt, ca. 110cm gross, erfreut sich am Leben und ist glücklich darüber, dass auch Mama und Papa glücklich sind.
Eben ist unser Schatz noch einmal aufgewacht, ich habe sie wieder zu Bett gebracht und sie hat mir ihren Teddy gegeben: "Er will heute bei Dir schlafen, Papi". Diesen "Fehler" würde ich immer wieder machen, er ist etwas vom besten und schönsten, was ich in meinem Leben getan habe, Gott hat sie in unsere Obhut gegeben.
Vielleicht heiraten wir mal, vielleicht auch nicht. Aber unser zweites Kind steht in der Prioritätenliste sicher weiter oben...

Ach, eigentlich geht mich dieses Thema ja gar nichts an, mein Spiegelbild ertrage ich ganz gut... Ich hoffe einfach, dass durch diesen Anti-Sex-Fundamentalismus nicht allzu manches genuss- und verantwortungsvolle Sexualleben schon im Keim erstickt wird. Lasst Eure Kinder aufklären, klärt sie mit auf, vermittelt ihnen Eure Werte, lebt sie ihnen vor und dann lasst Eure Kinder eigene Entscheidungen treffen. Und habt ein wenig Gottvertrauen, dass alles gut kommt!

Popcorn
21.09.2007, 06:11
Lieber Laezar



Ja, das liebe Thema Sex (gäll Mami )


Ja, auch das ist ein Weg den Eltern lernen müssen. Und da du unser Ältester bist, hast du die volle Entwicklung "geniessen" dürfen. :shock: Die ganze Bandbreite der Gefühle erleben können, aber auch unser Ringen, was ist der richtige Massstab für unsere Familie, nicht was denken Aussenstehende, sondern was stimmt für uns persönlich als Familie und was können wir wie vor Gott verantworten.


Wenn ich euch heute als Familie anschaue und unser gutes Verhältnis, dann hast du deine Erziehung gut überstanden :P Und ich wäre die letzte die einen Stein aufheben dürfte.

Umarm!

Deine Popcorn (Mami :mrgreen: )

hspeine
26.09.2007, 12:47
Ich bin für ein staatliches Schulsystem ergänzt durch private Schulen die aber sich natürlich den Gesetzen anpassen müssen.
Neben einem staatlichen Religionsunterricht sollte aber jede Religionsgemeinschaft die auf dem Boden des Grundgesetzes handelt für ihre Kinder einen eignen Unterricht anbieten können.
In dem aber nicht Hass und Unversöhnlichkeit anders denkenden gepredigt wird sondern Verständnis und Toleranz,dass heisst aber nicht eigene Vorstellung aufzugeben